
- Tux, das Linux-Maskottchen - pixelio
Das freie Betriebsystem Linux bietet eine große Auswahl an Varianten, sogenannte Distributionen. Es gibt kein „Linux“ schlechthin, so sind auch die Softwarepackete oft nur bedingt von der einen auf die andere Distribution übertragbar.
Ubuntu
Den meisten Erfolg haben momentan sicher sogenannten Debian-Derivate; das bedeutet, dass sie auf dem Softwaremanagementsystem von Debian aufbauen, einem Linuxsystem der frühen Stunde, das immer noch als Serversystem sehr erfolgreich ist. Einer der bekanntesten Debian-Abkömmlinge ist sicherlich Ubuntu. Das Ubuntu-Projekt wurde von dem südafrikanischen Milliadär Mark Shuttleworth gegründet, mit dem Ziel, ein leicht installierbares und bedienbares Linuxsystem zu erschaffen.
Die Konkurenz
Doch wie schon ein Sprichwort sagt, „die Konkurenz schläft nicht“. So gibt es auch noch andere Linuxvarianten, die versuchen dieses Prinzip in die Tat umzusetzen. In Nürnberg beheimatet ist Suse Linux, das nach der Übernahme durch Novell das Projekt „Opensuse“ gestartet hat. Ähnlich wie bei Ubuntu gibt es auch hier die Möglichkeit, entweder eine kommerzielle Variante des Systems mit Support zu erwerben oder das System umsonst aus dem Internet herunterzuladen – dann allerdings ohne Support. Der dritte große Konkurent, der ebenfalls Benutzerfreundlichkeit als Aushängeschild hat, ist sicherlich Mandriva, eine französische Variante, ehemals Mandrake. Daneben gibt es noch eine große Auswahl an weiteren Distributionen mit dem gleichen Ziel, sie alle aufzuzählen, würde hier zu weit führen. An dieser Stelle zu nennen sind sicherlich noch PCLinuxOS oder Fedora Core, eine Weiterführung des Red Hat Projektes.
Was ist empfehlenswert?
Doch welche Linuxvariante ist zu empfehlen? Wer noch überhaupt keine Ahnung von der Materie hat, dem fällt die Entscheidung sicher schwer. Da bei Linux die Installation von Hardwaretreibern oft zunächst die Lektüre von Linux-Handbüchern oder Internetforen nach sich zieht, bevor sie in die Tat umgesetzt werden kann, ist in jedem Fall eine Distribution mit einem relativ kurzem Release-Zyklus vorzuziehen. Die Treiber sind dann in der Distribution bereits vorhanden und müssen nicht mühsam nachinstalliert werden. Hier steht wohl Ubuntu unangefochten an der Spitze, jedes halbe Jahr gibt es eine Neuauflage des Systems. Die Hardware-Erkennung ist im Vergleich zu anderen Derivaten sehr gut. Lediglich bei tiefergreifenden Eingriffen ins System vermisst man hier eine koordinierte Steuerungszentrale, wie sie bespielsweise Opensuse oder Mandriva vorweisen können. So muss man bei Ubuntu, wenn man Probleme hat, häufiger als bei den letztgenannten Distributionen auf die „Konsole“ zurückgreifen, wo man auf einer Dos-ähnlichen Oberfläche arbeitet.
Der Umstieg
Denoch ist es wert, einen Versuch mit Ubuntu zu wagen. So ist die Installation von Software deutlich einfacher und schneller als bei den anderen Derivaten. Auch die Installation des Systems selbst ist auch für Anfänger nicht schwierig und in nur wenigen Schritten zu vollziehen. So ist auch die Installation parallel zu Windows durchaus möglich und inzwischen so ausgereift, dass kaum eine Gefahr für das Windowssystem besteht. Allerdings sollte auch in diesem Fall natürlich ein Backup der Daten selbstverständlich sein. Eine benutzerfreundliche Verkleinerung der Windowspartition bietet neben Ubuntu auch Opensuse an. Aber jeder Umsteiger sollte vielleicht den letzten Tipp beherzigen: bevor man sich für ein Linuxderivat entscheidet, sollte man sogenannte Live-CDs ausprobieren, wo man das System gefahrlos testen kann, ohne gleich versehendlich seine gesamten Daten zu löschen. Und vielleicht noch ein allerletzter Tipp: auch wenn man sich das System aus dem Internet heruntergeladen hat - ein Handbuch ist immer nützlich.
