Eine junge Frau absolviert eine Berufsausbildung zur Verkäuferin und wird nach der Ausbildung arbeitslos. Die Agentur für Arbeit vermittelt ihr eine Trainingsmaßnahme für Verkaufsberufe, um ihr Fachwissen zu erweitern und eine neue Arbeitsstelle zu finden. Auch ein Ein-Euro-Job ist eine Möglichkeit in Arbeit zu kommen.

Arten von Trainingsmaßnahmen

Es gibt vor allem drei Arten von Trainingsmaßnahmen:

  • Maßnahmen der Eignungsfeststellung (maximal vier Wochen Dauer)
  • Maßnahmen zur Unterstützung der Selbstsuche des Arbeitslosen nach einer neuen Beschäftigung (maximal zwei Wochen Dauer)
  • Maßnahmen zur Vermittlung notwendiger Kenntnisse und Fähigkeiten, um eine Vermittlung in Arbeit zu erleichtern (maximal acht Wochen Dauer)
Eine Kombination verschiedener Maßnahmearten darf eine Gesamtdauer von zwölf Wochen nicht übersteigen. Durchgeführt werden Trainingsmaßnahmen beispielsweise von den Bildungsträgern bfz und DAA.

Die Agentur für Arbeit übernimmt bei Trainingsmaßnahmen die Lehrgangskosten, gegebenenfalls Prüfungsgebühren, notwendige Fahrt- und Unterkunftskosten, Kosten für notwendige Kinderbetreuung und Kosten für Arbeitskleidung und –ausrüstung.

Zeitlich befristete Aushilfstätigkeit

Kurzgeschichte: Patrick S., 16 Jahre, Gelegenheitsarbeiter

Kunde: Während er still meinen Wagen abledert, frage ich Patrick S., ob ihm seine Arbeit heute keinen Spaß mache. Sonst pfeift er immer.

Patrick S.: Nein. Mir stinkt’s! Ich bin nämlich arbeitslos. Ich habe keinen Beruf, weil ich keine Lehrstelle finde als Kfz-Mechatroniker. Ich bin Gelegenheitsarbeiter. Wenn ich für Leute nicht zu jung bin, dann werde

ich angestellt als Zeitungsausträger, als Blumenverkäufer auf dem Markt für eine alte Frau, als Wagenwäscher für meinen Vater, als Tapezierer für meine Oma, als Mofamechaniker für meine Schwester. Ich bin Hampelmann für alle! Als Lohn kriege ich Taschengeld von meinem Vater und Geschimpfe, dass ich „in meinem Alter keiner ordentlichen Arbeit nachgehe“.

(Quelle: Rumpeltes, C.: Arbeitslos. Betroffene erzählen. Reinbek bei Hamburg, 1982. Seite 131)

Ziel für jugendliche Arbeitslose sollte in jedem Fall eine Berufsausbildung sein. Zur Überbrückung bis zum Beginn der Ausbildung können zeitlich befristete Aushilfstätigkeiten eine Lösung sein. So kann man praktische Arbeitserfahrungen sammeln und etwas Geld verdienen.

Zeitlich befristete Aushilfstätigkeiten jeder Art (stunden-, tage-, wochen- und monatsweise) bis zu drei Monaten vermittelt die Jobvermittlung. Diese gibt es bei allen Agenturen für Arbeit und im Internet.

Arten von zeitlich befristeten Beschäftigungen

Vor allem für folgende Bereiche werden Beschäftigungen organisiert:

  • Büro, Verwaltung, Kommunikation
  • Verkauf, technischer Vertrieb
  • Gesundheitsbereich und ambulante Pflege
  • Gewerblichen Sparten.
Spezialdienste der Jobvermittlung der Agentur für Arbeit sind:

  • Jobvermittlung Studenten für sämtliche Arbeiten
  • Jobvermittlung Messe für Auf- und Abbau von Messeständen, Standhilfen, Dolmetscher, Hostessen
  • Jobvermittlung Hafen für Arbeiten im Hafen
  • Jobvermittlung Großmarkt für Transportarbeiten.
Eine weitere Möglichkeit einer zeitlich befristeten Beschäftigung ist Heimarbeit (beispielsweise zu Hause Kugelschreiber zusammenbauen oder Pakete umpacken).

Frage eine Arbeitslosen:

Gilt für ALG II-Bezieher eigentlich auch Heimarbeit als zumutbar? Zum Beispiel, wenn man an eine unsolide Firma gerät, die unregelmäßig oder gar keinen Lohn zahlt? Bei der man noch auf den Kosten sitzen bleibt, für Telefonate für die Firma, Porto, Druckerfarbe?

Berater: Grundsätzlich gilt: Auch Heimarbeit wäre zumutbar, wenn sie seriös ist und Sie persönlich den Arbeitsaufgaben gewachsen sind. Manche Firmen allerdings, die Heimarbeit vergeben, erweisen sich durch unseriöse Geschäftspraktiken als „nicht zumutbar“. Wenn sich eine Firma als unseriös herausstellt, wäre das ein Fall für die Gerichte. Dagegen gibt es leider nur insofern einen Schutz, dass man sich im Vorfeld zum Beispiel bei einer Verbraucherzentrale genau erkundigt, ob die jeweilige Firma einen guten Ruf hat oder möglicherweise schon in anderen Fällen durch betrügerische Machenschaften auffällig geworden ist. Ein nahezu untrügliches Zeichen für Unseriosität ist, wenn der Heimarbeitnehmer in Vorkasse treten soll. Dies zeigt, dass es sich um ein „unsauberes“ Heimarbeit-Angebot handelt, denn anderenfalls könnten beispielsweise entstehende Materialkosten oder Ähnliches ja vom Arbeitslohn abgezogen werden. Wenn Sie Heimarbeit aufnehmen, sollten Sie sich diesbezüglich zur Sicherheit vorab ausführlich mit Ihrem Arbeitsberater besprechen und das Heimarbeits-Angebot bei jeder Art von Zweifel besser ausschlagen.

(Quelle: Wenig-Karasch, S.: Arbeitslosigkeit – 100 wichtige Fragen und Antworten. Norderstedt, 2008. Seite 84 f.)

Geringfügige Beschäftigung

Bei einer geringfügigen Beschäftigung gelten besondere Regelungen für die Sozialversicherung (Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung). Eine geringfügige Beschäftigung liegt entweder vor, wenn das Arbeitsentgelt regelmäßig 400 € nicht überschreitet, oder wenn man beispielsweise in einem Kalenderjahr nicht mehr als 50 Tage gearbeitet hat. Der Arbeitgeber muss bei geringfügiger Beschäftigung nur pauschale Beiträge für Kranken- und Rentenversicherung an die Bundesknappschaft entrichten. Bei der Arbeitslosenversicherung besteht Versicherungsfreiheit, das heißt man hat keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Eine geringfügige Beschäftigung kann pauschal versteuert werden.