
- Laconia, englisches DVD-Cover - BBC
Atlantik, Juli 1942. Hildegard Schmitt (Franka Potente, „Lola rennt“) nimmt als Hilde Smith eine neue Identität an und flüchtet mit ihrem Baby Ella auf der Laconia aus Nazi-Deutschland. Der britische Truppentransporter Laconia gehört zur bewaffneten Handelsmarine, die britische Truppen, Passagiere, Fracht und italienische Kriegsgefangene transportiert. Dass der Krieg weiter mit ihr reist, lässt sich nicht verdrängen. Gleichzeitig lässt die Besatzung des U-Boots U 156 alle Häuser, Mauern und Straßen hinter sich.
Hilde befürchtet, als deutsche Spionin enttarnt zu werden
Während Rostau (Matthias Köberlin, "Julietta") unter einem Baumwoll-Poster mit der Aufschrift „Vergiß nicht, dass du Deutscher bist“ liest, macht Hilde Smith sich andere Gedanken. Obwohl sie aus Deutschland flüchten musste, würde man auf der Laconia nichts anderes glauben, als dass sie eine deutsche Spionin sei. Feindliche Soldaten kommen in Gefangenschaft. Feindliche Spione werden erschossen.
Der Feind wird für Laconia-Schiffsbrüchige zum Lebensretter
Bittere Kämpfe spielen sich im Gefangenenlager des Schiffes ab. Hilde Smiths Freundin sagt, in schlimmen Zeiten wie diesen, ist es am besten, ein Baby zu sein: „Ella wird nur das wissen, was Sie ihr eines Tages erzählen.“ Falls sie das überhaupt überleben sollte. Es spielen sich herzzerbrechende Szenen unter harten Männern auf der Laconia ab, nach dem Motto: „Ein Kind, dass in Angst vor seinem Vater aufwächst, wird ihn für den Rest seines Lebens hassen.“ Hilde Smith kommt zur Gewissheit, dass nicht der Tod die Menschen gleich macht, sondern das Leben, denn es dauert nicht lange und der Feind U 156 nähert sich der Laconia. Die erste Unterwasserbombe trifft das 20.000-Tonnen-Schiff mit den 2700 Menschen an Bord. Es spielen sich furchtbar tragische Szenen in brennendem Meeres-Wasser ab. Nach einem bildlichen Szenario, wie aus den Filmen "Pearl Harbour" und "Titanic" bringt der Feind erst den Tod und rettet dann das Leben; die U 156 nimmt 193 Schiffsbrüchige, ungeachtet ihrer Herkunft, an Bord.
Kritik: Zu dick geschminkte Darsteller nach Schiffsbruch und zu schöne Haupt-Darsteller
"Laconia" ist von der Produktions-Machart eine gute Mischung aus „Titanic“ und „Das Boot“. Beim Gespräch über Lebensweisheiten wie „nutzlosem Mist“ ist es seltsam, wie dick abgepudert und mit Lippenstift, Kajal und Wimperntusche geschminkt die englische Lady und die vermeintlich englische Lady weiterhin etliche Tage nach Schiffsbruch aussehen, bei dem sie alles verloren hatten und von einem nur mit Männern besetztem U-Boot geborgen wurden. Gute Maske gleich schlechte Maske. Am Ende des 2-Teilers sieht man Original-Fotos vom U-Boot U-156 und den echten Schiffsleuten. Diese wurden im Film mit gut aussehenden Schauspielern besetzt, sahen aber auf dem gezeigten, echten Fotomaterial die Opfer nur gut aus und die Nazis grässlich aus. Hier hätte man sich mehr an den Originalen halten sollen, mehr Mut zur Hässlichkeit wäre mehr Glaubwürdigkeit statt Ansehlichkeit für die deutsch-englische Produktion. Ken Duken wirkt als Kapitän viel zu sanft. Franka Potente muss mehr an ihrem emotionalen Ausdruck - seien es auch nur Nuauncen - bei ihren darzustellenden dramatischen Schauspiel-Szenarien arbeiten, sonst wirkt sie in diesen naiv. Herausragendes Schauspiel sieht man in "Laconia" nicht.
"Laconia"-Zwischenfall wurde bisher weder literarisch noch filmisch erzählt
Teamworx und Talkback Thames verfilmten „Laconia“ (Englischer Titel „The sinking of the Laconia“) für die ARD und die BBC. In England wurde die deutsch-englische Produktion bereits mit großem Erfolg im Januar 2011 auf BBC2 ausgestrahlt. Der von Historikern bekannte Laconia-Zwischenfall wurde bisher weder filmisch noch literarisch erzählt und ist deshalb für geschichtsinteressiertes Massenpublikum und Drama-Queens im TV sehenswert aber nur mäßig spannend.
Der 2-Teiler „Laconia“ wird am 02. und 03. November 2011 um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt
