
- Der Liebe verfallen, Meryl Streep, Robert deNiro - Paramount
Weihnachtsstress – 1984 in New York. Während die britische Girlgroup Bananarama eine Hymne in den internationalen Charts auf Robert De Niro tiriliert, stößt dieser aus Versehen filmisch mit Molly Gilmore (Meryl Streep) in einer Buchhandlung zusammen. Im Eifer des Gefechts vertauschen Frank (Robert De Niro) und Molly – beide verheiratet – ihre gekauften Bücher, beschenken so ihre Ehepartner mit uninteressantem Garten- bzw. Segelbuch. Wie es der Zufall des Drehbuchregisseurs Michael Cristofer („Original Sin“, „Casanova“) will, treffen sich Molly und Frank wieder. Diesmal im Zug. Dies sollte der Anfang einer hingebungsvollen Liebe sein.
Die Ehen zerbrechen an Liebe
„Hello again“! Frank will Molly so oft wie möglich sehen und lieben. Er unterlässt seinen Job als Bauingenieur, und beide spielen ihren Ehepartnern etwas vor. Franks Frau merkt allerdings, dass er beim Sex mit ihr an eine andere denkt und verlässt ihn, zieht mit ihren Kindern zurück zur Mutter. Molly verlässt nur noch selten ihr Haus; die Affäre mit Frank liegt auf Eis. Er zieht nach Houston und nimmt dort einen neuen Job an. Beide Ehen zerbrechen. Doch wie geht es nun weiter?
In „Der Liebe verfallen“ wirkt vieles konziliant improvisiert
Leicht, beschwingt – etwas melancholisch. Während die 35jährige Meryl Streep sich in den 27 Jahren zu Heute optisch kaum veränderte, ist man über das jugendliche Aussehen des 41jährigen Robert De Niros in „Der Liebe verfallen“ sehr überrascht. Vielleicht lag seine offensichtlich gute Laune im Drehjahr 1984 am Chart-Hit „Robert De Niro's Waiting“, der in England bis auf Platz # 3 der Single-Charts kletterte. In einer Szene des Romantik-Filmes „Der Liebe verfallen“ trinkt er einen Kaffee und übt Floskeln. Diese Szene sieht aus, als wäre sie mit versteckter Kamera gedreht worden, während er seinen Dialog auswendig lernt – vielleicht wurde sie das auch – denn einige Szenen wirken charakteristisch improvisiert. Frei nach dem Motto: „Kamera an – macht mal!“: „I love you, I love you“...
New York der Achtziger Jahre ist wie heutiges Kreuzberg
Besagtes optisches Improvisationsresultat macht diesen Film so gut verträglich und sehenswert! Meryl Streep spielt ihre Film-Rollen inzwischen gelassener, als sie das in „Der Liebe verfallen“ propagiert. Sie wirkt hier zutiefst auf ihre Gestik konzentriert, als kreisen ihr Gedanken einzig und allein darum, dass sie diesen anziehenden Italo-Typen auf gar keinen Fall aus den Fingern gleiten lassen darf – das Drehbuch wollte das eventuell so – irgendwann glaubt man gar, ihre verliebten Blicke in die Kamera seien echt. In „Die Brücken am Fluss“ spielte sie eine ähnliche Rolle, doch steckte sie dort noch mehr darin, spielte sicherer. Beide Hauptdarsteller sind inzwischen zweifache Oscar-Preisträger. Sehr reizend, sie zusammen im künstlerischen New York der Achtziger Jahre zu beobachten, das wie das heute Berlin-Kreuzberg wirkt. Diese S/W-Fotoautomaten, in denen man so viel Spaß haben kann, befinden sich in Berlin auch wieder in jedem angesagten Kiez.
„Der Liebe verfallen“ im deutschen TV am 15. Juni 2011 um 20:15 Uhr auf Tele 5
