Über Clusterbildung zur IKT-Metropole in Europa

Region Rhein-Main-Neckar auf dem Weg zum deutschen Silicon Valley

Karl-Heinz-Streibich - Software AG
Karl-Heinz-Streibich - Software AG
Die Region Rhein-Main-Neckar gehört mittlerweile zu den weltweit führenden IKT-Clustern wie das amerikanische Silicon Valley oder Bangalore in Indien.

Die bundesländerübergreifende Region Rhein-Main-Neckar mit dem Technologie- Zentrum in und um Darmstadt schickt sich an, als europäische Hightech-Metropole weltweit zu etablieren. Einen besonderen Stellenwert nehmen dabei die Clusterbildung und Kooperation der dort ansässigen Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT), der Institutionen aus Forschung und Wissenschaft sowie die Unterstützung durch die öffentliche Hand ein. Mit etwa 12.750 IKT-Unternehmen, 80.000 Beschäftigten, die einen Umsatz von jährlich 42 Milliarden Euro erwirtschaften, gehört der IKT-Cluster Rhein-Main-Neckar damit schon heute zu den führenden IT-Regionen wie das US-amerikanische Silicon Valley oder Bangalore (Bengaluru) in Indien.

„Über Clusterbildung einen IKT-Verbund wie im Silicon Valley schaffen“

„Wir wollten unser international aufgestelltes Unternehmen wieder besser in seiner Heimatregion verankern und damit gleichzeitig Deutschland als Technologiestandort stärken“, sagt Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender des zweitgrößten deutschen Softwarehauses – der in Darmstadt beheimateten Software AG – über seine Beweggründe, sich für den IKT-Cluster Rhein-Main-Neckar zu engagieren. Die Region sei dabei, über Netzwerk- und Clusterbildung, ähnlich wie im Sillicon Valley (USA), einen Verbund zu schaffen, damit sich auch in Deutschland eine IKT-Metropole der Zukunft bilden könne. Streibich: „Mit dem seit 2008 jährlich im Kongresszentrum Darmstadtium stattfindenden IT-Forum Darmstadt Rhein Main Neckar haben wir die geeignete Plattform dafür geschaffen.“

Hightech-Region von Frankfurt am Main über Darmstadt bis nach Heidelberg und Karlsruhe

Die südhessisch-badische Grenzregion von Frankfurt am Main über Darmstadt, Bensheim bis hin nach Heidelberg, Walldorf und Karlsruhe bildet das Herzstück der deutschen IKT-Industrie. Neben der Software AG zählen u.a. auch das deutsche Vorzeigeunternehmen und gleichzeitig der Branchenprimus SAP AG mit Firmensitz in badischen Walldorf und der US-amerikanische 'Global Player' Computer Associates dazu, der in Darmstadt seine deutsche Landesgesellschaft unterhält. IT-Serviceunternehmen und Consultingfirmen wie Accenture, CSC Deutschland Solutions oder T-Systems Enterprise Services sind ebenfalls in der Region beheimatet oder mit starken Niederlassungen vertreten. Den Großteil des IKT-Clusters Rhein-Main-Neckar aber machen die zahlreichen kleinen und mittelständischen Unternehmen, die so genannten KMUs, aus. Darüber hinaus zählt die Region 150.000 Studierende technischer Ausrichtung an 20 Universitäten und Hochschulen. Auch die staatliche Großforschungsinstitution Fraunhofer ist mit drei Instituten im Raum Darmstadt ansässig. Mit dem Frankfurter Rhein-Main-Flughafen verfügt die Region über ein internationales Luftfahrtdrehkreuz in der Mitte Europas. Im Gegensatz zu anderen weltweiten IKT-Clustern differenziert sich Rhein-Main-Neckar aber vor allem durch die Nähe zu ihren Anwendungsindustrien. Streibich: „Unsere Kunden sind in der Region vor Ort.“

Studie über Technologie-Cluster beleuchtet das Potenzial der Region Südhessen / Rhein-Main-Neckar

Nach einer aktuellen Cluster-Studie (PDF-Download) der TU-Darmstadt, die im Auftrag der Software AG durchgeführt wurde, mit dem Titel „Potenzial der Region Südhessen / Rhein Main Neckar zur Entwicklung eines Clusters der Informations- und Kommunikationstechnologie“ sind Cluster eines der wichtigsten Instrumente einer strategischen Wirtschafts- und Wachstumspolitik. Insbesondere im IKT-Bereich gelten Cluster als notwendig, um langfristig erfolgreich zu sein. Die Wissenschaftler Prof. Dr. Ralf Elbert, Dipl. Wirtschaftsingenieur Fabian Müller und Dipl. Wirtschaftsinformatiker Daniel Persch haben erstmalig weltweit führende Referenz-Cluster untersucht. Neben dem amerikanischen Silicon Valley, dem indischen Bangalore und Oulu in Finnland standen die zwei deutschen Regionen Dresden und Rhein-Main-Neckar im Fokus der langfristigen Erfolgs- und Wachstumsfaktorenanalyse. Als kritische Erfolgsfaktoren für die Entstehung von Clustern gelten demnach langfristige Unternehmensansiedlungen, der globale Erfolg von Leitunternehmen, die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte sowie eine hinreichende Dichte von technischen Hochschulen. Darüber hinaus wurden Wachstumskriterien identifiziert, die die unterschiedlichen Entwicklungen der Cluster erklären helfen. Auch konkrete Handlungsempfehlungen für die Region Rhein-Main-Neckar fehlen in der Studie nicht.

„Cluster und Allianzen bilden, um die deutsche und europäische Software-Industrie zu stärken“

Streibichs Resümee und Ausblick: „Beispiele wie Silicon Valley oder Bangalore, aber auch Rhein-Main-Neckar, zeigen, dass gerade in der IKT- und Software-Industrie international führende Unternehmen in Clustern entstehen. Der Konsolidierungsprozess im Softwaremarkt ist im vollen Gange. Cluster und Allianzen bieten einen Lösungsansatz, um die europäische Softwareindustrie zu stärken. Der Software- und IT-Cluster ist damit unverzichtbarer Teil einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik in Hessen und Deutschland.“

Harald Lutz, fotografiert von: Gudrun Vekony

Harald Lutz - Harald Lutz (Jg. 1960) arbeitet als Fachjournalist sowie in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Standort Frankfurt am ...

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