Den Kölner Eishockeyclub gibt es zwar schon länger als 36 Jahre, aber erst seit 1972 trägt er den Namen "Die Haie" Bereits im zweiten Jahr starteten die Kölner mit fünf Niederlagen in Folge. Dies hatte es allerdings bisher nicht mehr gegeben – bis zur Saison 2008/09.

Die Zeit unter Cheftrainer Doug Mason

Als Cheftrainer Doug Mason zur Saison 2006/07 von den Iserlohn Roosters zu den Kölner Haien kam, war es für ihn ein großer Schritt. Er wurde der Nachfolger von Hans Zach, der das Spiel der Kölner sehr defensiv geprägt hatte. Nun sollte ein offensiv-aggressives Spiel trainiert werden. Mit einer fast rundum erneuten Mannschaft ging Doug Mason an die Arbeit. Seine Philosophie kam sowohl bei der Clubführung und den Spielern als auch bei den Fans an. Trotz stark geschwächtem Kader gelang den Kölner Haien im ersten Spiel, das ausgerechnet gegen das neue Team von Hans Zach stattfand, ein 4:2 Sieg. Im Oktober 2006 konnten die Haie mit einem 11:2 Sieg über die Füchse Duisburg den höchsten Auswärtssieg seit zehn Jahren feiern. Und im Spiel gegen den damaligen Tabellenführer ERC Ingolstadt schlugen sie die Bayern mit einem sensationellen 10:0. In den Playoffs mussten sie sich den Mannheimern im Halbfinale im vierten von sieben Spielen geschlagen geben. Zuvor unterlagen sie im Pokal-Finale den Adlern mit 5:6 nach Verlängerung.

Im zweiten Jahr kamen die Kölner Haie mit Doug Mason ins Finale um die Deutsche Meisterschaft. Es war das Ende einer sehr erfolgreichen Saison, in der sich die Kölner Haie im Viertelfinale der Playoffs, mit dem zweitlängsten Spiel der Eishockeygeschichte, gegen die Adler Mannheim durchsetzen konnten. Auch das Halbfinale gegen die Frankfurt Lions konnten die Kölner für sich entscheiden. In einem spannenden Finale unterlagen die Haie den Eisbären Berlin im letzten Spiel mit 1:2 in der Nachspielzeit.

Die Haie in der Krise

Die Saison 2008/09 sollte die dritte Saison für Doug Mason als Cheftrainer der Kölner Haie werden. Aber bereits vor Saisonbeginn gab es Misstöne. Der slowakische Stürmer Ivan Ciernik, der zuvor als Torgarant galt, verließ die Kölner Haie trotz eines gültigen Vertrags bis 2011 in Richtung Russland. Als Begründung gab er ein Zerwürfnis mit Doug Mason an. Als die Kölner Haie im August die Mannschaft präsentierten, schien die Welt dennoch in Ordnung zu sein. Aber nur wenige Tage später stand fest, dass sich Torhüter Robert Müller erneut einer Gehirnoperation (Tumor) unterziehen musste. Er war stark an der erfolgreichen Saison 2007/08 beteiligt. Frank Doyle wurde als Aushilfstorhüter verpflichtet.

Schon während der Vorbereitungsspiele zeigten sich Schwächen. Im Pokalspiel schieden sie schon in der ersten Runde aus. Die Saisoneröffnung wurde zur Wiederauflage des Finals aus der Saison 2007/08. Wieder unterlagen die Kölner Haie den Eisbären Berlin mit 1:2. Im ersten Spiel stand Stefan Horneber im Tor. Drei Tage später hütete Doyle in Düsseldorf gegen den Erzrivalen DEG das Gehäuse. Dank seiner guten Leistung verloren die Haie nur mit 0:2. Bereits zwei Tage später trafen die rheinischen Rivalen erneut aufeinander. Diesmal in Köln. Dort mussten die Haie erneut eine schmerzhafte Niederlage mit 4:7 hinnehmen. Mit dieser dritten Niederlage in Folge begann die Misere. Innerhalb von 10 Tagen absolvierten die Kölner fünf Spiele. Auch das Spiel gegen Iserlohn ging mit 4:6 verloren. Als die Haie dann auch noch gegen den Wiederaufsteiger Kassel Huskies mit 1:5 vom eigenen Eis gingen und von den Fans ausgepfiffen wurden, stellte sich der Kölner Geschäftsführer Thomas Eichin noch hinter Doug Mason. Aber das nächste Spiel musste gewonnen werden. Im Spiel gegen die Hamburg Freezers zeigten die Kölner eine bessere Leistung, dennoch ging das Spiel mit 1:2 verloren. Und im siebten Saisonspiel unterlagen die Haie bei den Sinupret Ice Tigers mit 2:5. Damit war das Schicksal von Doug Mason besiegelt. Am 22.September 2008 wurde er von seinem Amt als Cheftrainer freigestellt.

Clayton Beddoes ist der neue Cheftrainer der Kölner Haie

An Masons Seite stand schon 2005 in Iserlohn Clayton Beddoes als Co-Trainer hinter der Bande. Er kam mit Mason nach Köln. Gemeinsam wurde das Trainingsprogramm entwickelt und Beddoes war für die Motivation zuständig. Nun ist er seit dem 22. September 2008 der neue Cheftrainer der Kölner Haie.

Clayton Beddoes wurde am 10. November 1970 in Bentley, Alberta geboren. Er stand in 125 NHL-Spielen auf dem Eis und absolvierte 122 Spiele für die Deutsche Eishockeyliga. Darunter für die Berlin Capitals, Adler Mannheim und die Düsseldorfer EG. Eine Schulterverletzung ließ den gelernten Schreiner seine aktive Eishockeykarriere beenden. Nach drei Jahren als Co-Trainer ist dieser neue Posten eine große Herausforderung und Chance für Clayton Beddoes.