
- Blühender Löwenzahn - Dorothea Jacob/Pixelio
Etwa jeder fünfte Mensch leidet in Deutschland unter Heuschnupfen (Pollinosis). Das ist eine allergische Reaktion des Körpers gegen Pollen von blühenden Gräsern, Bäumen oder Sträuchern. Die Zahl der Allergiker hat in den vergangenen Jahren ständig zugenommen. Typische Symptome sind angeschwollene und gerötete Augen, häufiges Niesen, tränende Augen, Juckreiz in der Nase und auslaufender, sehr flüssiger Nasenschleim. In Folge der Allergie können Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Erschöpfung und Schlafstörungen auftreten. Je nach Wetterlage dauert die Heuschnupfen-Saison von Ende Januar bis Oktober. Die Beschwerden können dabei nur wenige Wochen und nur bei bestimmten Pollen auftreten oder die gesamte Saison anhalten. Die größten Belastungen treten während der Pollen-Hauptflugzeit im Juni und Juli auf, wenn die meisten Pflanzen blühen. Um sich effektiv schützen zu können, ist es von Vorteil, beim Arzt feststellen zu lassen, gegen welche Pollen man genau allergisch ist. Denn nur dann helfen die Pollenflugvorhersagen, beispielsweise des Deutschen Wetterdienstes.
Wie können sich Allergiker schützen?
Vor allem leichte bis mittlere Beschwerden können durch einfache Verhaltensweisen gemindert werden. Hier ein kleiner Überblick, wie die Pollenzeit besser zu ertragen ist:
- Fenster tagsüber geschlossen halten. Zimmer immer am späten Abend oder nachts lüften, da dann der Pollenflug wesentlich geringer ist. Ideal: zwischen 22 und 4 Uhr.
- Nach einem Regenguss an die frische Luft gehen und Zimmer komplett lüften.
- In der Wohnung auf Ventilatoren verzichten, da sie die Pollen zusätzlich aufwirbeln.
- Die Haare vor dem Schlafengehen waschen. Pollen setzen sich darin ab und würden nachts eingeatmet werden.
- Getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer aufbewahren, da sich die Pollen sonst dort verteilen können.
- Draußen bieten Sonnenbrillen einen guten Schutz vor Pollen.
- Allergiker sollten im Auto einen Pollenfilter einbauen lassen.
- Bei spontanem Juckreiz oder Niesanfällen empfiehlt sich eine Nasendusche mit lauwarmem Wasser.
- In Städten ist die Pollenbelastung am Morgen geringer als tagsüber.
- Im Freien und vor allem in pollenreichen Gegenden so lange es geht immer durch die Nase atmen. Dann bleiben die Pollen im Nasenschleim hängen und sie dringen nicht bis in die Bronchien vor.
- Im Haushalt kann durch regelmäßiges Saugen die Pollenbelastung verringert werden.
- Wenn die Augen jucken, ein nasses Taschentuch drauf legen. Auch kalte Teebeutel entspannen.
- Allergiker sollten ihren Urlaub in pollenarmen Regionen wie am Meer oder im Gebirge verbringen.
- Auf ausreichend Vitamine achten, dadurch wird das Immunsystem gestärkt.
Medikamente helfen bei starken Symptomen
Sollten die Symptome zu stark und unangenehm werden, empfiehlt es sich, auf Medikamente zurückzugreifen. In den Apotheken gibt es zahlreiche rezeptfreie Mittel, die gut verträglich sind und auch sofort Wirkung erzielen. Stellt sich keine Besserung ein, sollte unbedingt der Hausarzt aufgesucht werden. Dieser kann stärker wirksamere und rezeptpflichtige Medikamente verschreiben. Wer eine dauerhafte medikamentenfreie Lösung anstrebt, sollte seinen Arzt nach einer Immuntherapie, der so genannten Hyposensibilisierung, fragen. Diese ist jedoch nicht für Poly-Allergiker geeignet, also Menschen, die unter vielen Pollenallergien leiden.
