Über die Darstellung des Körpers in der Renaissance

Das Bildnis eines heroischen Kriegers - Dieter Schütz
Das Bildnis eines heroischen Kriegers - Dieter Schütz
Die Darstellung von menschlichen Akt spielte in der Renaissance eine große Rolle. Wie streben nach Heroismus und Idealisierung die Künstler beeinflussten.

Die Renaissance: Ein blühendes Zeitalter, das anfing, sich von der Kirche zu lösen und Eigenständigkeit sowie Unabhängigkeit zu erlangen. Die Künstler begannen mit der Erforschung der Tatsachen, die sie in der Natur beobachteten konnten. Und so wurde auch wieder der menschliche Akt aufgegriffen, welcher sich deutlich an der klassischen Darstellung des Menschen in der Antike orientierte.

Der Körper als Thema in der Kunst

Wie schon vor der Renaissance galt der menschliche Körper als einer der am stärksten dominierenden Themen in der bildenden Kunst. Und die großen klassischen Künstler wussten dies zu nutzen: Sie definierten die Vollkommenheit, die sie darstellen wollten, über die menschliche Gestalt. Hauptsächlich taten sie dies durch das Schaffen von Skulpturen, welche sie dank Studien an den antiken Werken und Schriften perfektionierten wollten. So wurde der Akt langsam zu einer eigenen Bildgattung. In dieser Zeit festigte sich auch der Gedanke, dass ein guter Künstler die Fähigkeit besitzen sollte, Menschen detailgetreu zu zeichnen - was sich bis in die Neuzeit hielt. Die Aktmalerei und das Studium des Körpers waren bis in das 20. Jahrhundert ein zentrales Thema an Kunstakademien.

Aber bei der Darstellung des Menschen galt es nicht nur, die Proportionen wiederzugeben: Es waren andere wichtige Komponenten, die die Staturen so einzigartig machten. So sorgte Heroismus für ein realistisches Abbild des Mannes, da es ihn übernatürlich und unbesiegbar wirken ließ. Bei den Abbildungen von Frauen waren eher andere Komponenten von Bedeutung. Vor allem in buddhistischen und hinduistischen Kulturen standen Fruchtbarkeit in Vordergrund, aber auch Schönheit und Vollkommenheit waren beliebte Themen.

Der Akt der liegenden Frau

Die liegende Frau, welche nackt dargestellt wurde und den Betrachter verlegen anlächelt, gibt ein sinnliches Bild ab. Auch sie findet sich bereits in der antiken Kunst, wurde jedoch in der Renaissance erstmals durch Giorgio da Castelfranco wieder aufgegriffen. Den dargestellten Frauen wurde zumeist die klassische Bezeichnung "Venus" appliziert, damit die Bilder Salonfähigkeit erlangten und nicht so obszön und provokant wirkten. Die klassische Venus galt als Inbegriff der perfekten Vereinigung von Liebe im geistigen und sinnlichen Verständnis und war stark als "die Überfrau" idealisiert, da sie Reinheit und Fruchtbarkeit ausstrahlte.

Idealisierung des männlichen Körpers

Auch die Darstellung des männlichen Körpers wurde in der Renaissance von einer anderen Epoche aufgegriffen: Die Abbilder orientieren sich an der Idealisierung des Mannes in der antiken griechischen Kunst. So ist es also kein Wunder, dass die Skulpturen übermenschliche Proportionen und einen scheinbar perfekten Körper aufweisen. Sie wirken opulent, kräftig und heroisch und wurden zumeist als Krieger oder Kämpfer dargestellt. Man wollte erreichen, dass sie der Auffassung des göttlichen Körpers entsprechen. Die alten Strukturen aus der Antike wurden zu diesem Zweck wieder aufgegriffen. Diese Präsentation des Mannes entwickelte sich nach und nach zu einem beständigen Prinzip der akademischen Kunst.

Quellen: "Das große Buch der Kunst", Prestel (Verlag)

Svenja Leymann, (Svenja Leymann)

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