Am letzten Wochenende im Juni traf sich im brandenburgischen Brück auf Einladung der Brüder Haselhoff wieder alles, was in der Kaltblutszene Rang und Namen hat. Über 300 Kaltblüter und 150 Gespanne aus fünf Nationen gingen an den Start, um sich zwei Tage lang in verschiedenen Wettkämpfen, wie Zugleistung, Hindernisfahren und Wagenrennen zu messen.

Knapp zwei Stunden dauerte der Umzug durch Brück am Samstagabend, an dem fast alle Gespanne teilnahmen. Wie in jedem Jahr wurde bei den 9. Titanen der Rennbahn das stärkste Kaltblut Brandenburgs gekürt. Natürlich fehlten auch die rasanten römischen Kampfwagen nicht. In diesem Jahr fuhr der Chef, Burkhard Haseloff, persönlich einen Römerwagen und spannte nicht vier, nicht acht, sondern zwölf seiner Rheinisch-Deutschen Kaltblüter davor.

Historische Feuerwehren

Jedes Jahr gibt es ein besonderes Highlight bei den Titanen der Rennbahn. Diesmal waren es 56 historische Feuerwehren, die sich am letzten Wochenende im Juni in Brück einfanden. Alle Fahrzeuge wurden selbstverständlich von Pferden gezogen, die Feuerwehrleute trugen historische Uniformen, und auf das Kommando „Schlauch Marsch“ wurde in der Titanen-Arena ein Feuer wie zu Urgroßvaters Zeiten gelöscht.

Weit über 20.000 Zuschauer bevölkerten während des Wochenendes das Titanen-Gelände, schlenderten über den Markt mit über 100 Ständen, ließen sich von den Kaltblütern begeistern und feuerten Fahrer und Pferde trotz mehr als sommerlichen Temperaturen an.

Die Sieger: Andreas Wintgens, Bernhard Knoche, Werber König und David Haseloff

Bei den leichten Kaltblütern hatte Andreas Wintgens aus Übach-Palenberg mit seinen Rheinisch-Deutschen Kaltblütern die Nase vorn. Er verwies den aus Baden-Württemberg mit sechs Norikern angereisten Michael Egetemyr und den Schweizer Christian Aeschlimann, dessen Freiberger gerade so die geforderten 600 Kilogramm auf die Waage brachten, auf Platz zwei und drei.

Bei den schweren Kaltblütern zogen die westfälischen Kaltblüter Annabell, Hanna, Herzog, Holde, Kalle und Oskar ihren ebenfalls westfälischen Fahrer Bernhard Knoche zum Sieg. Die Rheinisch-Deutschen Kaltblüter Ammon, Ava, Elmar, Paul, Ramses und der Noriker Ramses 2, die mit Dietmar Krüger aus dem niedersächsischen Stoetze angereist waren, mussten sich mit dem zweiten Platz zufrieden geben, vor Jens Fangerow, der ebenfalls mit Rheinisch-Deutschen Kaltblütern startete. Der Holzrücker aus Angermünde war bei der Zugleistung für Vierspänner in der schweren Klasse nicht zu schlagen und verwies bei dieser Prüfung Bernhard Knoche und Dietmar Krüger auf die Plätze zwei und drei.

Werner König aus Haldensleben siegte mit Erna und Samson in der kombinierten Wertung der leichten Zweispänner vor den Norikern des Teams Egetemeyr und Ralf Bartels, der mit seinen Schwarzwälder Füchsen aus dem niedersächsischen Uetze angereist war.

Bei den schweren Zweispännern hatte David Haseloff mit den Rheinisch Deutschen Kaltblütern Othello und Colorado die Nase vorn und verwies die schon bei den leichten Kaltblütern erfolgreichen Fahrer Michael Egetemeyr und Werner König auf Platz zwei und drei.

Die Ausnahme: Maultiere

Wenn die Titanen der Rennbahn eigentlich eine Veranstaltung für Kaltblüter ist, so gibt es doch jedes Jahr eine Ausnahme, wenn Achim Rensch Attica, Pascha, Pascoa, Pepe, Umena und Usaja aus Lychen mit nach Brück bringt, um sich mit den Kaltblütern in fast jeder Disziplin zu messen. Auch diesmal waren die Maultiere in der Zugleistung für leichte Kaltblüter nicht zu schlagen, obwohl sie über 200 Kilogramm leichter sind als die Kaltblüter.

Das Belgische Kaltblut Hannes ist der Stärkste

Das stärkste Kaltblut Brandenburgs kommt zum vierten Mal aus Angermünde und gehört Jans Fangerow. Der fünfjährige, 800 Kilogramm schwere belgische Wallach Hannes ließ jede Konkurrenz hinter sich.

Die Kaltblüter haben auch in diesem Jahr die Zuschauer in ihren Bann gezogen. Man darf gespannt sein, was sich die Veranstalter für das kommende Jahr, dem Jubiläumsjahr, ausdenken werden. Denn dann finden die Titanen der Rennbahn zum zehnten Mal statt.