
- Tischtennis - Claudia Runge
Tischtennis ist ein Sport, den eigentlich jeder machen kann. Finden die meisten. Dann aber gibt es noch die Profis. Und da nimmt das bloße Ball-auf-die-Tischplatte-hauen einen ganz anderen Stellenwert ein. Ganze Bevölkerungsscharen finden sich zu Turnieren zusammen, stellen üppige und teilweise komplizierte Regelkataloge auf und sehen Verstöße gegen die Tischtennisetikette gar nicht gern. Was ist nun das Faszinierende am Tischtennis?
Der Tisch-Ballsport an sich
Man nehme eine navy-grüne Tischplatte, spanne in der Mitte ein niedriges Netz quer auf und besorge sich noch zwei kleine Kellen nebst einem noch viel kleineren weißen Ball. Gut, die Farben sind nicht so entscheidend, dafür aber die Art und Weise, wie die Spieler den winzigen Ball auf die Platte dreschen. Sport darf man es hier auf jeden Fall nennen, denn der Sportelnde gerät nach einer Weile ordentlich außer Puste, und ein netter Muskelkater darf es am nächsten Tag auch sein. Allerdings fordert diese Betätigung absolute Konzentration und höchste Aufmerksamkeit. Die Reaktionszeit darf nicht lange sein, sonst steht auch der willensstärkste Spieler auf verlorenen Posten. Spielen kann jeder und überall dort, wo es eine Tischtennisplatte gibt.
Die Regeln als solche - auch ohne Tournier
Beim Tischtennis gibt einige wenige leicht verständliche Regeln, die sogar blutige Anfänger verstehen. Und dann gibt es natürlich noch den Regelkatalog, den der Interessierte in jedem Tischtennisclub oder auch beim Deutschen Tischtennis Bund erfahren kann. Wichtig ist es den Ball überhaupt zu treffen. Doch nicht irgendwie, sondern nachdem er genau einmal, und zwar auf der eigenen Tischplattenhälfte aufgeschlagen ist. Nicht aus der Luft angenommen und nicht erst nachdem er der Platte schon dreimal Ping-Pong-technisch begegnete. Beim ursprünglichen Aufschlag hingegen MUSS der Ball zweimal (je einmal pro Hälfte) auf die Platte aufschlagen. Sagt ja schon das Wort Aufschlag. Wände, Decke und der eigene Ärmel spielen nicht mit. Auch die blauen Flecken auf Fingern, die im Weg waren, sind kein zwingendes Qualitätsmerkmal. Wer nach Punkten spielen will, hat mehr Regeln zu lernen, was dafür spricht, es erstmal just for fun zu versuchen.
Was sonst noch stimmt
Richtig ist, dass man sich wie bei einigen anderen Sportsorten an Merchandising und Zubehör pleite kaufen kann. Vermutlich gibt es zu jeder Tischplattenart die passenden Socken und Stirnbänder. Ob man jetzt Schläger mit Schaumgummiunterlage oder Textilfaserverstärkung möchte, genoppt oder nicht, in den Farben petrol, ecru, zartblaßpurpur oder schlichtem Signalrot, das ist sowohl Geschmacksfrage wie auch Insiderwissenschaft. Am wichtigsten ist wie gesagt – ein Ball, eine Tischplatte mit Netz (es geht aber auch ohne dieses und doppelten Boden), zwei Schläger mit Handgriff (der ist wiederum zum Anfassen recht wichtig) und einen zweiten Spieler. Denn beim Schach alleine zu zweit spielen geht für Geübte, aber beim Tischtennis hingegen so schnell zu rennen, dass man den selbst abgeschossenen Ball auf der anderen Seite wieder trifft, ist physisch wohl unmöglich.
Weiterführende Informationen gibt es zum Beispiel auch unter:
