Wenn die 3.500 Kilometer lange Tour (21 Etappen) am 4. Juli in Monaco mit einem 15 Kilometer langen Einzelzeitfahren startet, gehen 20 Teams an den Start. Neben 17 ProTour-Teams erhielten die Rennställe Agritubel, Cervélo und Skil-Shimano jeweils eine Wildcard. Im Team von Cervélo fahren unter anderem auch der spanische Vorjahressieger Carlos Sastre und der norwegische Sprintspezialist Thor Hushovd. Nach der Auflösung des Teams Gerolsteiner ist mit dem Team Milram nur noch eine deutsche Mannschaft am Start, unter anderem mit den derzeit größten deutschen Talenten Gerald Ciolek und Linus Gerdemann.
21 Etappen durch fünf Länder
Die Tour-Organisatoren um Renndirektor Christian Prudhomme haben für die 96. Tour-Auflage die Streckenführung stark verändert, auch um die Attraktivität der „Tour der Leiden“ nach den Doping-Negativ-Schlagzeilen wieder zu steigern. Neben dem Auftakt in Monaco führen gleich mehrere der 21 Tour-Etappen durch Frankreichs Nachbarländer Spanien, Andorra, die Schweiz und Italien. Damit sollen vor allem noch mehr internationale Zuschauer an die Strecke gelockt werden. Monaco ist zum ersten Mal in der Geschichte Startort der Tour de France. Ein weiteres Novum ist die Bergankunft auf dem legendären Ventoux auf der vorletzten Etappe. Niemals zuvor in der Tour-Geschichte stand am Vorabend der Zielankunft in Paris ein Berg auf dem Programm. Traditionell endet die Rundfahrt am 26. Juli auf der Champs Élysees in Paris. Die Tour de France 2009 beinhaltet unter anderem drei Bergankünfte, zwei Ruhetage, ein 56 Kilometer langes Einzelzeitfahren und ein 39 Kilometer langes Mannschaftszeitfahren. Insgesamt müssen die Fahrer 20 schwere Anstiege der 2., 1. oder der „außer“ Kategorie bewältigen – erst in den Pyrenäen, später in den Alpen.
Feiert Lance Armstrong sein Comeback bei der Tour de France?
Die Favoritenrolle ist wie in den vergangenen Jahren auf viele Schultern verteilt. Neben Vorjahressieger Sastre gelten auch der Tour-Zweite von 2007 und 2008, Cadel Evans (Australien/ Silence Lotto), die beiden Luxemburger Fränk und Andy Schleck (Team Saxo Bank) sowie der russische Gewinner des Giro d’Italia 2009, Denis Menschow (Rabobank), als Sieganwärter.
Zum ersten Mal seit 2005 sind bei der bekanntesten Rad-Rundfahrt der Welt voraussichtlich wieder mehrere ehemalige Tour-Sieger am Start. Neben Vorjahressieger Sastre steht auch der Sieger von 2006, Oscar Peireiro (Spanien/Caisse d’Epargne) im Fahrerfeld. Auch Alberto Contador (Spanien/ Gewinner 2007) und der umstrittene siebenfache Gewinner Lance Armstrong feiern im kasachischen Team Astana ihr Tour-de-France-Comeback. Im Team Astana steht mit Andreas Klöden auch der aussichtsreichste deutsche Fahrer unter Vertrag. Definitiv nicht am Start sein wird Alejandro Valverde. Der spanische Kletterspezialist vom Team Caisse d’Epargne ist wegen seiner bereits bewiesenen Verstrickung in den Dopingskandal um den Dopingarzt Fuentes für Rennen in Italien gesperrt.
