Traditionelle norwegische Rezepte - Fischessen auf Norwegerart

Trockenfischgestelle auf den Lofoten - Sigrid Stephenson
Trockenfischgestelle auf den Lofoten - Sigrid Stephenson
Norwegen hat viele Seen, Flüsse, Fjorde und Küsten. Fisch und Meeresfrüchte, Krabben, Fischkuchen oder Fischsuppe sind beliebt für jeden Tag.

Es gab eine Zeit, zu der Norwegen ein sehr armes Land war. Inzwischen wurden zwar neue Erdölvorkommen gefunden und der Lebensstandard der meisten Bewohner dieses schönen skandinavischen Landes scheint auch weiterhin gesichert zu sein. Die entbehrungsreichen Zeiten aber gehören zu Norwegens Geschichte und sind nicht vergessen.

Traditionelle Küche in Norwegen - einfach aber nahrhaft und lecker

Möglichst nahrhaft sein sollte das Essen zu jeder Zeit und natürlich sollte es auch gut schmecken. Heutzutage quellen die Regale in den Supermärkten über. Viele Fertigprodukte erleichtern das Kochen. Doch die traditionelle Küche hat immer noch viele Anhänger. Sie soll nicht in Vergessenheit geraten. Die meisten Norweger lieben ihre Traditionen, nicht nur am 17. Mai, dem Nationalfeiertag. Es entwickelte sich eine einfache, traditionelle Küche, die das verwendete, was da war. Angesichts vieler Flüsse und Fjorde in Norwegen verwundert es nicht, dass Fisch für die Ernährung von besonderer Bedeutung war und ist.

Beliebte Meeresfrüchte in Norwegen - Krabbenessen, Angeln und privater Fischfang

Reker, also Krabben, werden gern, so frisch wie möglich nach dem Fang, etwa zwanzig Minuten lang gekocht und dann ungepult, mit etwas Zitrone zu Tisch gebracht. Durch das gemeinsame Pulen, das einige Fingerfertigkeit erfordert, wird die Geselligkeit gefördert. Die Reker werden als Vorspeise serviert oder auch - schüsselweise - als Hauptgericht. Dazu isst man Weißbrot, Flatbröd oder grobes Brot und Mayonnaise. Lettöl, das leichte Bier mit wenig Alkohol, passt gut dazu.

Die großen Krabben werden lebend in kochendes Wasser geworfen. Wer dabei zusehen oder das selbst übernehmen möchte, braucht schon ein nicht allzu zart besaitetes Nervenkostüm. Das Angeln und Fischen ist in Norwegen ein beliebter Sport. Auch in Norwegen benötigt man eine Angelerlaubnis. Sind die gefangenen Fische zu klein, werden sie wieder ins Wasser geworfen. Es gibt Sportangler, denen es hauptsächlich um den Akt des Fangens geht; viele Norweger angeln aber, oft von der Hytta (Wochenendhütte) aus mit dem eigenen kleinen Ruderboot mit Außenbordmotor, um sich mit gesunder Nahrung zu versorgen.

Wer auch ohne selbst zu angeln in den Genuss der delikaten großen Krabben kommen will, kauft sie im Fischgeschäft. Dann wurden die Zangen bereits entfernt und im Innern der zuvor ausgenommenen Schale befindet sich das vorbereitete Krabbenfleisch - mundgerecht.

Fiskekaker - Fischkuchen, Klassiker der norwegischen Küche, selber machen

Fiskekaker, also Fischkuchen, zählen zu den Klassikern. Wer sie selbst machen will, braucht dazu

  • 800 g Fischfilet (hysefilet)
  • 1 EL Salz
  • 1 Ei
  • 2 EL Kartoffelmehl
  • 5 dl Milch (die Norweger verwenden Messbecher mit Deziliter-Einteilung)
  • weißen Pfeffer, Muskal
  • 2 EL Kartoffelmehl
  • 2 EL Soyaöl
  • etwas Essig

In einer Küchenmaschine wird der rohe Fisch zerkleinert und mit Salz vermengt. Ei, Kartoffelmehl, Milch, Pfeffer und Muskat werden hinzu gefügt und alles wird zu einem cremigen Teig verrührt. Daraus backen Sie kleine Kuchen à circa 100 g in der Pfanne in Sojaöl aus. Gebratene Zwiebeln und Kartoffeln gehören dazu. Wer die Arbeit scheut, kauft fertige Fiskekaker im Supermarkt und brät sie in der Pfanne. Natürlich schmecken sie dann "nur halb so gut".

Fischsuppe mit Krabben selber machen

In einer typisch norwegischen Fischsuppe, auch als Vorsuppe gereicht, schwimmen Stücke von Fischfilet und gepulte Krabben (je etwa 100 Gramm). Gehackte Zwiebeln werden in Butter angeschwitzt. Sie benötigen außerdem etwas Mehl zum Andicken, außerdem Sahne und Gemüse: eine Karotte, eine Stange Lauch und eine halbe Zwiebel. Die Basis einer solchen Suppe ist ein Liter "Fiskekraft", eine Kraftbrühe, die traditionell aus Fischknochen selbst gekocht wurde. Zur Not tut es auch gekörnte Gemüsebrühe als Suppengrundlage. Mit etwa siebenprozentigem Essen kann man die Suppe abschmecken.

Stockfisch von den Lofoten und norwegischer Kaviar aus der Tube

Auch Torsk (Dorsch, Klippfisch und Lachsfilet wird gern gegessen. Ein Beispiel: kaltes Lachsfilet mit "Pepperrotsaus" (Meerrettichsoße) auf Gurkensalat oder gekochter "Klippfisk" (Klippfisch) auf Möhrengemüse mit gebratem Speck ist ein altes Gericht. Der Fisch wird auf das Gemüsebett gelegt und mit gebratenen Speckwürfeln überstreut. Dazu gibt es Kartoffeln. Wer bei seiner Norwegenreise einen Abstecher auf die Lofoten macht, wird dort ganz besondere Fotomotive zu sehen bekommen: Gestelle, auf den Fisch getrocknet wird, und große Stockfische oder Trockenfische in den Fischläden - lutefisk und törrefisk.

Ebenfalls beliebt: Anders als in alten Zeiten, gibt es in Norwegen heute Kaviar aus der Tube zu kaufen. Der ist sehr beliebt und enthält Fischeier (Rogen), besteht aber längst nicht zu hundert Prozent daraus. Dennoch heißt er Kaviar.

Wenn Sie können: Kommen sie im Mai nach Norwegen. Dann schmecken die Erdbeeren besonders gut - sie bekommen ja viel mehr Sonnenstunden ab als bei uns - und am norwegischen Nationalfeiertag erleben sie, wie mitreißend es sein kann, Menschen zu sehen, die das eigene Land aus vollem Herzen lieben. Vielleicht können Sie sich mit einigen von ihnen anfreunden, was besonders leicht fällt, wenn Sie ein wenig Norwegisch gelernt haben. Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, zu einem Essen in einem der heimeligen norwegischen Häuser eingeladen zu werden.

Sigrid Ruth Stephenson, Sigrid Ruth Stephenson

Sigrid Stephenson - Als Zehnjährige begann ich, meiner kleinen Schwester aus dem Stegreif Geschichten zu erzählen. Etwas später setzte unser ...

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