Vor allem Audifahrer haben sich zusammengeschlossen und versuchen, dem Hersteller konstruktive Mängel der TSI-Motoren nachzuweisen. Um die Probleme zu entdecken und bei Mängeln möglichst schnell Abhilfe zu schaffen, wurden defekte Motoren begutachtet, Motoröle analysiert und Statistiken über Kilometerstände ausgewertet. Der VW-Konzern weist in der Zeitschrift „Auto Bild“, Ausgabe 10/2012, auf Produktionsfehler eines Zulieferers hin.

Achtung: Gehäufte Schäden an TSI-Motoren durch fehlerhafte Steuerketten

Das Problem gehäufter Schäden tritt bei VW-Fahrzeugen mit 1,2 TSI-Motoren und 1,4 TSI-Motoren auf. Die anfängliche Begeisterung kostenbewußter Autofahrer für die Benzin-Motoren mit Turbolader, die bei geringem Kraftstoffverbrauch dynamisch beschleunigen, schlägt um, seit sich schon bei niedrigen Kilometerständen die Beschwerden über defekte TSI-Motoren häufen - vor allem bei 1,4 TSI Motoren und 1,2 TSI-Motoren. Das Problem liege meistens in der fehlerhaften Steuerkette, die in den neuen Motoren die Funktion des Zahnriemens übernimmt. Wenn die Steuerkette in den TSI-Motoren sich verlängert und ausleiert, so dass die Zähne auf dem Führungsrad von der Kette übersprungen werden, können Ventilstößel und Kolben zusammenstoßen und ein kapitaler Motorschaden entsteht.

Zwar keine Rückrufaktion - aber VW gibt Produktionsfehler bei TSI-Motoren zu

Obwohl das Problem schwerer Defekte an den neuen TSI-Motoren in einschlägigen Foren vor allem beim Audi A3 und beim Skoda Yeti immer häufiger beschrieben wird, gibt der VW-Konzern bisher keinen möglichen Konstruktionsfehler zu. Erst nachdem sich im Kummerkasten der Zeitschrift „Autobild“ Beschwerden über diesen Motortyp häuften – veröffentlicht in der Ausgabe 5/2012 -, gab es eine Stellungnahme von VW, in dem Probleme durch einen Produktionsfehler bei einem Steuerketten-Zulieferer eingestanden wurden. Es seien jedoch prozentual nur sehr wenige Fahrzeuge betroffen; eine Rückrufaktion gibt es bisher nicht. Die Kulanz-Regelung von VW, den Schaden in den ersten drei Jahren komplett zu übernehmen, bis zu sechs Jahre danach zur Hälfte, verunsichert die sparfreudigen Fahrer von VW, Audi, Skoda und Seat mit TSI-Motoren.

Tipp für TSI-Fahrer: besser häufigere Ölwechsel, um Mikropartikel zu entfernen

Im Audiforum im Internet werden Theorien über mögliche Schäden bei 1,2 TSI und 1,4 TSI-Motoren aufgestellt. Die Steuerketten seien zu schwach ausgelegt. Der Materialverlust der Motorkette durch Abrieb sei zudem sehr hoch. Als eine Ursache wird das von VW vorgeschriebene „Longlife-Intervall“ des Ölwechsels angegeben. Die Mikropartikel, die sich mit der Zeit durch Abrieb bildeten, wirkten auf beanspruchte Teile wie die Steuerkette wie Schmirgel, wodurch es zum Substanzverslust und damit irgendwann zwangsläufig zur Verlängerung der Steuerkette komme. Außerdem führe der hohe Anteil von Mikropartikeln schneller zur Verkokung wichtiger Leitungen, was auch gehäufte Schäden am Turbolader erkläre. Ein Ölwechsel nach 30.000 Kilometern wie vorgeschrieben sei deshalb viel zu spät.

Empfohlene Tipps von Fachleuten für TSI-Fahrer von VW, Audi, Skoda und Seat

Ein weiteres Problem liege im dünnflüssigen Leichtlauföl, das nicht geeignet sei, den Eintritt von Kondenswasser und Sprit vor allem bei häufigen Kurzstreckenfahrten zu verkraften, wodurch die Schmierfähigkeit des Öls leide und ein vorzeitiger Verschleiß wichtiger Teile wie der Steuerkette eintreten könne. Im Internetforum werden Maßnahmen für Fahrer von VW, Audi, Skoda und Seat mit TSI-Motoren empfohlen. Tipp: Beim ersten Ölwechsel sollten sie von Longlife-Intervall auf Festintervall 15.000 km umstellen lassen. Das Öl hierfür sei besser, da von höherer Viskosität, und auch etwas preisgünstiger. Problematisch seien Kurzstrecken-Fahrten, auf die möglichst verzichtet werden solle, da der TSI-Motor erst bei Fahrten von mindestens 10 Kilometern Länge richtig warm wird und Kondenswasser und Sprit im Öl wieder verdampfen können.

Tipps für TSI-Fahrer: den Motor beobachten und Garantieverlängerung abschließen

Bevor solche Tipps vom VW-Konzern verifiziert werden, sollten Fahrer der neuen 1,2 TSI und 1,4 TSI-Motoren vor allem aufmerksam sein - unterwegs beim Trip ins Wochenende, bei der nächsten Shopping-Tour oder bei der Schönwetterfahrt ins Grüne: Sobald der Motor rasselnde Geräusche von sich gibt oder eine Motorkontrollleuchte brennt, gibt es Probleme und das Auto muss möglichst schnell in die Werkstatt. Zur Sicherheit wird dringend geraten, eine Garantieverlängerung abzuschließen.

Quellen: Autobild.de

a3quattro.de