Pickel, Pustel, Mitesser, Abszesse - das sind die sichtbaren Anzeichen für einen schwankenden Hormonspiegel, wie er in der Pubertät normal ist. Aber wer jeden Morgen im Spiegel neue Hautunreinheiten findet, kann sich wohl kaum damit trösten, dass es anderen genauso geht. Leider gibt es kein Zaubermittel, um die lästigen Pickel zum Verschwinden zu bringen - egal, was in der Werbung auch behauptet wird. Aber man kann mit viel Pflege das Schlimmste verhindern.
Meist sitzen Pickel und Mitesser in der so genannten T-Zone des Gesichts, also an Kinn, Nase und Stirn. Hier befinden sich nämlich besonders viele Talgdrüsen, die gerade in der Pubertät extrem viel Fett produzieren. Das verstopft die Poren quasi über Nacht und es entstehen Mitesser. Wenn sich die Mitesser entzünden, werden daraus Pickel.
Eine gute Pflege ist das A & O bei Pickeln und Mitessern
Eine gute Pflege zielt daher darauf ab, die Haut gründlich zu reinigen, damit das Fett abfließen kann und bestehende Mitesser sich nicht entzünden. Wer schon Pickel hat, will sie am liebsten natürlich ausdrücken. Das ist auch soweit okay, wenn man es vorsichtig und nicht mit bloßen Fingen macht. Denn sonst infiziert man den Pickel noch mit Bakterien und macht ihn damit schlimmer. Deshalb rate ich, die Finger mit Papiertaschentüchern zu umwickeln, bevor man vom Rand des Pickels her nach unten drückt und den Eiterherd damit nach oben drückt. Am besten geht das natürlich, wenn die Haut vorher gereinigt oder mit einem Dampfbad vorbereitet ist. Aber: Wenn der Pickel nicht gleich aufgeht, dann bitte nicht weiter drücken, das kann zu hässlichen Quetschungen und Entzündungen führen.
Wenn die Haut richtig schlimm aussieht, dann empfehle ich den Gang zum Hautarzt (Dermatologe). Er kann spezielle, auf den Hauttyp abgestimmte Produkte empfehlen oder sogar verschreiben. Wer es sich leisten kann, geht am besten einmal im Monat zu einer Kosmetikerin. Doch auch die beste Kosmetikerin kann nicht viel ausrichten, wenn in der Zwischenzeit die Haut nicht ordentlich gepflegt wird.
Und so geht es, Schritt für Schritt:
Morgens und abends die Haut sorgfältig reinigen, am besten mit einer milden Reinigungsmilch.
Ein bis drei Mal die Woche kann man die Haut peelen. Dabei muss ein intensives Peeling nicht teuer sein. Ein Teelöffel Haushaltszucker in die Reinigungsmilch gegeben und die Mischung vorsichtig (!) einmassieren. Wem der Zucker zu rau ist, greift zu Heilerde. Es gibt sie preiswert in Drogeriemärkten.
Im Handel gibt es klärendes Tonic, mit der danach die Haut betupft oder abgerieben wird. Vorsicht: Viele dieser Produkte entziehen der Haut so viel Fett, dass die Poren es noch schneller nachproduzieren. Der Schuss geht dann quasi nach hinten los. Besser: ein mildes Gesichtswasser.
Als Gesichtscremes eignen sich vor allem Feuchtigkeitsfluids. Fetthaltige Cremes verstopfen die Haut zusätzlich.
Oft werden Packungen oder Masken für unreine Haut empfohlen, die auf der Haut trocknen und dann abgerubbelt werden müssen. Das ist bei Mitessern okay, aber wer dicke Pickel hat, tut sich damit keinen Gefallen. Sie entzünden sich schnell und werden dann noch schlimmer.
Der Klassiker: Das Kamille-Dampfbad
Alternativ empfehle ich ein Kamille-Dampfbad: Eine Handvoll getrockneter Kamilleblüten (Apotheke) in eine Schüssel geben, mit heißem Wasser aufgießen und den Kopf zehn bis fünfzehn Minuten lang über den Dampf halten. Ein Handtuch über dem Kopf verhindert, dass der Dampf entweicht. Nach dieser Anwendung ist die Haut schön weich und Mitesser und Pickel lassen sich leicht entfernen.
Getönte Pickelstifte sollen, wenn überhaupt, nur auf einzelnen Pickeln aufgetragen werden. Meist werden sie damit aber nicht wirklich unauffälliger.
Es gibt eine Reihe von Lebensmitteln, die Schadstoffe ganz natürlich aus dem Körper schwemmen und damit für eine schöne Haut sorgen. Dazu gehören fast alle Obstsorten, Rettich, Wacholder und Spargel. Schokolade macht übrigens keine Pickel, auch wenn man das lange behauptet hat. Dennoch bekommt der Haut vitaminreiches Essen einfach besser, denn sie erhält dadurch die Nährstoffe, die sie braucht, um sich selbst wieder zu regenerieren. Alkohol und Nikotin sind bei Pickeln & Co. tabu - geht lieber ein paar Stunden ins Kino und entspannt! Das mag auch die Haut!
Mit diesen Tipps kann man das Beste aus unreiner Haut machen. Allerdings: Man muss am Ball bleiben und es mit Humor nehmen, wenn der eine oder andere dicke Pickel ausgerechnet dann auftaucht, wenn man es am wenigsten gebrauchen könnt. Die Zeit der Hautunreinheiten geht vorbei - manchmal schneller, als man denkt.
