Tipps für den Wohnungskauf

Vor der endgültigen Entscheidung zum Kauf einer Eigentumswohnung müssen einige Dinge beachtet werden. Die wichtigsten Tipps zusammengefasst.

Eine Eigentumswohnung ist gefunden, die Lage entspricht den Vorstellungen des Käufers und er ist geneigt, die Wohnung zu kaufen. Dennoch kann das Glück getrübt werden, wenn der Gesamtzustand des Hauses und auch die Eigentümergesellschaft bei der Kaufentscheidung nicht berücksichtigt werden.

Jeden Mangel beachten

Alle Umstände der Eigentumswohnung entsprechen den zuvor festgelegten Eckpunkten. Die Wohnung liegt in einer guten Gegend, die Schule für den Nachwuchs ist nicht weit entfernt, der Arbeitsweg ist annehmbar und die Räume sind attraktiv geschnitten. Leicht wird in einer solchen Situation über den einen oder anderen Mangel hinweggesehen. Wer nun seine Unterschrift unter den Kaufvertrag setzt und in diesem „gekauft wie besichtigt“ festgehalten ist, handelt leichtsinnig und bedroht seinen Kontostand.

Diese Vertragsformulierung überträgt die Haftung für Schäden vom Verkäufer auf den Käufer der Eigentumswohnung. Zwar versichert der Verkäufer zeitgleich, dass er von keinen Mängeln zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses wusste, sollte sich jedoch später aus Sicht des Käufers diese Versicherung als Unwahrheit herausstellen, steht er in der Beweispflicht und wird eventuell langwierig sowie kostspielig prozessieren müssen. Nicht zuletzt ist auch die Stimmung der Hausgemeinschaft ein wichtiger Punkt, der in die Kaufentscheidung einfließen muss.

Gesamtzustand des Hauses begutachten

Damit eine solche Situation und die damit verbundenen Belastungen von Nerven und Geldbörse nicht zustande kommen, besichtigen kluge Käufer einer Eigentumswohnung das gesamte Haus, in dem die Wohnung liegt. Denn als Eigentumswohnungs-Besitzer kommt man nicht nur für die eigenen vier Wände auf, sondern die Instandhaltung des Gesamthauses wird auf die Eigentümergesellschaft bzw. Eigentümergemeinschaft umgelegt.

Jeder Käufer einer Eigentumswohnung sollte ein besonderes Augenmerk auf den Keller legen. Sind die Wände feucht, riecht es in den Kellerräumen muffig, ist sogar sichtbarer Schimmel vorhanden? Das sind Hinweise auf baldige Handlungsmaßnahmen, die auch der Käufer finanziell mittragen muss, wenn er die Wohnung dennoch erwirbt. Gleiches gilt im Dachgeschoss. Flecken an Decken weisen auf ein marodes oder zumindest auf ein defektes Dach hin. Bröckelnde oder rissige Fassaden erfordern ebenfalls teure Sanierungen, die früher oder später zum Erhalt der Bausubstanz durchgeführt werden müssen.

Eigentümergemeinschaft unter die Lupe nehmen

Nicht nur das in Augenschein nehmen des Gesamthauses, sondern auch der Blick auf die Eigentümergemeinschaft lassen wichtige Rückschlüsse zu. Der gewillte Käufer einer Eigentumswohnung sollte sich die Protokolle der Eigentümerversammlungen der letzten Jahre übergeben lassen. Dort ist festgehalten, ob diverse Baumaßnahmen in Planung sind und auch, welche Maßnahmen am Haus zuletzt durchgeführt wurden – und somit sicher nicht in nächster Zeit anstehen werden. Bewusstes Nachhaken zu Sanierungsmaßnahmen und Reparaturen bringen ans Tageslicht, ob nicht mehr im Verborgenen liegt, das große Kosten für die Hausgemeinschaft aufwerfen könnte. Denn solche notwendigen Instandhaltungen zehren schnell die gemeinsamen Rücklagen der Eigentümergemeinschaft auf und Sonderumlagen belasten dann das Konto.

Abgesehen davon ist auch wichtig zu erfahren, wie die Hausgemeinschaft miteinander auskommt. Geht aus den Protokollen der Versammlungen hervor, dass viel Uneinigkeit herrscht, sollte dies eine deutliche Warnung sein. Häufige Wechsel der Verwalter sind gleichfalls keine Zeichen von herrschender Harmonie. Sich mit seinen direkten Nachbarn gut zu verstehen, ist jedoch ein wichtiger Wohlfühlfaktor für Wohnungsbesitzer. Ist dies nicht gegeben, kann der erfüllte Traum einer Eigentumswohnung rasch zum Alptraum werden. Darum sollten potentielle Käufer einer Eigentumswohnung ruhig die eventuellen Nachbarn besuchen, mit ihnen reden und so in Erfahrung bringen, mit wem sie das Dach teilen würden. Streitigkeiten von anderen Nachbarn untereinander und diverse Spannungen kommen in solchen Gesprächen zu Tage und sprechen ebenfalls für oder gegen den Kauf der angepeilten Wohnung.

Zusammenfassend festgehalten, müssen die Bausubstanz des Gesamthauses sowie die Unterlagen der Versammlungen der Hausgemeinschaft genau betrachtet werden. Im Zweifel bemüht man einen Gutachter, der die Substanz fachkundig beurteilt. Gespräche mit den anderen Eigentümern bringen Spannungen unter den potentiellen Nachbarn auf den Entscheidungstisch und zeigen auf, ob eine friedliche Atmosphäre in diesem Haus zu erwarten ist. Nur wenn alle Signale positiv stehen, sollte ein Kaufvertrag unterschrieben werden.

Bettina Eisenschmidt, Texterin und Autorin, Bettina Eisenschmidt

Bettina Eisenschmidt - Bettina Eisenschmidt arbeitete als professionelle Online-Redakteurin eines News-Magazins, bis sie 2007 mit ihrem Ehemann ein eigenes ...

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