
- Titanic - Das totale Promi-Massaker - Rowohlt Verlag
Mit "Titanic - Das endgültige Satirebuch. Das Erstbeste aus 30 Jahren" brachte das Satireblatt "Titanic" im Jahr 2009 den ersten Sammelband heraus. "Das totale Promi-Massaker - Die endgültige People-Bibel" fasst nun noch einmal die bekanntesten, besten und lustigsten Geschichten, Comics etc. rund um Prominente zusammen.
Titanic - Das totale Promi-Massaker: Darum geht´s im Buch
"Die endgültige People-Bibel" nennt sich der neueste "Titanic"-Sammelband. Und genau darum geht es auch: Um die "famous people", die berühmten Leute, die das Leben mit den Medien so spannend machen. Skurrile Bekanntheiten finden genau so Verwendung im Buch wie Langweiler, Nervensägen und überhaupt alles, was auch nur einen gewissen Namen hat aus Film, Fernsehen und Politik. Diese werden mit verspottenden Karikaturen, fiesen Reimen, diffamierenden Berichten etc. verhöhnt, teils auf subtile Weise, teils mit dem Holzhammer, aber fast immer sehr amüsant. Wenn beispielsweise ein Bild der Verleihung der Goldenen Kamera Monica Lierhaus während ihrer Rückkehr zeigt und das Ganze als ZDF-Werbung mit dem Spruch "Auferstanden aus Gebühren" aufmacht, dann ist das hart an der Grenze, geht als dreckiger Humor mit Zaunpfahl-Wink aber allemal durch. Der "Titanic"-Sammelband zeigt Schwachstellen von Personen, Organisationen und Einrichtungen auf und beweist, wie lustig gerade das sein kann, das den TV-Zuschauer und Zeitungsleser eigentlich nervt. Und so sind sämtliche verhassten und daher so geliebten Promis im Buch auch schön geordnet in Vollpfosten, Spackos, Troglodyten, Piesepampel, Gammelfleisch, Psychopathen und Arschgranaten.
"Titanic" - Satireblatt teilt seit 1979 kräftig aus
Das Satireblatt "Titanic" wurde 1979 von Robert Gernhardt, Peter Knorr, Chlodwig Poth, Hans Traxler und F.K. Waechter gegründet. Seitdem beschäftigt es sich mit allem, was auf teils sehr derbe Weise auf´s Korn genommen werden kann. So wundert es auch nicht, dass bei so viel Wind, den das Heft seit über 30 Jahren erzeugt, auch allerhand Gegenwind bei herum kommt. Mit den Skandalen, die "Titanic" umwehen, geht das Satireblatt aber natürlich offensiv um und geht auf einige Dinge innerhalb des Buches ein. So erhält beispielsweise der von zahlreichen prominenten Personen wie Elke Heidenreich aufgestellte Vergleich zwischen "Titanic" und dem Nazi-Hetz-Blatt "Stürmer" mehrseitige Beachtung und wiegelt ihn deutlich ab.
Oliver Maria Schmitt, Hans Zippert und Mark-Stefan Tietze
Als Herausgeber des zweiten "Titanic"-Sammelbandes funigerten gleich drei Männer. Oliver Maria Schmitt ist Mitherausgeber der "Titanic" und auch in anderen Zeitungen vertreten. Bekannt ist der 1966 geborene Schmitt hauptsächlich durch seine "FAZ"-Reportage "Ich bin dann mal Erugrul", für die er 2009 den Henri-Nannen-Preis erhielt. Zu seinen eigenen Buchwerken gehören "Anarchoschnitzel schrieen sie - Ein Punkroman für die besseren Kreise" (2006) und "Der beste Roman aller Zeiten" (2009). Mark-Stefan Tietze, ebenfalls Jahrgang 1966, ist aktuell "Titanic"-Redakteur und war auch Mit-Herausgeber des ersten Sammelbandes. Tietze war zudem schon Vorsitzender von "Die Partei" in Nordrhein-Westfalen und schrieb mehrere Bücher, darunter "Vom Fachmann für Kenner. Lebenshilfe von Titanic" (2005). Hans Zippert schließlich war von 1990 bis 1995 Chefredakteur der "Titanic". Der 1957 Geborene ist Autor zahlreicher Bücher wie "Ein Bier geht um die Welt. Der illustrierte Kinderbuchklassiker" (1995), "Die 55 beliebtesten Krankheiten der Deutschen: Im Selbstversuch getestet." (2008) und "Deutschland retten. Fit für die nächste Krise" (2010). Zippert schrieb bereits für die "FAZ", den "Stern", "Cinema", "Tomorrow", das "SZ Magazin", "Geo Saison" und aktuell für die "Welt". Für diese erhielt er drei Mal den Henri-Nannen-Preis, als sein Artikel "Mich trifft der Schlag" (2011) und seine tägliche Kolumne "Zippert zappt" (1999, 2007), die er seit 1999 schreibt, ausgezeichnet wurden.
Buch-Rezension: "Titanic - Das totale Promi-Massaker: Die endgültige People-Bibel"
Ein Lachen, das von ganz unten kommt. Das ist wohl das, was "Titanic" am ehesten ausmacht. Und so zeigt auch "Das totale Promi-Massaker" auf, wie dreckig man sich über fiese Witze amüsieren kann. Mit dem notwendigen Abstand betrachtet, lässt sich über all die Verrücktheiten herrlich lachen, denn diese sind größtenteils mit viel Liebe dargestellt. Ob in anspruchsvollen Reimen, mit Karikaturen, harten Bildunterschriften oder derben Reportagen. Richtig scheckig lachen lässt sich aber nur, wenn man auch die Großzahl der vorgestellten Prominenten kennt. Gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass es auch um Kurzzeit-Promis der Achtziger und Neunziger geht, die bereits fast in Vergessenheit geraten sind. Dennoch sind genug Langzeit-Promis vertreten, um den Sammelband zu einem lustigen Nachschlagewerk zu machen. Einziger Wermutstropfen ist, dass keine Informationen über die "Titanic"-Ausgaben und vor allen Dingen die Jahre genannt werden, in denen die verschiedenen Artikel erschienen sind. Das hätte einen besseren Überblick gebracht, um deutlich zu machen, in welcher Phase sich die diversen Promis gerade befunden haben. Was am Ende bleibt, ist auf alle Fälle ein sehr lustiges Buch für alle, die sich einigermaßen mit bekannten Persönlichkeiten auskennen und einen Hang zu fiesem Humor haben.
Buchangaben
- Titel: Titanic - Das totale Promi-Massker: Die endgültige People-Bibel
- Herausgeber: Oliver Maria Schmitt, Mark-Stefan Tietze, Hans Zippert
- Verlag: Rowohlt Berlin
- Buchart / Seitenzahl: Hardcover / 352 Seiten
- Erscheinungstag: 16.09.2011
- Preis / ISBN: 25,00 € / 978-3-87134-724-5
