"Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest" ist ein Titel von Eva-Maria Zurhorst. Selbstliebe im Sinne von Selbstannahme sieht die Autorin als Grundlage, um alle Probleme und Schwierigkeiten zu meistern. Für sie ist dies auch der Grundstein einer gelingenden Partnerschaft.

Mut zu Gefühlen

Zu dieser Selbstliebe gehört der Mut zur Wahrheit. Zurhorst appelliert dazu, sich nichts vor zu machen, sich zu seinen Gefühlen zu bekennen. Das erfordert Mut, auch zu unangenehmen Empfindungen zu stehen, und eine kontinuierliche tiefe Gefühlsarbeit, diese zu erkennen und anderen mitzuteilen. Es lassen sich nämlich nicht alle Wünsche von den Augen ablesen, auch nicht bei Personen, die schon jahre- oder jahrzehntelang in einer Partnerschaft zusammen leben. Wer lernt, sich zu seinen Gefühlen zu bekennen, erlebt teilweise den Alltag als Abenteuer, als Herausforderung: nicht weg zu laufen vor sich und seinem Fühlen, sondern eben mutig dazu zu stehen. Gefühle können unserem Leben Antrieb geben, wenn wir diese zulassen. Es ist gut, laut Zurhorst, andere teilhaben zu lassen an unserer Gefühlswelt, aber nicht einfach unsere Gefühle an anderen auszulassen. Das ist ein großer Unterschied: Das eine ist konstruktiv, das andere zerstört.

Zeit fürs Miteinander Sprechen und die Bedeutung des Augenblicks

Zurhorst zitiert Statistikwerte, nach denen Paare sich durchschnittlich kaum zehn Minuten am Tag austauschen. Und wirkliche Kommunikation umfasst auch das Zuhören. Sie ermutigt ihre Leser, sich ebenso über Alltägliches auszutauschen, dem Partner mitzuteilen, was sie bewegt, was sie erlebt haben. Im Hier und Heute wahrhaftig leben – das ist ein guter Schritt, um mit sich selbst in Frieden zu sein. Das gilt ebenso für die Partnerschaft. Auch wenn etwas schlecht läuft momentan, kann eine Person das mit Hilfe von Gottvertrauen annehmen und glauben, dass es so, wie es ist, seinen Sinn hat. Gottvertrauen bewahrt vor Egozentrik.

Vergebung als Heilkraft und Leidenschaft in der Ehe

Verändert werden kann der Partner nicht, doch wahre Vergebung bringt Heilung in eine verletzte Beziehung. Machtkampf, Verurteilung und Schmerz gibt es in jeder Beziehung. Nur Vergebung bringt letztendlich wirkliche Veränderung, Groll hingegen macht krank. Vergebung befreit uns. Das fängt in der Beziehung zu den eigenen Eltern an. Es hat was mit Loslassen zu tun und ist etwas, was sich wirklich einüben lässt, langsam und Schritt für Schritt. Die Autorin betont die Bedeutung der körperlichen Liebe, Zärtlichkeit verbunden mit herzlichen Gefühlen für den anderen. Berührung als heilende Kraft für das Zusammenleben. Sie fordert auf, Gewohntes zu verlassen und sich neu aufeinander ein zu lassen. Kinder spielen die Beziehung des Paares wieder. Sie fordern die Eheleute und die Partnerschaft. Wahren Halt bekommt ein Kind durch Akzeptanz und Wertschätzung der Andersartigkeit. Dies ermöglicht die Persönlichkeitsentwicklung mit all den verbunden Hindernissen und Klippen, die es zu bewältigen gibt.

Liebe als Arbeit

Ausdauer, Geduld, Arbeit und Disziplin erfordert eine Beziehung, doch die Mühe lohnt. Lebendigkeit und Erfüllung sind die Ernte dieser Anstrengungen. Die Liebe im Inneren ist der göttliche Kern, im eigenen Selbst und im Partner. Probleme sind Wachstumschancen, Herausforderungen an uns, aus denen wir gestärkt hervor gehen können. Ausdauer und Disziplin ist notwendig, damit wir Visionen verwirklichen können, Ziele erreichen. Eine Krise ist eine Chance, eine Geburtswehe der Liebe – die Mühe lohnt. Beide Partner wachsen an den durchgestandenen Schwierigkeiten und Krisen. Freiheit und Liebe, Tiefe und Heiterkeit in einer Beziehung zu verbinden ist die große Herausforderung. Und bei allem ist der größte Fortschritt zu erreichen, wenn die Selbstliebe praktiziert wird und als Basis einer Beziehung gilt.