
- Mondfinsternis 16. Juni 2011 - Bernhard Mayr / pixelio.de
Der Winter beginnt 2011 offiziell am 22. Dezember um 6:30 Uhr mit der Wintersonnenwende im Sternbild Schütze. Danach werden die Tage allmählich wieder länger. Beim Sonnenaufgang merkt man davon noch nichts. Geht die Sonne am 1. Dezember um 7:56 Uhr auf, so erscheint sie an Sylvester erst um 8:18 Uhr am Firmament. Auch die Untergänge verlagern sich eher unmerklich um nur wenige Minuten von 16:21 Uhr am Monatsbeginn bis 16:27 Uhr am 31. Dezember. Natürlich erfolgen alle Zeitangaben – auch in der nachstehenden Monatsübersicht - in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ).
Mond und Mondfinsternis im Dezember 2011
In der Nacht vom 9. auf den 10. Dezember passiert der volle Mond die Hyaden. Dieser offene Sternenhaufen ist relativ leicht aufzuspüren. Zu der Zeit befinden sich die Hyaden nordöstlich von Aldebaran im Sternbild Stier. Am Vorabend der partiellen Mondfinsternis steht der Vollmond gegen 17 Uhr direkt über den Hyaden. Um 7 Uhr morgens kann man unseren Erdtrabanten nordwestlich von Aldebaran aufspüren, der mit dem Vollmond um die Wette zu strahlen scheint. Einige Stunden später ist es dann soweit. Die letzte in 2011 von Mitteleuropa aus sichtbare Mondfinsternis beginnt um 12:32 Uhr mit dem Eintritt des Vollmondes in den Halbschatten der Erde. Doch leider ist das Himmelsschauspiel schon fast vorbei, wenn der Mond um 17:18 Uhr aus dem Kernschatten tritt. Die Finsternis endet um 18:32 Uhr mit dem Austritt des Erdtrabanten aus dem Halbschatten. Die tatsächliche Beobachtungsdauer variiert je nach Standort. In Berlin geht der Mond bereits um 15:49 Uhr auf, in München und Stuttgart dagegen erst um 16:18 bzw. 16:25 Uhr. Die faszinierende Phase mit der rötlichen Verfinsterung des Vollmondes zwischen Beginn und Ende der Totalität (15:06 bis 15.58 Uhr) bleibt somit leider in ganz Deutschland unsichtbar.
Sollten die Wetterverhältnisse nicht mitspielen, muss man sich in Geduld üben. Erst am 25. April 2013 wird es die nächste Mondfinsternis geben, die in unseren Breiten beobachtet werden kann. Die partielle MoFi am 4. Juni 2012 über dem Pazifik lässt sich von Mitteleuropa aus nicht verfolgen, da sich der Mond dann noch unterhalb des Horizonts befindet. Von der Halbschattenfinsternis am 28. November 2012 wird in Deutschland ebenso wenig zu sehen sein. Doch auch unverfinstert sorgt unser Erdtrabant gemeinsam mit Planeten und Sternen für reizvolle Konstellationen. So lohnt der Blick zum Morgenhimmel am 20. Dezember 2011, wenn sich Mond und Saturn gegen 7 Uhr nahe Spica im Sternbild Jungfrau ein Stelldichein geben.
Planetenkonstellationen im Dezember 2011
Mitte des Monats lässt sich Merkur endlich wieder am Morgenhimmel blicken. Am 13. Dezember 2011 geht er um 6:31 Uhr auf. Unter optimalen Wetterbedingungen ist er eine halbe Stunde später als schwacher, fahlgelber Lichtpunkt wohl nur für geschulte Augen zu erkennen. Ein Fernglas sollte man auch am 22. Dezember bereit halten für die Begegnung von Merkur mit Antares, dem hellsten Stern im Skorpion. Einen ebenso reizvollen Anblick bietet der Morgenhimmel am 23. Dezember. Gegen 7 Uhr zieht die schmale Sichel des abnehmenden Mondes tief im Südosten am Merkur vorbei. Der kleine Planet lässt sich in der Woche vom 17. bis zum 25. Dezember auch ohne Hilfsmittel relativ leicht in der Morgendämmerung aufspüren. Danach aber wird die Beobachtung Merkurs zunehmend schwieriger, da seine Aufgänge in der Zeit nach Tagesanbruch später als 6:45 Uhr stattfinden. Bis zum Jahreswechsel zieht sich der Götterbote dann völlig vom Morgenhimmel zurück.
Dafür erscheint nun Saturn immer früher auf der Bildfläche. Am 1. Dezember geht der imposante „Herr der Ringe“ um 3:54 Uhr auf. Bis Ende des Monats verlagert sich sein Aufgang dann auf 2:10 Uhr. Wer das Ringsystem im Teleskop betrachtet, blickt derzeit auf dessen nördliche Seite. Mars lässt sich Ende Dezember relativ leicht am Nachthimmel aufspüren, da die Erde ihrem Nachbarplanet zum Jahreswechsel sehr nahe kommt. An Sylvester geht Mars bereits um 22:33 Uhr auf. Im Vergleich zum roten Planeten wirkt Venus den ganzen Dezember über ein wenig unscheinbar. Immerhin verspäten sich ihre Untergänge von 17:59 Uhr am Monatsanfang auf 19:17 Uhr zum Jahresende, und auch die Helligkeit nimmt allmählich zu. Immer noch sehr dominant erscheint dagegen Jupiter, auch wenn er sich langsam vom Morgenhimmel zurückzieht. Geht er am 1. Dezember erst um 4:36 Uhr unter, so verschwindet der Gasriese am 31. Dezember bereits um 2:33 Uhr vom Nachthimmel.
Sternbilder und Sternschnuppen im Dezember 2011
Wer Anfang Dezember gegen 22 Uhr zum Nordhimmel blickt, kann auf halber Strecke zwischen dem Großen Wagen und Kassiopeia den Polarstern entdecken. Die beiden Sternbilder werden auch als „Großer Bär“ und „Himmels-W“ bezeichnet. Sie sind in unseren Breiten zirkumpolar. Dieser Begriff steht in der Astronomie für jene Sterne und Sternbilder, die ganzjährig zu sehen sind, da sie sich nahe des jeweiligen Pols der Nord- oder Südhalbkugel aufhalten. Den Himmelspol für die nördliche Hemisphäre findet man in der Nähe des Polarsterns im Sternbild Kleiner Wagen (auch „Kleiner Bär“ genannt). Mitte Dezember sind am 22 Uhr alle Sternbilder des sogenannten Wintersechsecks am Ost- und Südosthimmel klar zu erkennen. Dann erscheint auch Sirius über dem südöstlichen Horizont. Diese funkelnde Objekt im Sternbild "Großer Hund" gilt als hellster Stern am Himmel.
Wer im Spätherbst auf Sternschnuppenjagd gehen möchte, sollte zwischen dem 7. Und 17. Dezember sein Glück versuchen. Dann werden die Geminiden aktiv, deren Maximum in der Nacht vom 12. auf den 13. Dezembers erwartet wird. Zwischen 21 Uhr und 6:00 Uhr soll man bei guten Wetterbedingungen bis zu 120 Meteore pro Stunde beobachten können. Möchte man sich kurz vor Weihnachten beim Anblick einer Sternschnuppe etwas wünschen, kann man dies am 22/23. Dezember tun. Die Ursiden erreichen ihr Maximum gegen Mitternacht, bleiben mit etwa zehn bis zwanzig Objekten pro Stunde jedoch recht schwach. Als noch weniger ergiebig erweist sich der Strom der Coma-Bereniciden, der von Mitte Dezember bis Mitte Januar aktiv sein wird.
- Bildnachweis: © Bernhard Mayr / pixelio.de
- Quelle: "Kosmos Himmelsjahr 2011“ von Hans-Ulrich Keller, Stuttgarter Kosmos-Verlag
