In der Gruppe C am 18. Juni und in der Gruppe D am 19. Juni finden noch die beiden letzten Spieltage zur Ermittlung der restlichen Teilnehmer an der diesjährigen Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine statt. Durch die Abschlusstabellen der Gruppen A und B stehen bereits zwei Paarungen des Viertelfinales fest: Tschechien gegen Portugal und Griechenland gegen Deutschland.

Deutschland: Scheitern oder Weiterkommen

Der merkwürdige Wettbewerbsmodus der UEFA hätte ein Ausscheiden der deutschen Mannschaft trotz zweier Siege und einer blütenweißen Weste nach dem Zweiten Spieltag zur Folge gehabt. Bei dieser EM entschied nicht wie sonst üblich das Torverhältnis über die Platzierung bei Punktgleichheit, sondern der direkte Vergleich. Als es in der 60. Minute sowohl bei Deutschland – Dänemark als auch bei Portugal – Niederlande jeweils unentschieden 1:1 stand, war alles möglich: Je ein Tor für Dänemark und Portugal, und Deutschland wäre in der Vorrunde gescheitert. Das Tor für Portugal kam, aber Lars Bender schaffte in der 80. Minute den Siegtreffer für Deutschland und damit den Einzug in das Viertelfinale.

Deutschland legte mit 9:0 Punkten ein Vorrundenergebnis wie schon lange bei einer EM oder WM hin. Deutschland war hoch überlegen und erarbeitete sich viele hochkarätige Chancen, die aber nicht verwertet wurden. Dänemark zeigte bei seiner defensiven Einstellung mit einer Chance und einem Tor den Berufsethos eines typischen Versicherungsvertreters: Termin machen (eine Chance haben) und zum erfolgreichen Abschluss kommen.

Russland

Die russische Mannschaft war nach dem sicheren und gut herausgespielten Sieg über Tschechien schon als einer der Favoriten angesehen worden, scheiterte aber nach dem Unentschieden gegen Polen an ihren unzulänglichen Versuchen, die Betonabwehr der Griechen zu knacken. Russland erreichte 25:5 Schüsse auf das griechische Tor, erzielte 12:5 Ecken und hatte 62:38 Prozent Ballbesitz. Endstand aber 1:0 für Griechenland. Deutschland ist für das Viertelfinalspiel gegen Griechenland gewarnt.

Die Spiele im Viertelfinale ARD und ZDF berichten ausführlich und live.

21. Juni um 20.45 Uhr in Warschau Tschechien gegen Portugal

22. Juni um 20.45 Uhr in Danzig Griechenland gegen Deutschland

23. Juni um 20.45 Uhr in Donezk Erster C gegen Zweiter D

24. Juni um 20.45 Uhr in Kiew Zweiter C gegen Erster D

Kurze Einzelkritik zu den deutschen Spielern

Abwehr

Neuer hielt mit seiner Weltklasse wieder fehlerlos; machtlos beim Treffer der Dänen.Bender spielte nicht nur für einen Newcomer eine hervorragende Partie, sondern belohnte seine Leistung dazu noch mit dem Siegtor.Wieder eine souveräne Leistung von Hummels im Abwehrzentrum: Sicheres Stellungsspiel und Kopfstärke. Badstuber hatte mit Bendtner den stärksten Angreifer gegen sich und konnte sich nicht wie gewohnt bei Ecken und Freistößen im gegnerischen Strafraum zeigen. Gut im Aufbau. Gewohnt sicher auf der linken Seite spielte Lahm . Seine Formkurve zeigt nach oben.

Mittelfeld und Sturm

Viele Bälle eroberte Khedira und zeigte auch Stärken im Spiel nach vorn bei Pässen in die Spitze. Schweinsteiger findet immer mehr ins Spiel. Großer Aktionsradius. Lücken in die Spitzen muss er gegen Griechenland besser und erfolgreicher suchen als gegen Dänemark Müller zeigte seine bisher beste Leistung bei der EM. Verpasste gleich zu Beginn eine Riesenchance, bediente aber dafür zusammen mit Gomez mustergültig bei dessen Tor. Regisseur Özil gelang nicht allzu viel, aber die endscheidende Vorlage zum 2:1 durch Bender. Podolski traf in seinem 100. Länderspiel endlich wieder mal ins Tor. Der Auftritt von Gomez war schwächerer Natur. Gut aber seine Ballbehandlung bei der Vorlage per Hacke/Außenrist für Podolski zu dessen Tor.

Auswechslungen

Bei seinem 23-minütigen Einsatz hat Schürrle einen guten Eindruck hinterlassen. Er scheiterte gleich zu Beginn nach starkem Schuss am dänischen Torwart. Klose kam für Gomez in das Spiel und zeigte weite Laufwege. Der für ihn gedachte Pass glitt an ihm vorbei – Bender vollendete. Kroos ersetzte Müller. Entscheidendes kam von ihm in der kurzen verbleibenden Spielzeit nicht.

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Quellen: UEFA, DFL, DFB