
- Vatikan - die Borgia im ZDF - Allie_Caulfield
Die sechsteilige TV-Serie "Borgia", erreichte mit der Erstausstrahlung des ersten Teiles am 17. Oktober 2011 über sechs Millionen Zuschauer. Damit scheint die Verfilmung um den Aufstieg der Adelsfamilie an die Spitze der Christenheit nicht nur eine der teuersten, sondern auch eine der erfolgreichsten europäischen TV-Produktionen zu werden, an der neben dem ZDF unter anderem auch der ORF und Canal+ aus Frankreich beteiligt waren.
Die Schamgrenze war in der Renaissance geringer
Mit 25 Millionen Euro Produktionskosten, 126 Mitwirkenden aus 18 Nationen und geschätzten zwölf Kilometern Stoff für die rund 340 Kostüme, ist den Machern mit "Borgia" nicht nur ein opulentes, sonder wirklich auch großes TV-Kino gelungen, das trotz oder gerade auch aufgrund der schonungslosen Bilder die Zuschauer überzeugte. Denn auch wenn der Sender nach eigenen Angaben eine im Gegensatz zur DVD-Fassung leicht entschärfte TV-Version zeigte, strotzt die Serie "Borgia" nur so vor deftigen Szenen. Für Andrea Sawatzki, die als Adriana de Mila gegen Mätresse Giulia integriert, ist dies jedoch nur folgerichtig: "In dem Fall sehe ich dafür eine gewisse Notwendigkeit", äußerte sie sich laut "Stern" gegenüber dem "Spiegel". "Die Schamgrenze war in der Renaissance geringer. Es ging einfach schneller zur Sache. Das gilt auch für die brutalen Szenen: Der Umgang war roher. Ich fände es falsch, das in ein weiches Fernsehlicht zu tauchen und mit Romantik zu übersprühen".
Aufstieg und Niedergang einer Adelsfamilie
Von Romantik kann dann auch kaum die Rede sein: Sex, Lügen und Intrigen, Macht und Gewalt bestimmen die Handlung um den Aufstieg und Niedergang der Adelsfamilie. Regisseur Oliver Hirschbiegel, der schon mit "Der Untergang " großen Erfolg hatte, inszenierte die beiden ersten Folgen: "Also die Borgias sind ja quasi Shakespeare live. Da wird gemordet und geraubt und geliebt und verraten und gehasst wie in jeder anständigen Fernsehserie. Ich versuche das mit einer authentischen Darstellung dieser Zeit zu verbinden" heißt es in einem Interview mit dem ZDF.
Mit der Authentizität ist das jedoch so eine Sache, den in der frühen Renaissance könne man oft nur raten, "was wohl vielleicht wie gewesen ist. Die Quellen sind teilweise sehr ungenau und widersprechen sich oft. Das heißt, ich habe auch viel mehr Freiheit."
"Die Borgias - Sex. Macht. Mord. Amen" auf Pro7 mit Jeremy Irons
Der zweite Teil wird am 19. Oktober 2011, weitere Teile jeweils montags, mittwochs und donnerstags um 20.15 Uhr im ZDF zu sehen sein.
Wer als Zuschauer von den Borgia nicht genug bekommen kann, sollte sich schon einmal den 9. November 2011 vormerken. Denn auch der Privatsender ProSieben hat sich der Adelsfamilie angenommen und zeigt an vier Mittwochabenden die US-Produktion "Die Borgias - Sex. Macht. Mord. Amen" mit Jeremy Irons in der Rolle des Rodrigo Borgia.
Quellen: borgia.zdf.de, stern.de, prosieben.de, "Die Gier nach Macht" von Melanie Kroiss in TVdirekt 21/2011
