
- Geschäftsmann - Konstantin Gastmann / pixelio.de
Im Jahr 2010 gab es rund 417.600 Existenzgründungen in Deutschland, was gegenüber 2009 eine Steigerung von 1,2 Prozent darstellt. Gleichzeitig sind jedoch die Liquidationen um 2,3 Prozent auf 384.200 zurückgegangen. Das ergibt somit einen Gründungssaldo von 33.400. Rund 80 Prozent der Unternehmen sind Einzelunternehmen. Mit 30,9 Prozent ist der Anteil der Frauen bei den Einzelunternehmen niedriger, als in den vergangenen fünf Jahren, wo die Quote bei 32 Prozent lag.
Die schlimmsten Fehler bei der Existenzgründung
Mangelnde und schlechte Beratung im Vorfeld ist eine häufige Ursache für das Scheitern eines neu gegründeten Betriebes. Auch mangelnde finanzielle Vorsorge. Viele Unternehmer kalkulieren einfach zu knapp, was leider oft nicht anders geht, da viele Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit heraus starten. Die nächsten Fehler sind die falsche Wahl bei der Geschäftsidee und schlechte oder gar fehlende Marktanalyse. Viele neue Unternehmen sind auch mangelhaft organisiert, es gibt kein vernünftiges Zeitmanagement und Finanzplanung. Fehlendes Durchsetzungsvermögen und Selbstvertrauen spielen auch eine wichtige Rolle. Wer nicht in der Lage ist, seine Idee glaubwürdig zu verteten, der kann auch keine Kunden überzeugen.
Tipps für die richtige Vorbereitung und Durchführung der Existenzgründung
Am Anfang steht der feste Wille und eine gute Portion Selbstvertrauen. Dann beginnt die Suche nach der richtigen Geschäftsidee. Dabei sollte man sich erst einmal davon leiten lassen, was man am besten kann oder am liebsten macht. Wenn jemand keinen Plan von Computern hat und nicht kreativ ist, wird zum Beispiel nie als Webdesigner Erfolg haben. Und jemand, der keine Tiere mag wird wohl mit einem Tiersitter Service schlecht beraten sein.
Es kann schon ein wenig dauern, die richtige Idee zu finden. Hat man sie erst einmal gefunden, dann muss man den Markt analysieren. Wie steht es mit der Konkurenz? Wie ist die Nachfrage? Wie viel Kapital brauche man und sind Genehmigungen, Meisterbrief oder sonstige Paiere erforderlich? Es gibt viele Beratungsangebote. Am besten fragt man das Arbeitsamt, die haben Adressen und Telefonnummern von verschiedenen Beratern und zahlen unter Unständen sogar Existenzgründer Kurse und Beratergespräche.
Das nötige Kapital kann Niederlagen vorbeugen
Es hängt von der Geschäftsidee ab, wie viel Geld man für die Gründung benötigt. Die Banken sind mit Darlehen sehr vorsichtig geworden, bevor man sich anderweitig Geldmittel leiht, sollte man sich umfassend über den Geldgeber informieren. Es kann Sinn haben, Verträge prüfen zu lassen, ehe man etwas unterschreibt. Bevor man an ein Darlehen denkt, sollte man sich erkundigen, welche Zuschüsse man für seine Gründung erhalten kann. Bei den Anschaffungen sollte man realistisch bleiben. Was braucht man wirklich und was kann man vielleicht auf einen späteren Zeitpunkt verschieben oder ist vielleicht sogar gänzlich überflüssig?
Die richtigen Informationsquellen nutzen
Zum Thema Existenzgründung gibt es unzählige Seiten im Netz. Die wichtigsten sind das Existenzgründungsportal des BMWi und der Gründungskatalog. Das BMWi bietet eine ganze Reihe von nützlichen Informationen von den Vorbereitungen, der Finanzierung bis zur Personalfrage. Es gibt Tipps zur Erstellung eines Businessplans, Planer und Hilfen, Online-Training, Expertenforum und vieles mehr. Der Gründungskatalog bietet eine große Auswahl an nützlichen Links zum Thema. Es gibt auch viele Bücher für Existenzgründer. Hier ein paar Tipps, welche Bücher zu empfehlen sind:
Existenzgründung – Fakten & Grundsätzliches von Jürgen Arnold, Verlag Uvis; 3. Auflage. (Juni 2010)
Praxisbuch für Freiberufler – Alles, was sie wissen müssen, um erfolgreich zu sein von Svenja Hofert, Stark Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 2.Auflage (Dezember 2010)
Erfolgreich ohne Chef: Handbuch für Freiberufler, Selbstständige und freie Mitarbeiter von Gerhard Gieschen, Cornelsen Verlag Scriptor, 2.Auflage (April 2008)
Quelle: eigene Recherche
