
- Parque Güell - Sabrina Sann
Barcelona ist die Modestadt Spaniens, ihr Auftreten fast fraulich: repräsentativ, facettenreich, aufbrausend und tiefgründig. Die Geschichte der Stadt reicht bis in die Steinzeit zurück. Die architektonische Pracht umfasst unter anderem Werke von Antoni Gaudí, Mies van der Rohe und Lluís Doménech i Montaner.
Noch heute kann man Stierkämpfe ansehen, die die neue Generation der spanischen Gesellschaft jedoch kaum mehr unterstützt. Musikalisch bewegt sich Barcelona am Puls der Zeit: In Discotheken läuft elektronische Musik und internationale Charts. Nichtsdestotrotz wird auch die eigene musikalische Kultur in Spanien stärker gelebt als in anderen europäischen Ländern. Zum Leidwesen der Touristen wird in Barcelona nicht nur das kastilische Spanisch, sondern auch das Katalanisch gesprochen. So gibt es in kastilischen Stadtplänen zum Beispiel Straßennamen, die auf der Straßenbeschilderung dann anders heißen.
Wenngleich die Stadt soviel zu bieten hat, dass man Monate bräuchte, um alles zu erkunden, so lohnt sich dennoch ein Kurztrip zum Verschaffen eines Überblicks.
Anreise
Die unschlagbar billigste Möglichkeit von Deutschland aus Barcelona zu besuchen, ist mit Ryanair. Die Flughäfen, die die Fluggesellschaft nutzt, sind zwar oft weiter entfernt und die Gepäckbestimmungen strikter, doch die Preise sind mit in der Regel zwischen 1,00 und 60,00 Euro kaum zu übertreffen - dies galt zumindest noch in der ersten Jahreshälfte 2008; inwiefern auch Ryanair künftig ihre Preise anpassen muss, bleibt der Spekulation offen. Der zu Barcelona nächstgelegene Flughafen, den Ryanair anfliegt, ist der in Girona. Ab Girona fährt ein Bus direkt in den Stadtbereich von Barcelona (Estación del Norte). Die Busfahrt kostet 12 Euro und dauert etwa eine Stunde. Von dort aus kann man leicht mit der „Metro“ – dem U-Bahnnetz in Barcelona – weiterreisen.
Nutzung öffentlicher Verkehrsnetze
Das U-Bahnnetz in Barcelona nennt sich Metro, das S-Bahnnetz RENFE. Zusätzlich fahren Busse im gesamten Stadtgebiet. Die Metrokarten, die man in Metro-Station kaufen kann, können für all diese Verkehrsmittel genutzt werden. Sie gelten jeweils für bestimmte Stadtgebietszonen. Normalerweise reicht für Touristen die Metrokarte für Zone 1. Mit dieser können Busse, S- und U-Bahnen im gesamten Innenstadtgebiet genutzt werden. Eine Metrokarte kostet 1,30 Euro und ist gültig für jeweils eine Fahrt. Eine Fahrt bemisst sich an Ein- und Ausstieg, nicht an der Anzahl der gefahrenen Stationen. Die Untergrundbereiche der Metro sind durch Drehkreuze abgesperrt. Zum Durchgang durch ein Drehkreuz ist die Metrokarte erforderlich. Danach kann man sich in den Untergrund-Bereichen aller Metro-Verbindungspunkte solange in eine Richtung bewegen, bis man den Untergrundbereich der Metro wieder durch ein Drehkreuz verlässt. Hin und wieder gibt es Kontrollen bei den Drehkreuz-Ausgängen. Es ist deshalb wichtig, die Metrokarte bis nach der Fahrt aufzubewahren.
Unterkünfte
Natürlich gibt es in Barcelona – wie in jeder Großstadt – Hotels, Jugendherbergen und Pensionen. Üblich ist es dort jedoch, Appartements zu mieten. Hierfür gibt es spezielle Vermittlungsagenturen und Portale im Internet, die über Suchmaschinen leicht zu finden sind. Meistens handelt es sich dabei um Angebote für 2 bis 4 Personen, die pro Tag günstigstenfalls zwischen 25,00 und 40,00 Euro pro Person kosten. Wer das Thema selbst in die Hand nimmt, kommt häufig mit einem Schnäppchen davon.
Geld
Barcelona hat nicht umsonst den Ruf als Stadt der scharf kalkulierenden Kaufleute. Das Leben in Barcelona ist für Touristen teurer als für Spanier. Das liegt nicht nur daran, dass Touristen die Insider-Lokale nicht finden, sondern auch daran, dass viele Geschäftsleute in touristischen Stadtvierteln Touristen für eine Flasche Wasser mehr berechnen als Einheimischen. Taschendiebstahl ist zudem ein großes Problem in Barcelona. Es empfiehlt sich, immer nur das nötigste an Geld mitzunehmen und Ausweiskopien – keine Kreditkarten, Scheckkarten, Ausweise, et cetera. Auch am Strand ist Vorsicht geboten: Taschen und Badesachen sollten lieber nicht unbeaufsichtigt - Wertgegenstände besser ganz zuhause - bleiben. Beim Bezahlen in Strandbars und Straßenkneipen lohnt es sich, das Wechselgeld nachzuzählen – hiervon könnte sich vielleicht schon der nächste Kurztrip finanzieren lassen.
Sehenswürdigkeiten
Echte Touristen dürfen die La Rambla nicht verpassen. Sie ist die Einkaufsstraße von Barcelona und voll mit Souvenierläden und Straßengauklern.
Für Kunstliebhaber sind besonders die Museen von Picasso, Miró und Dalí interessant. Letzteres hat in Barcelona erst 2002 eröffnet und ist in vielen Reiseführern nicht aufgeführt. Es befindet sich in der Carrer dels Arcs - dem linken Arm von der Einkaufsstraße Av. del Portal de l´Angel, wenn man vom Plaza Catalunya aus bergab läuft.
An architektonischer Kunst kommt man in Barcelona ohnehin nicht vorbei. Die Werke von Gaudí – La Sagrada Familia, Casa Batlló, Casa Milá, Parque Güell und andere - können im ganzen Stadtgebiet besichtigt werden. Der Pavillon von Mies van der Rohe steht in der Nähe des Plaza Espanya auf dem Berg Montjuic.
Sport-Begeisterte interessieren sich vielleicht für den prunkvollen Aufbau zu den Olympischen Sommerspielen 1992. Die gesamte Anlage, inklusive eines Olympischen Museums, kann auf dem Montjuic besichtigt werden (Metro: Plaza Espanya).
Um einen Überblick über alle wesentlichen Sehenswürdigkeiten Barcelonas zu bekommen, lohnt sich eine Rundfahrt mit dem Touristen-Bus (Tageskarte 20,00 Euro). Hier gibt es drei Routen und 44 Stationen, an denen man auch austeigen kann, um sich bestimmte Sehenswürdigkeiten genau anzusehen.
Weitere Insider-Tipps: Entertainment, billig telefonieren, gute Tapas
Besonders empfehlenswert sind das Gotikviertel um die Metro-Station Jaume I, der Plaza Espanya, an dem jeden Donnerstag bis Sonntag gigantische Musik- und Lichtspiele veranstaltet werden und der Strand von Poblenou.
Um billig von Spanien nach Deutschland zu telefonieren, kauft man sich entweder eine aufladbare SIM-Karte oder geht zum Telefonieren in ein sogenanntes Locutorio – das sind Läden mit 5 bis 15 Telefonzellen, die besonders günstige Auslandstarife zum Telefonieren anbieten, meist sogar in Kombination mit der Möglichkeit zur Internetnutzung. Sowohl Handy-Shops als auch Locutorios gibt es im ganzen Stadtgebiet. Eine SIM-Karte kostet etwa 20,00 Euro, wovon bereits 10,00 Euro Gesprächsguthaben sind.
Gute Tapas gibt es zum Beispiel in dem katalanischen Restaurant namens Origen 99,9% (Passeig del Born, 4) sowie im El Setial im Gotikviertel (Regomir, 11). Wer es beim Essen etwas ausgelassener mag, sollte eine Champagnerbar im Stadtviertel La Ciutat Vella ausprobieren, die keinen Namen hat (Carrer de la Reina Cristina, 3 – zwischen den Läden Bazar-International und Sony). Wer hier eine Flasche Champagner für 7 Euro kauft, bekommt 2 Tapas dazu. Man muss hierher jedoch früh kommen – oder sich weit hinten anstellen!
