Wer sich für den Kauf einer Gebrauchtimmobilie entscheidet, hat ganz klare Vorteile auf seiner Seite. Zum einen muss die Infrastruktur anders als in Neubaugebieten nicht erst erschlossen werden, sondern ist bereits gewachsen. Zum anderen ist der Einzugstermin besser planbar. Voraussetzung ist, man hat vor dem Kauf das Haus genau unter die Lupe genommen.
Ohne Zeitdruck zur ersten Besichtigung
Ganz wichtig: Damit man sich in Ruhe entscheiden kann, unbedingt bei Tageslicht und ohne Zeitdruck das Haus besichtigen. Dass der Termin nicht nur völlig kostenfrei, sondern auch unverbindlich sein muss, ist selbstverständlich.
Für die Besichtigung sollte man sich Zeit nehmen, denn neben der Optik des Hauses und einer günstigen Lage sollten auch wichtige Unterlagen wie der Grundriss, der Gebäudeenergieausweis und andere wichtige Unterlagen geprüft werden.
Doch als erstes steht ein ausführlicher Besuch an: die Erstbesichtigung. Hier ist noch kein Fachmann nötig, denn es geht in erster Linie darum, das Haus auf sich wirken zu lassen und die wichtigsten Punkte abzuklären: Möchte ich wirklich hier wohnen? Entspricht das Haus dem, was ich will?
Die ersten Informationen über die Wunschimmobilie
Es hilft bei dieser Erstbesichtigung, die vorab einige Daten geben zu lassen. Der Grundriss beispielsweise verrät wichtige Details über die Zimmerverteilung, Lage und Größe des Hauses. Das Baujahr des Objekts kann erste Hinweise auf die Qualität der verwendeten Baustoffe und den Dämmstandard geben. Fragen Sie nach, ob zwischenzeitlich modernisiert wurde.
Ein Energieausweis ist seit Juli 2008 für Häuser Pflicht, die vor 1965 gebaut wurden. Ab Januar 2009 gilt er für alle Immobilien, die verkauft werden. Er dient als energetisches Gütesiegel und zeigt auch dem Laien sofort, ob und wo Modernisierungsbedarf besteht. Es gibt zwei Varianten: den Bedarfsausweis, der aufzeigt, wie hoch der Energiebedarf des Hauses ist, und den Ausweis, der Schwachstellen des Hauses aufzeigt.
Verlassen Sie sich bei der Erstbesichtigung auf Ihre Sinne. Riecht es muffig oder nach Schimmel? Sehen Sie feuchte Stellen? Wie wirkt das Dach, die Fassade, wie wirken die Fenster auf Sie? Welchen Eindruck macht die Heizanlage?
Gilt auch für den Hauskauf: Doppelt hält besser
Gefällt Ihnen, was Sie sehen, vereinbaren Sie einen zweiten Termin. Hier können Sie mehr Details beachten als beim ersten Termin. Wenn möglich, nehmen Sie einen Gutachter mit, der die Bautechnik prüfen kann sowie ein Auge für eventuelle Schäden und Altlasten wie Asbest oder Formaldehyd hat. Wichtig: Beauftragen sie diesen Fachmann schriftlich, dann muss er unter Umständen haften, wenn nach dem Kauf Mängel auftreten, die den Wert der Immoblie mindern.
Lassen Sie sich einen Grundbuchauszug zeigen, damit Sie über die Eigentumsverhältnisse, eventuelle Hypothekenbelastungen oder gar Vorkaufsrechte informiert sind. Im Baulastenverzeichnis des Grundstücks erhalten Sie Hinweise auf mögliche Einschränkungen, die einen An- oder Umbau betreffen.
Auch das Tiefbau- und Wasserwirtschaftsamt sollte befragt werden, um Kenntnis über den Grundwasserstand auf dem Grundstück zu erhalten. Lassen Sie sich die Werte der vergangenen 15 Jahren geben, denn vor allem in Bergbaugebieten kann es sein, dass das künstlich abgesenkte Grundwasser Jahren nach dem Abbau zurückkehrt.
