
- CN Tower - Sarah Essing
Toronto ist für viele Besucher Kanadas häufig nur Ausgangspunkt für eine Rundreise zu den Naturschönheiten der Provinz Ontario. Dabei hat die Stadt für jeden Geschmack etwas zu bieten und es lohnt sich, mehr als bloß zwei, drei Nächte zu bleiben.
Die Yonge Street - Orientierungspunkt und Herzschlagader
Entlang der Herzschlagader von Kanadas größter Stadt, der Yonge Street, finden Besucher alles, was den Aufenthalt zu einem unvergesslichen Ereignis werden lässt: Natur, Kultur, Unterhaltung und Einkaufsmöglichkeiten. Die Freundlichkeit der Kanadier ist dabei das Tüpfelchen auf dem i. Die Straße teilt Toronto zudem in Ost und West und erleichtert so auch Neuankömmlingen die Orientierung. Sie beginnt am Ontario See an der ersten Attraktion Torontos: der Harbourfront. Schmucke Cafés und Restaurants direkt am Wasser laden zu einer ersten Pause ein. Wenn dann auch noch das Sonnenlicht auf dem Wasser glitzert, Straßenkünstler ihre Show direkt auf den Gehwegen zeigen und ein Viermaster vor der Aussicht auf die Toronto Islands kreuzt, fällt das Aufstehen schwer. Doch man sollte es sich nicht versagen, diese Stadt weiter zu erkunden. Am besten geht das mit der U-Bahn. Fast V-förmig führt sie die Yonge Street hinunter und die University Avenue wieder hinauf bis Downsview. An der Bloor Street wird sie von einer Ost-Westlinie gekreuzt, ansonsten fahren Busse und Straßenbahnen.
Toronto Islands und The Beaches - Kleine Oasen mitten im Großstadttreiben
Im Osten der Harbour Front legen die Fähren zu den Toronto Islands ab, eine grüne Oase mit Parks und Stränden mitten im Ontario Lake. Allein der Blick auf die Skyline von Toronto ist überwältigend und lohnt die Überfahrt. Ein weiteres Kleinod findet sich im Osten der Stadt. An der Queen Street East bringt eine der Straßenbahnen den Besucher in rund 20 Minuten in den wohl schönsten Stadtteil Torontos: The Beaches. Zwischen Woodbine Avenue und Viktoria Park Avenue gibt es einen direkten Zugang zum See, einige der schönsten Villen der Stadt und eine lebendige Gemeinschaft, die einen leicht vergessen lässt, dass Toronto über 5 Millionen Einwohner hat.
Der CN-Tower - Idealer Start für eine Entdeckungstour
Beherrschender Blickfang der Skyline Torontos ist das Wahrzeichen der Stadt: der CN-Tower. Auch wenn man erst einmal schlucken muss angesichts des Eintrittspreises, sollte man an dieser Stelle ruhig in die Tasche greifen. Der 553 Meter hohe Turm ist (noch) das höchste freistehende Gebäude der Welt und allein die Fahrt mit dem Express-Fahrstuhl an der Außenseite 346 Meter steil nach oben lohnt die Investition. Dank des 360 Grad Rundumblicks erhält man eine sehr gute Übersicht über die Ausmaße Torontos. Schachbrettartig breiten sich die Straßen unter einem aus. Die Wolkenkratzer wirken wie Modellbauten moderner Architektur und markieren eindrucksvoll das Herz der Stadt. Ein viereckiges Guckloch aus Glas sorgt für den nötigen Nervenkitzel und den perfekten Urlaubsschnappschuss.
King Street - Unterhaltungsmeile mit Niveau
Weiter gen Norden führt die Yonge Street durch das Finanzviertel mit seinen polierten Banken und Versicherungsgebäuden zur King Street mitten in die Unterhaltungsszenerie. Hier konkurrieren Konzerthallen, Theater, Bars, Kneipen, Restaurants und Clubs um die Gunst der Besucher. Wer will kann hier die Sterne zählen, die Kanada nicht nur seinen Künstlern, sondern allen seinen herausragenden Töchtern und Söhnen auf dem Canadian Walk of Fame gestiftet hat.
Rund um Dundas Square - Paradies für "Shopaholics"
Von der Unterhaltung geht es weiter zur Queen Street. Hier regiert der Konsum. Rund um Dundas Square, Queen Street und Bloor Street finden sich nicht nur moderne Einkaufstempel wie das Eaton Center und Filialen sämtlicher globalisierter Unternehmen, sondern auch noch kleine, aber feine Geschäfte in Familienhand und das altehrwürdige The Bay, das in Sachen Tradition sogar Harrods in London in den Schatten stellt. Ein Stück weiter, schließt sich im Westen die Town Hall, das Rathaus Torontos, an. Umgeben von Springbrunnen und Grünflächen wird regiert und Recht gesprochen.
Chinatown und Greek Town - Gelebte Multi-Kultur
Folgt man der Dundas Street gen Westen landet man paradowxerweise in Fernost. Torontos China Town ist vielleicht nicht so berühmt wie die von San Francisco und auch nicht so groß wie die von Vancouver, doch auch hier weisen Schilder in chinesischen Schriftzeichen den Einwanderern und Besuchern den Weg. Lebensmittelläden mit für westliche Augen kurios anzuschauenden Angeboten, Garküchen und Einrichtungsgeschäfte könnten in dieser Form auch in Peking zu finden sein. Weiter im Norden an der Bloor Street hingegen, landet man mit der Ost-West-Linie der U-Bahn direkt in Griechenland. Entlang der Danforth Avenue beweisen nicht nur die Straßenschilder in griechischen Buchstaben, welche Gruppe der Einwanderer sich hier hauptsächlich niedergelassen hat. Reisebüros werben mit Plakaten von der Akropolis, die Restaurants servieren Gyros auf blau-weißen Tischdecken und in den Geschäften wird fließend zwischen Griechisch und Englisch hin und her gewechselt.
Bloor Street - Kulturelles Herzstück
Fährt man von der Station Bloor-Yonge hingegen gen Westen landet man unversehens im kulturellen Herzland der Stadt. An der Kreuzung Queens Park/Bloor Street steht das eindrucksvolle Gebäude von Kanadas renommiertestem und größtem Museum, das Royal Ontario Museum. Frisch erweitert und renoviert beherbergt es umfangreiche Sammlungen zur Naturgeschichte, Archäologie sowie Kunst- und Kulturgeschichte. Weltberühmt ist es für seine Sammlung von Kunstwerken aus der Shang-, Tang- und Ming-Dynastie, die größte außerhalb Chinas. Doch die eigentliche Attraktion des Museums ist die museumspädagogische Abteilung: die Discovery Gallerys mit ihren Forschungsstationen. Hier können Kinder lernen, wie sie ihren Namen in Keilschrift schreiben, Ritterrüstungen anprobieren oder nach Saurierknochen graben. Und in der Bio Diversity Abteilung laden ein lebendiger Bienenstock und ein Frosch-Terrarium Groß und Klein zu Entdeckungsreisen ein. Allein für diese Attraktion sollte man einen Tag einplanen.
