
- Trudi Canavan: Sonea - Die Heilerin - Penhaligon
Mit „Die Gilde der Schwarzen Magier“ gelang Trudi Canavan vor rund einem Jahrzehnt der Durchbruch als Fantasy-Autorin. Auf die Fortsetzung der Geschichte mussten die Fans jedoch ein wenig warten, ehe 2010 der erste Band der Sonea-Trilogie erschien, „Sonea – Die Heilerin“ ist der zweite Band.
In „Sonea – Die Heilerin“ von Trudi Canavan steht Lorkin im Mittelpunkt
Wichtigste Figur neben der Titelheldin ist Soneas Sohn Lorkin. Er wurde von den Verräterinnen, einer Gruppe von Rebellen im Königreich Sachaka, aufgenommen, unter der Bedingung, dass er ihr Gebiet nicht ohne Erlaubnis verlässt. Die Verräterinnen (im Original heißt die Reihe „The Traitor Spy“) möchten von Lorkin in die Kunst der Heilmagie eingeweiht werden, während er sich erhofft, mehr über magische Edelsteine zu erfahren.
Während Lorkin sich im Matriarchat der Verräterinnen behaupten muss, sucht seine Mutter Sonea im heimischen Imardin noch immer nach dem freien Schwarzen Magier, der sich der Gilde entzieht. Unterstützung erhält sie vom Dieb Cery und dessen Tochter Anyi. Doch plötzlich geschieht ein Mord in den höchsten Kreisen der Stadt, begangen unter der Benutzung von schwarzer Magie. Darin verstrickt zu sein, scheint die Magier-Novizin Lilia, die wie Sonea aus einfachen Verhältnissen stammt. Doch kann Sonea ihr trauen?
All-Age-Fantasy von Trudi Canavan
Trudi Canavan (geboren 1969) schreibt All-Age-Fantasy im besten Sinne, und darin dürfte auch das Geheimnis ihres Erfolgs mitbegründet sein. Die Bücher enthalten sexuelle Anspielungen ohne pornografisch zu sein, sie enthalten Gewalt, ohne dass diese in aller Ausführlichkeit geschildert wird und die Handlung wird von Charakteren verschiedener Altersklassen getragen. Jugendliche Leser können sich mit Lorkin – der wahren Hauptfigur der Trilogie – oder mit der Novizin Lilia identifizieren, während die Sorgen einer Mutter wie Sonea eher ältere Leserinnen ansprechen dürften. Schlacht- und Kampfszenen bleiben bei Canavan Mangelware, weder interessiert sich die Autorin dafür, noch hat sie ein Händchen dafür, wie sich an den Beschreibungen des sachakanischen Krieges in „Magie“, der Vorgeschichte zur „Gilde der Schwarzen Magier“ und der Sonea-Trilogie, ablesen lässt. Canavan interessiert sich viel mehr für die inneren Konflikte ihrer Charaktere. Auch an gesellschaftlichen Fragen ist sie interessiert, etwa Klassenunterschieden und Geschlechtergegensätzen. Eine weitere Dimension bildet der Umgang mit Drogen, im Land Kyralia Feuel genannt. Mit Magie lässt die Abhängigkeit davon nicht bekämpfen, wodurch die Droge eine Gefahr für die Gilde darstellt.
Deutlich weniger Komplex ist dagegen der Plott des Fantasy-Buchs. Politisch gesehen agieren die handelnden Personen oft reichlich naiv, allen voran Sonea selbst und Dannyl, der kyralianische Botschafter in Sachaka. Auch die Wendungen in der Handlung kommen für clevere Leser meist nicht überraschend, was vor allem bei der Mordgeschichte ein wenig schade ist.
Trudi Canavan schließt Sonea-Trilogie 2012 ab
Trudi Canavan wird noch in diesem Jahr ihre Trilogie um Sonea und Lorkin abschließen. Die deutschen Leser können sich voraussichtlich im Frühjahr 2012 davon überzeugen, ob der Abschlussband gelungen ist. Doch auch wenn bereits in „Sonea – Die Hüterin“ und „Sonea – Die Heilerin“ Möglichkeiten für eine Fortsetzung eröffnet werden, will sich die australische Fantasy-Autorin zunächst einem neuen Projekt zuwenden. Wie Trudi Canavan im Interview verrät, wird es um eine ganz neue Galaxis gehen, die aus verschiedenen Welten besteht.
Trudi Canavan: Sonea – Die Heilerin. Penhaligon 2011. Gebundene Ausgabe, 576 Seiten. Euro 19,99 (Österreich 20,60).
