
- Handelssystem - Tanja Spenst
Der klassische Parketthandel wurde mittlerweile an den internationalen Börsenplätzen abgeschafft und durch automatisierte und elektronische Handelssysteme ersetzt. Handelssysteme sind kostengünstiger und bieten auf Grund der schnelleren Berechnungsgrundlage von Kauf- und Verkaufsorder eine schnellere konkrete Preisfindung, die sich nahezu in Echtzeit ermitteln lässt. Man bezeichnet diese Handelssysteme auch als Computerbörsen. Eines der größten Systeme am Kassamarkt ist Xetra.
Online-Broker und ihre Handelssysteme
Zahlreiche Online-Broker stellen dem Privatanleger eigene Handelssysteme oder eine eigene Handelssoftware bei Eröffnung eines Brokereinzelkontos zur Verfügung. Diese sind an die Realtime-Daten der Computerbörsen gekoppelt oder spiegeln den Kursverlauf einzelner Indizes und Aktienwerte 1:1 wider. Die Handelssysteme beinhalten zudem zusätzliche Features und meist kostenlose Nachrichten-Feeds. Je nach Handelssystem kann der Privatanleger dementsprechende Trendfolgeprogramme nutzen oder ermöglichen dem Spekulanten die Programmierung eigener Softwareerweiterungen ins Handelssystem.
Vereinfachte Nutzung durch den Privatanleger
Nach Kontoeröffnung kann sich der Privatanleger das Handelssystem auf seinen Computer runterladen. Nach Eingang der Einlagesumme ist das Brokereinzelkonto zum Handel freigegeben. Der Anleger gibt seine Kauf oder Verkauforder via Mausklick ins System ein. Bedingt durch die sekundenschnelle Ausführung der Aufträge erhält der so genannte Self-Trader die Möglichkeit schneller auf positive oder negative Marktbewegungen zu reagieren. Daher kann er seinen eventuellen Verlust minimieren oder seinen eventuellen Gewinn maximieren. Der Spekulant ist nicht länger auf seine Bank und deren Hauptöffnungszeiten angewiesen. Theoretisch kann er mit einem solchen Handelssystem rund um die Uhr aktiv am Börsenhandel teilnehmen.
Die Wahl des richtigen Finanzinstruments
Die Wahl des passenden Finanzinstrumentes richtet sich nach verschiedenen Kriterien. Money- und Risk-Management, Einlagesumme und die bisherigen Erfahrungswerte im Börsenhandel spielen eine maßgebliche Rolle um das geeignete Finanzinstrument zu finden.
Die häufigsten Finanzinstrumente, welche über automatisierte Handelssysteme gehandelt werden, sind CFDs, Futures und Forex.
Der Future Handel
Ein Future stellt einen (Waren-) Terminkontrakt dar. Der Anleger spekuliert auf zukünftige Kursentwicklungen. Beispielsweise auf einem Leitindex oder einen bestimmten Warenwert, wie Frozen Orange Juice. Der Anleger hinterlegt eine Sicherheitsleistung, das Margin. Future-Kontrakte werden generell standardisiert und sind klar definiert. Der Kurs bzw. Preis ergibt sich aus der Zusammenführung von nach Angebot und Nachfrage. Bei Warentermingeschäften steht immer ein realer Warenwert als Deckung gegenüber.
Der Forex Handel
Beim Forex Handel oder auch Devisenhandel werden zwei Währungen sich gegenüber gestellt. Beispielsweise US-Dollar zum Kanadischen Dollar oder auch Euro zum US-Dollar. Der Anleger spekuliert auf die Kursbewegungen der internationalen Währungen. Dabei kann er auf einen fallenden oder steigenden Kurs eines Devisenpaars setzen. Der Devisenhandel wird zwischen den Marktteilnehmern direkt betrieben. Hierbei bedient man sich der Hilfe einer Handelssoftware. Hauptsächlich sind Banken und Kreditinstitute im Devisenhandel tätig. Ein globales Aufsichtsorgan für den Devisenhandel gibt es nicht. Der Handel wird von der jeweiligen zuständigen staatlichen Regulierungsstelle überwacht.
Der CFD Handel
Zahlreiche Anbieter haben für den Handel mit CFDs eigene Handelssoftwareprogramme entwickelt. Die angezeigten Börsen- und Aktienkurse entsprechen denen des realen Börsenhandels, sind jedoch nicht direkt mit den globalen Computerbörsen verbunden. Da der Anleger keine realen Werte kauft, unterliegt der CFD Handel anderen gesetzlichen Regelungen aus der Forex und Future Handel. Der Privatanleger handelt gegen den Emittenten selbst oder gegen einen CFD Market Maker. Zur Liquiditätssicherung sichern die meisten CFD-Broker die Gelder an den realen Aktienmärkten ab. Jeder Anleger muss ein Margin hinterlegen und es besteht eine Nachschussverpflichtung, sollte das hinterlegte Margin aufgebraucht sein. Der CFD Handel wird überwacht aber nicht reguliert.
