Mit den jeweils ersten Spielen in jeder Gruppe sind zumindest schon einige Weichen gestellt. Auch wer schon den ersten Sieg einfahren konnte, ist noch nicht „durch“ und hat das Viertelfinale noch nicht erreicht. Vom schwierigen zweiten Spieltag kann besonders die deutsche Nationalmannschaft ein Lied singen: Bei der Europameisterschaft 2008 gab es eine Niederlage gegen Kroatien und bei der Weltmeisterschaft 2010 eine Niederlage gegen Serbien. Danach begann das große Zittern um den gefährdeten Einzug ins Viertelfinale.

Die Lage in den Vorrundengruppen nach dem ersten Spieltag

Gruppe A

Mit einem deutlichen 4:1 Sieg und spielerisch starkem Auftreten besiegte die russische Mannschaft Tschechien, während Co-Gastgeber Polen „mit seiner gefühlten Niederlage“ nicht über ein 1:1 gegen Griechenland hinauskam. Dieses 1:1 ist sogar noch als glücklich zu bezeichnen, weil Griechenland einen Elfmeter nicht verwandeln konnte. Es ist nicht nur Zweckoptimismus, wenn Polens neuer Torwartheld Tyton jetzt verkündet, dass das Unentschieden in Ordnung gehe „und wir nur das nächste Spiel gewinnen müssen". Allerdings wird auf Deutschlands Top-Schiedsricher Wolfgang Stark viel Arbeit zukommen, wenn es zum „Bruderkampf“ gegen die offensiv starken Russen geht. Russlands niederländischer Trainer Dick Advocaat wäre schon mit einem Unentschieden zufrieden.

Die beiden nächsten Begegnungen am 12. Juni lauten: 18.00 Uhr in Breslau Griechenland – Tschechien und 20.45 Uhr in Warschau Polen – Russland.

Gruppe B

Der zweite Spieltag der Vorrunde steht bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft unter keinem guten Stern. Bei den letzten 7 Turnierauftritten im zweiten Gruppenspiel gelang dem deutschen Team nur 2006 ein Sieg gegen Polen. Ansonsten gab es drei Unentschieden und drei Niederlagen. Das führte 2000 und 2004 sogar zu einem Ausscheiden Deutschlands bereits in der Vorrunde. Deshalb geht Bundestrainer Joachim Löw mit sehr großem Respekt in die anstehende Partie gegen den Erzrivalen und Nachbarn Niederlande. Zwar gelang dem deutschen Team in einem Länderspiel im November 2011 ein überzeugender und glatter 3:0 Sieg. Damals aber zeigte die deutsche Mannschaft eine bedeutend bessere Spielkultur und auch ein besseres Spielverständnis als jetzt. Die deutsche Mannschaft muss sich erheblich steigern nach dem mühevollen 1:0 Sieg gegen Portugal bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine.

Zittern aber müssen besonders die Niederländer nach ihrer überraschenden 0:1 Niederlage gegen Dänemark im Auftaktspiel der Gruppe B. Bei ihnen geht es im zweiten Spiel ausgerechnet gegen Deutschland bereits um alles. Die „Oranjes“ stehen mit dem Rücken zur Wand und müssen unbedingt punkten.

Am 13. Juni wird um 18.00 Uhr in Lemberg das Spiel Dänemark gegen Portugal angepfiffen. Beenden die Portugiesen ihren Torestau? Um 20.45 Uhr erfolgt der Anstoß bei der Begegnung Niederlande gegen Deutschland in Charkow. Wenn Bundestrainer Joachim Löw, der zehnte der deutschen Bundestrainer, nicht noch Überraschungen bereit hält, wird Deutschland wohl mit folgender Startaufstellung das Spiel beginnen: Neuer - Boateng, Hummels, Badstuber, Lahm - Schweinsteiger, Khedira - Müller, Özil, Podolski - Gomez.

Gruppe C

Etwas überraschend erreichten die hoch gehandelten Spanier nur ein 1:1 Unentschieden in ihrem Auftaktspiel gegen Italien. Dafür erhielt Spaniens Trainer Vicente del Bosque Spott und Kritik, weil er ohne einen „gelernten“ Torjäger antreten ließ. Anders hingegen wurde von Italiens Presse die Tatsache gelobt, dass Nationaltrainer Cesare Prandelli erfolgreich mit einer Dreier-Abwehrkette spielen ließ. Im anderen Auftaktspiel der Gruppe C besiegte Kroatien, auch in dieser Höhe verdient, Irland mit 3:1.

Die nächsten Spiele werden am 14. Juni um 18.00 Uhr in Posen zwischen Italien und Kroatien und um 20.45 Uhr in Danzig zwischen Spanien und Irland angepfiffen.

Gruppe D

Auch in dieser Gruppe spielten die beiden vermeintlichen Favoriten Frankreich und England nur 1:1 unentschieden. Beiden Mannschaften fehlten die wesentlichen Züge des modernen, schnellen Fußballspiels und die Eingebung zum überraschenden, öffnenden Pass. Wesentlich interessanter war die zweite Begegnung der Gruppe D zwischen Co-Gastgeber Ukraine und Schweden. Die Ukraine setzte sich mit 2:1 durch und zählt mir ihrem Sieg nicht mehr zu den Außenseitern, sondern zu den Mitfavoriten. Die nächsten Spiele sind von einiger Brisanz geprägt.

Es spielen am 15. Juni um 18.00 Uhr in Donezk die Ukraine – Frankreich und um 20.45 Uhr in Kiew Schweden – England.

Alle Spiele werden von ARD und ZDF live übertragen.

Lesen Sie auch die Einzelkritik zu den deutschen Spielern der Begegnung Deutschland-Portugal.

Quellen: UEFA, DFL, DFB