
- Kreatives Schreiben - Pia Helfferich
Wenn man eine Webseite erstellt oder einen Blog eingerichtet hat, fällt es nicht schwer, Beiträge zu schreiben oder die Seiten zu füllen, schließlich hat man sich ein Thema ausgesucht, zu dem man etwas zu sagen hat. Richtig schwierig ist es jedoch, sich selbst den Lesern vorzustellen, doch die entsprechende Seite, nennt man sie nun „Über mich“ oder wie auch immer, ist ein wichtiger Bestandteil jedes Webauftritts, der mit über den Erfolg der Online-Bemühungen entscheidet.
Leseranalyse
Um eine effektive Kurzvorstellung zu verfassen, muss man sich zuerst fragen, wer das Zielpublikum ist. Wen möchte man mir der Webseite ansprechen? Die nächsten Fragen lauten: Welchen Eindruck möchte man erwecken? Welche Erwartungen wird diese Leserschaft wohl haben?
Um die passenden Fakten auszuwählen und den richtigen Ton zu treffen, kann man sich vorstellen, wie es wäre, wenn man einer Person der Zielgruppe begegnen würde und angenehm ins Plaudern käme. Wie würde dieses Gespräch klingen? Was würde man sich erzählen, und wie über sich selbst sprechen?
Sich von der Konkurrenz unterscheiden
Noch eine Vorüberlegung ist wichtig, bevor man sich ans Schreiben macht. Wahrscheinlich ist man nicht der einzige Mensch im weltweiten Netz, der über das Thema schreibt, das man sich ausgesucht hat. Deshalb ist es wichtig, eine Konkurrenzanalyse vorzunehmen, um herauszufinden, wie man sich von den anderen unterscheidet. Welchen Vorteil haben Sie, der Sie von der Konkurrenz abhebt? Dieser Punkt sollte in Ihrer Vorstellung auf jeden Fall deutlich werden.
Kurz und knackig
Die Vorstellung auf der Webseite oder im Blog ist kein Lebenslauf. Hier muss nicht jeder Karriereschritt verzeichnet werden, entscheidend ist die Konzentration auf das Wesentliche. Ähnlich wie bei einem Artikel, geht es auch hier darum, mit dem Einstieg das Leserinteresse zu wecken, zudem muss man damit rechnen, dass der sprunghafte Online-Leser den Text nicht komplett lesen wird, deswegen ist es sinnvoll, die Information, die Sie als wichtigste ansehen, möglichst früh mitzuteilen.
Balance zwischen sachlich und persönlich
Die „Über mich“-Seite benötigt eine gute Balance: Einerseits soll sie professionell wirken und daher sachlich sein, andererseits benötigt sie auch einen persönlichen Touch, um Leser anzusprechen und einen lebendigen Eindruck zu hinterlassen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mehr oder weniger dosiert, etwas Persönliches wiederzugeben. Eine simple Variante besteht darin, im Text ein, zwei private Details zu erwähnen, etwa dass man Drillingsvater ist oder Triatlethin. So ein kleiner Hinweis lässt hinter dem Namen einen Menschen aufscheinen, und mit Menschen gehen wir nun mal lieber um als mit reinen Worthülsen und Fakten.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, in den Text ein Zitat einzubauen, das für den Autor eine persönliche Bedeutung besitzt, sei es aus einem Gedicht, Lied Film oder von einer bekannten Person. Noch größere Nähe erzeugt man, indem man die eigene Vorstellung wie eine Geschichte erzählt, dabei wird automatisch eine vertraute Gesprächsatmosphäre vom Leser nachempfunden.
Stinkt Eigenlob?
Sich selbst ins beste Licht zu rücken, wirkt manchmal ein bisschen peinlich, doch für falsche Bescheidenheit ist die Kurzbiografie nicht gedacht. Vielmehr geht es darum, bezogen auf das Blog- oder Webseitenthema den Expertenstatus zu untermauern und alle Erfolge und Erfahrungen aufzulisten, die in dieser Hinsicht relevant sind. Wenn man dies sachlich tut und auf Fakten verweist, statt sich selbst nur plump zu lobhudeln, ist daran nichts Peinliches. Vertrauenerweckend wirkt es, wenn man Behauptungen durch einen Link belegt. Zum Tontaubenschützen des Jahrzehnts gewählt worden? Verlinken Sie diesen Hinweis etwa mit der offiziellen Verbandspressemitteilung.
Formales
Damit die aufgezählten Daten nicht veralten, formuliert man sie so, dass sie von selbst aktuell bleiben. Das heißt, man schreibt nicht „37 Jahre alt“, sondern „geboren 1974“. Für die größtmögliche Übersichtlichkeit kann man fettgedruckte Zwischenüberschriften setzen und einzelne Wörter fett oder kursiv hervorheben, solange man dies sparsam tut. Nicht vergessen sollte man den Einbau einer Kontaktmöglichkeit.
Ein professionelles Foto rundet die Kurzvorstellung ab. In regelmäßigen Abständen empfiehlt es sich zu überprüfen, ob diese biografischen Angaben noch zutreffen, ob etwas hinzugefügt werden muss oder der Fokus sich verschoben hat.
