TOAST - Kinostart am 11. August 2011

TOAST - mfa+ FilmDistribution e.K.
TOAST - mfa+ FilmDistribution e.K.
Am Anfang stand der Toast. Nigel Slaters Kindheit hatte mit Genuss wenig zu tun. Nun ist er einer der besten Köche Englands. Eine filmische Autobiographie.

So manche Karriere entsteht schlicht aus einem frühen Mangel. Einem Mangel, den man als Kind verspürte. Man ist dick, wird verspottet und später spielt man die Hauptrollen in Blockbustern. Oder man bekommt in jungen Jahren keine Freundin. Man wird Regisseur, einer der besten sogar, und hat wie von Zauberhand die schönsten Frauen um sich herum. Wie muss es sein, wenn man in der ersten Ernährungsphase seines Lebens stark eingeschränkt wird? Man wird zwar satt, aber es gibt tagein tagaus Toast. Nichts als Toast. Toast. Toast.

Die Geschichte um "Toast"

Nigels Mutter (Victoria Hamilton) ist in der Küche eine totale Fehlbesetzung. Die Bedienung des Toasters ist ihre einzige erfolgreiche Fähigkeit. Alle Kochversuche schlagen fehl und enden mit verbrannten Konservendoseninhalten, misslungenen Kuchen und vermatschtem Gemüse. Dabei ist der junge Nigel (Freddie Highmore) durchaus an gutem Essen interessiert, besonders die Auslagen des örtlichen Tante-Emma-Ladens haben es ihm angetan. Nachts liest er heimlich Kochbücher unter der Bettdecke. Wir befinden uns in den 60er Jahren in England, da konnte man als Junge für das Lesen von Kochbüchern von seinem Vater noch hart bestraft werden... Als Nigels Mutter stirbt, steht Nigel mit seinem Vater (Ken Scott) allein da. Der Vater ist unfähig, sich um den Haushalt zu kümmern und engagiert eine Putzfrau, Mrs. Potter (Helena Bonham Carter). Diese ist eine ausgezeichnete Köchin und gewillt, die Putzfrautätigkeit gegen die Ehefrautätigkeit einzutauschen. Sie kocht Nigels Vater schlichtweg um den Finger. Nigel, inzwischen als einziger Junge im Kochkurs seiner Schule, will ihr nicht nachstehen und ebenfalls den Vater beeindrucken. Ein Kochduell entsteht um die Gunst des Vaters. Im Mittelpunkt: Mrs. Potters Zitronen-Baiser-Torte, die der eifrige Nigel jedoch zwischenzeitlich ebenso grandios hinbekommt. Die gegenseitigen Kocharien finden schließlich ein Ende, als es mit dem kulinarisch verwöhnten Vater zu Ende geht. Von nun an nimmt Nigel seinen Weg in die besten Küchen Englands.

Der Hintergrund von "Toast"

Nigel Slater ist in England ein gefeierter TV-Koch und Kochbuchautor. Er wird mit Jamie Oliver in einem Atemzug genannt. Jamie selbst hält ihn schlichtweg für ein Genie. Vorlage für den Film ist die Autobiografie von Nigel Slater. In Deutschland ist das Buch unter dem Namen „Halbe Portion. Wie ich meine Leidenschaft für das Kochen entdeckte“ zu haben.

Drehbuchautor Lee Hall, Regisseurin SJ Clarkson und Produzentin Faye Ward schufen diesen Nostalgietrip in die englische Bürgerlichkeit der 60er Jahre.

Fazit zu "Toast"

„Toast“ ist die bezaubernde und gleichzeitig bedrückende Geschichte des kleinen Nigel in der Enge Englands der 60er Jahre. Seine Kindheit ist wahrlich keine schöne. Der Mut und die Beharrlichkeit des späteren Starkochs sind dagegen beeindruckend. Er geht unbeirrt seinen Weg – so starten große Karrieren.

Der Film erinnert stark an „Die fabelhafte Welt der Amelie“ von Jean-Pierre Jeunets. Neben der märchenhaften Erzählweise drückt sich der Mief jener Zeit regelrecht von der Leinwand herab. Man leidet entsprechend mit und atmet schließlich entsprechend auf. Ein tolles Erlebnis.