Tobias Regner im Interview: Neustart für den "DSDS"-Sieger

Tobias Regner: Jetzt als Deutschrocker unterwegs - Uwe Zimmermann
Tobias Regner: Jetzt als Deutschrocker unterwegs - Uwe Zimmermann
2006 gewann er Deutschlands erfolgreichste Castingshow, ein Jahr später stand er ohne Plattenvertrag da. Jetzt kämpft sich Tobias Regner wieder nach oben.

Tobias Regner wurde 2006 als Sieger der dritten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ einem Millionenpublikum bekannt. In der Folge gelangen ihm mit der Single „I Still Burn“ und dem Album „Straight“ zwei Nummer-eins-Erfolge in den Charts. Trotzdem verlor er 2007 seinen Plattenvertrag – die Plattenfirma hielt seine Halbwertzeit als Casting-Star für abgelaufen. Für den 28-Jährigen kein Grund, aufzugeben: Mit seiner neuen Band RegneR spielt er immer wieder Live-Konzerte und brachte im Frühjahr 2010 das Album „kurz unsterblich“ heraus. Seit Juni 2010 moderiert er außerdem wöchentlich beim hessischen Radiosender Radio Bob die Hardrock-Sendung "BOBs Harte Saite". Zurück in die Zukunft also als neues Erfolgsmotto...? Suite101.de-Autor Frank-Michael Wellner fragte beim Ex-"Superstar" nach.

Als „DSDS“-Sieger bist Du von Fernsehshow zu Galaauftritt gereist, musstest Dich um nichts kümmern. Jetzt fängst Du wieder ganz unten an, tingelst mit Deiner Band von Club-Gig zu Club-Gig. Das muss Dir wie ein Rückschritt vorkommen?

Tobias Regner: Nein, es macht im Gegenteil viel Spaß. „DSDS“ war seinerzeit gut fürs Ego. Aber jetzt mache ich mein eigenes Ding. Dass ich mich dabei um alles selbst kümmern muss, betrachte ich als eine Art zweite Ausbildung. Und wenn alles funktioniert, wird man dafür durch maximale Zufriedenheit belohnt.

Du hast 2007 Deinen Plattenvertrag verloren, obwohl Dein Debütalbum eine Nummer eins war. Bist Du da nicht ein Loch gefallen?

Tobias Regner: Es hat mir eher die Augen geöffnet. Ich sollte ja zunächst weitermachen, eine Band zusammenstellen, eigene Songs schreiben. Ich habe das als Chance gesehen, dann aber den Fehler gemacht, dass ich geglaubt habe, ich könnte alles alleine schaffen. Ich war überfordert – und wollte mir nicht helfen lassen.

Jetzt stehst Du nicht nur wieder auf eigenen Füßen, Du hast auch Deinen Stil geändert, singst deutsch. Ungewöhnlich für einen Rocker, oder?

Tobias Regner: Klar, es heißt immer, Rock klingt auf Englisch besser. Und im Deutschen fehlt ja auch diese Rotzigkeit, die so gut zum Rock passt. Ich hatte am Anfang auch Schwierigkeiten beim Singen, weil ich meine Techniken nicht mehr anwenden konnte. Aber ich habe hart daran gearbeitet, deutsche Texte mit gesanglicher Coolness zu vereinen. Mein Ziel ist es, irgendwann wie Metallica auf deutsch zu klingen.

Hat Dein „DSDS“-Sieg eigentlich Deinem Rocker-Image geschadet? Der frühere „Star Search“-Sieger Martin Kesici hat mal erzählt, dass er beim Wacken-Open-air ausgebuht wurde.

Tobias Regner: Na ja, Wacken ist auch eine echt harte Nummer – da sind sogar schon angesagte Nu-Metal-Acts von der Bühne gebuht worden. Aber klar wird man als „DSDS“-Gewinner mit allem in Verbindung gebracht, was zu dieser Show gehört und mit Dieter Bohlen über einen Kamm geschoren. Deshalb finde ich meine jetzige Situation auch schwieriger als die eines Newcomers. Weil man mich immer mit dem „Superstar“-Titel verbindet

Autor Frank-Michael Wellner (42) aus München, privat

Frank-Michael Wellner - Der Journalist ist seit 20 Jahren in der Medienbranche tätig. In dieser Zeit war der gebürtige Hamburger u.a. Chefredakteur des ...

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