Wintersport in Polen

Günstiger Winterurlaub beim polnischen Nachbarn

Skilaufen in Polen - Public Domain
Skilaufen in Polen - Public Domain
Als Wintersportland war Polen bei uns bisher kaum bekannt, obwohl Zakopane, der bekannteste polnische Wintersportort schon 1929 die ersten FIS-Skirennen veranstaltete.

Erst seit Adam Malysz, der kleine Dachdecker, die Skispringerwelt auf den Kopf stellte und Erfolg um Erfolg feierte, nehmen breitere Kreise wahr, über was für tolle Wintersportgebiete Polen verfügt. Dabei gab es im alpinen Skisport mit Andrzej Bachleda, den Tlalka-Schwestern und dem Skisprungolympiasieger von Sapporo Wojciech Fortuna schon einige polnische Wintersportgrößen.

Die Hohe Tatra

Zakopane, das mondäne St.Moritz Polens liegt in der Hohen Tatra, einem Gebirgszug mit gut 2.500 m hoch aufragenden Bergen, rund 100 km südlich von Krakau. Neben der Gondelbahn auf den Kasprowy Wierch und der Standseilbahn zum Gulabowska gibt es im Zentrum des Skigebietes Hohe Tatra gut 50 weitere Sessel- und Schlepplifte und gepflegte Pisten, die notfalls mit Schneekanonen skitauglich gemacht werden. Auch sonst hat die Wintersporthauptstadt Polens ihrem pittoresken Ortskern allerlei zu bieten, das Après-Ski - Vergnügen kommt hier garantiert nicht zu kurz.

Das Riesengebirge

Ein weiteres Skigebiet in Polen ist vielen Deutschen noch vertraut, das schlesische Riesengebirge. Drei bekannte Wintersportorte gibt es im Riesengebirge. In Szklarska Poreba (Schreiberhau) gibt es fünf Pisten, die bei Schneemangel ebenfalls mit Kunstschnee versehen werden. Die längste Abfahrt dort mit dem drolligen Namen Lolobrygida ist 4.444 m lang, eine für polnische Verhältnisse außergewöhnliche Länge.

Das einstige Krummhübel heißt heute Karpacz und hatte schon lange vor dem Krieg einen Ruf als Wintersportort. Bis zur Scheekoppe (Sniezka), dem mit 1.603 m höchsten Berg Schlesiens ist es von Karpacz aus nicht weit, eine Skiwanderung ist überaus lohnend.

Das Langlaufzentrum Jakuszyce, ein Ortsteil von Szklarska Poreba hieß früher Jakobstal und ist ein Paradies für Skilangläufer aller Leistungsklassen mit vom polnischen Skiverband betreuten, wunderbar gepflegten Loipen. Durch das Klima bedingt gibt es in Jakuszyce den besten Schnee in Polen.

Die schlesischen Beskiden

Das dritte große polnische Skigebiet sind die schlesischen Beskiden, die ein Teil das Karpatenbogens sind und etwa 100 km südlich von Katowice liegen, dem einstigen Kattowitz in Oberschlesien.

Auch hier gibt es Berge mit über 1.000 m Höhe. Ein guter Ausgangspunkt um die Gegend zu erkunden ist die Stadt Bielsko Biala. Die bekanntesten Wintersportorte dieser Region sind Szczyrk und Wisla, die Heimatstadt von Adam Malysz, dem neuen Superstar der Skispringerszene.

Überall in den polnischen Wintersportorten, besonders aber in den Beskiden bauen Knirpse eifrig an kleinen Sprungschanzen. 'Achtung – Malysz kommt' ist der Schlachtruf, der Platz schafft für die künftige polnische Springerelite.

Polen bietet mehr als nur Skilauf: Eissegeln in Masuren

Aber Polen bietet für den Wintersportler mehr als nur den Skilauf. Eissegeln in Masuren ist der Geheimtipp, denn ein zugefrorener See taugt zu mehr als nur dem Schlittschuhlaufen, oder Eisstockschießen vor allem, wenn er so groß ist wie der Sniardwy-See (Spirdingsee) in Masuren.

Knallblauer Winterhimmel unter gleißender, tiefstehender Sonne und eine schmale Zigarrenkiste unter Segeln rast ratternd auf drei Kufen vorbei - Tempo 60 bis 70 hat der Eissegler drauf. Könner wie der polnische Weltmeister Karol Jablonski schaffen glatt das Doppelte. Als Extra gibt es die masurische Winterlandschaft dazu: Stille Weite, weiß überzuckerte tiefe Wälder und die Ruhe der im Frost erstarrten Seen.

Schon vor dem Krieg waren die Masurischen Seen eine Hochburg des Eissegelns mit großen Regatten bei Angerburg (Wegorzewo). Heute ist Mikolaiki die Hochburg der Eissegler und vor allem im Januar und Februar, wenn das Eis am dicksten ist, wird der Spirdingsee auch für immer mehr Deutsche zum Mekka des Eissegelns.

Man muss nicht einmal ein Könner sein, um diesen rasanten Sport in der einmaligen masurischen Landschaft zu betreiben, man kann es hier vor Ort in einer richtigen Eissegelschule auch lernen, die ganze nötige Ausrüstung dazu leihen und für die Unterkunft wird auch gesorgt. Nur: Besonders kälteempfindlich sollte man nicht sein, denn der Fahrtwind verdoppelt die gefühlten Minusgrade.

Brigitte Jäger-Dabek, Brigitte Jäger-Dabek

Brigitte Jaeger-Dabek - Als ich vier Jahr alt war, kam die große weite Welt zu mir nach Hause. Sie tat das in Form einer Bananenstaude, die meine Eltern von ...

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