Seit letzter Woche läuft der dritte Teil der Twilight Saga "Eclipse" in den deutschen Kinos. Dieser ist auch die Ursache für den Stau vor den Kinokassen. Tausende junge Mädchen würden jeden Preis bezahlen um auch nur einen Blick auf ihren Schwarm Robert Pattinson zu erhaschen, denn er ist es, so bekommt man den Eindruck, um den sich diese Massenhysterie eigentlich dreht.
Story vs. Stars
Es ist wohl wahr, dass die Romanvorlage von Stephenie Meyer schon zuvor ein internationaler Kassenschlager war. Kultstatus erreichte die Saga allerdings erst durch die Verfilmung und sicherlich auch durch ihre Besetzung. Während die Darsteller im ersten Teil noch weitestgehend unbekannt waren und die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen Edward dem Vampir und Bella, dem sterblichen Mädchen von nebenan, die jungen Zuschauer in die Kinos lockte, so scheint es seit kurzem einen neuen Trend zu geben: die Stars stehlen der Story die Show.
Kommen Fans auf ihre Kosten?
Robert Pattinson, der den Vampir Edward spielt, verwandelte sich über Nacht zum Mädchenschwarm Nummer eins. Weibliche Teenager brechen in Tränen aus, wenn sie den neuen Stern am Himmel sehen und lassen sich noch nicht einmal von einem gebrochenen Bein davon abhalten die Kinosäle zu stürmen. In den USA gab es sogar ein junges Mädchen, dass Robert Pattinson fragte ob er sie nicht beißen wolle. Damit nimmt die Twilight Saga eine ganz neue Dimension an und man fragt sich ist dieser Rummel um die Story, die mit jeder Fortsetzung an Qualität verliert, überhaupt noch berechtigt?
Fragwürdige Fortsetzung
Spätestens beim dritten Teil wird das deutlich, was sich schon im zweiten, "New Moon" , angekündigt hat: es ist eine Fortsetzung um der Fortsetzung wegen. Die Story fällt sehr flach aus und es entsteht der Eindruck als würde sich alles wiederholen. Erneut wir Bella von den bösen Mächten der gegnerischen Vampire bedroht, wobei Edward und Jacob sie in gewohnter Manier mit ihrem Leben beschützen müssen. Daraus entsteht eine abstruse Dreiecksbeziehung, um doch noch ein wenig Spannung aufrecht zu erhalten. Dabei ist das Ende doch so oder so längst vorhersehbar.
Das Einzige, worüber sich auch nicht eingefleischte Fans freuen können, sind die Kampfszenen zwischen den Werwölfen und den Vampiren. Enttäuschenderweise, halten sich diese jedoch recht kurz und spartanisch, sodass man sich fragt worum es in diesem Film überhaupt noch geht.
Einzig optisch kommen die jungen weiblichen Fans auf ihre Kosten. Daher hat sich zumindest für diejenigen, denen es hauptsächlich darum geht, der Eintritt gelohnt. Allerdings ist es doch wünschenswert, dass auch die Zuschauer, die des Filmes wegen ins Kino gehen auch auf ihre Kosten kommen. Daher kann man an dieser Stelle nur hoffen, dass der vierte Teil der Saga am ersten anknüpft und auch wieder die etwas älteren Generationen begeistert.
