
- Social Media - Stefanie Vogel
Twitter, Facebook und Co. sind aus dem privaten Umfeld kaum noch wegzudenken. Doch auch für Unternehmen bieten sich hier viele Möglichkeiten, wie der Social Media Day der IHK Wiesbaden zeigte. Um dies zu verdeutlichen, bot die IHK am 16. November 2010 eine spezielle Weiterbildung für Interessierte aus allen Sparten an.
Das Interesse ist groß
Rund 80 Teilnehmer erschienen zum Social Media Day. Doch die Nachfrage war viel größer. Gordon Bonnet, Leiter Unternehmenskommunikation der IHK Wiesbaden, erklärte, dass noch 30 – 35 weitere Unternehmen hätten teilnehmen wollen, doch zugunsten einer überschaubaren Gruppe habe man die Teilnehmerzahl beschränkt.
Noch vor 15 Jahren habe man in Unternehmen darüber diskutiert, ob es überhaupt Sinn mache, eine eigene Website zu betreiben. „Heute ist es schon fast auffällig, wenn eine Firma nicht im Internet vertreten ist“, so Thomas Gronenthal, Geschäftsführer einer PR-Agentur und einer der drei Referenten des Tages. Und heute gebe es die gleiche Diskussion mit der Social Media.
Kann man sich dem Trend überhaupt entziehen?
Alle drei Referenten vertraten eindeutig die Meinung: Nein! Social Media fände schon längst statt, da jeder zu jeder Zeit etwas über eine Firma im Internet posten kann. Unternehmen, die wissen möchten, was über sie im World Wide Web geschrieben wird, sollten sich bei Google alerts anmelden. Dort erfahren sie jeden Tag aufs Neue, was über sie gepostet wird. Und spätestens dann wird klar: Nur wenn man sich aktiv am Social Media beteiligt, kann man die Einträge auch beeinflussen.
Vorteile von Social Media für Unternehmen
Früher gab es nur die sogenannte Einbahnstraßenkommunikation vom Unternehmen zum Kunden oder zur Presse. Durch das World Wide Web kann sich heute aber jeder Interessent zu jeder Zeit an einer Diskussion beteiligen. Dadurch hat ein Unternehmen die Möglichkeit, viel leichter mit Interessenten und somit der potentiellen Zielgruppe in Kontakt zu treten. Thomas Gronenthal betont, dass laut einer Studie rund 50 Prozent der Fans bei Facebook auch die Käufer des entsprechenden Produkts sind. Eine Fanseite bei Facebook erlaube der Firma somit einen direkten Kontakt zu den Kunden, was die Kundenzufriedenheit verbessern könne.
„Außerdem verbreiten sich Neuigkeiten wie ein Virus übers Internet“, so PR-Stratege Markus Walter, ein weiterer Referent des Social Media Day. Eine Werbung, die nur einmal auf Twitter veröffentlich (getwittert) wird, kann durch das Weiterleiten (retweeten) der Interessenten (follower) tausende von Menschen erreichen. Somit ist Twitter ein Marketinginstrument.
Nachteile von Social Media
Auch wenn Twitter und Co. fürs unternehmerische Marketing immer wichtiger werden, hat es auch Nachteile. Wer eine Seite bei Facebook oder Xing unterhält, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Profile 24 Stunden am Tag an sieben Tage der Woche öffentlich sind. Dies bedeutet, dass ein Fan auf Facebook auch Sonntagnacht um 3:00 Uhr etwas auf der Seite posten kann, auf dass man schnell reagieren muss. Social Media kostet also Zeit und muss daher gut geplant sein. Auch sollte jedem Unternehmen bewusst sein, dass man sich vor negativen Einträgen nicht schützen kann. Zwar kann man diese wieder löschen, aber das fällt auf, da meistens schon andere Fans diese gelesen haben. Als Unternehmen muss man also professionell mit den Einträgen umgehen und kurzfristig reagieren. Auch erwarten die Interessenten, regelmäßig Neues über das Unternehmen oder dessen Produkte zu erfahren. Solche Neuigkeiten zu formulieren und zu posten kostet also ebenso Zeit.
