Umweltprobleme in indischen Städten

Bombay - Verkehr - Dieter Schütz / pixelio.de
Bombay - Verkehr - Dieter Schütz / pixelio.de
In Indien bewirken Landflucht und andere Faktoren zunehmende Umweltprobleme in den Metropolen des Landes

Indien ist das zweitbevölkerungsstärkste Land der Welt. Es füllt einen ganzen Subkontinent aus. Viele Menschen beschreiben Indien als sehr faszinierend und interessant. Aber, und das gilt in besonderem Maße für die Metropolen, es wird oft als nicht wirklich schön bezeichnet.

Die größten Städte Indiens sind Mumbai (Bombay), Neu-Delhi, Kolkata (Kalkutta), Chennai (Madras) und Bengaluru (Bangalore). Und sie alle wachsen stetig. Naturkatastrophen, Hungersnöte, Arbeitslosigkeit und andere Motive führen dazu, dass viele Landbewohner versuchen, in Städten ihr Auskommen zu finden. Oft jedoch handelt es sich hierbei um eine Sackgasse. Dies allerdings gilt nicht nur für Indien, sondern betrifft weite Teile der Entwicklungs-und Schwellenländer der Erde. In weiten Teilen Lateinamerikas gibt es beispielsweise ähnliche Probleme. Die Menschen siedeln sich in den Großräumen der jeweiligen Metropolen an, in der Hoffnung, Arbeit zu finden. Meist jedoch verhält es sich in den Vororten wie in einem Strudel, aus dem es kein Entkommen gibt. Kriminalität, Armut und Hoffnungslosigkeit kennzeichnen solche Bezirke oft zum größten Teil.

Zurück zu Indien. Stellvertretend für die indischen Großstädte soll hier Mumbai (Bombay) betrachtet werden. Die Haupt-Umweltprobleme sind schwer einzugrenzen. Vor allem aber, sind sie im Bereich Müllentsorgung und Luftverschmutzung zu suchen. Vor Augen führen muss man sich, dass über die Hälfte aller Einwohner Mumbais in Slums wohnen, wo weder Wasseranschlüsse noch Kanalisation vorhanden sind. Von Müllentsorgung ganz zu schweigen. Dazu legt sich ein Dunstschleier über die Stadt, der das Aufhören mit dem Rauchen, bezüglich der Gesundheitsbelastung, in dieser Stadt wohl überflüssig macht.

Die Auswirkungen sind für die Bevölkerung Mumbais verheerend und sehr unmittelbar zu spüren. Während Umweltsünden der Industrienationen eher globale Probleme hervorrufen, die sie nicht einmal selbst betreffen müssen, sind die Einwohner Mumbais ihre eigenen Opfer. Das Problem von Müllentsorgung und fehlender Abwassertechnik führt zu regelmäßigen Ausbrüchen von teilweise schweren Infektionskrankheiten. Verschlimmert wird die Situation oft durch den Monsun, der durch Überflutungen zu einer Vermischung von Trink-und Abwasser führen kann, was die Zahl der Neuerkrankungen nicht gerade vermindert. Die Luftverschmutzung, bedingt durch Kraftwerke, Verkehr und Haushalte hat einen erheblichen Anstieg der Feinstaubkonzentration in der Luft zur Folge. Dies wiederum begünstigt Atemwegs-und Hauterkrankungen.

Was kann man perspektivisch tun, um eine Entlastung zu erreichen? Eine, und wahrscheinlich die wichtigste, Aufgabe ist, die Zuwanderung in die Städte zu minimieren. Es müssten Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen geschaffen werden. Die Menschen auf dem Land müssten eine Perspektive für ihr Leben haben. Weiterhin müsste die Modernisierung der Städte vorangetrieben werden. Wasseraufbereitung und Müllentsorgung wären dabei nur zwei Themen. Auch die Fabriken sollten neueren Standards angepasst werden. Hinzu käme eine Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs. Dies sind nur ein paar Beispiele, wo man eingreifen könnte. Aber alle diese Gedanken sind sicher den Verantwortlichen nicht neu. Es fehlt, wie so oft, eben vor allem an den finanziellen Mitteln. Und hier stellt sich die Frage, welche Verantwortung die erste Welt vielleicht noch übernehmen sollte.

Jan Kliemann, Jan Kliemann

Jan Kliemann - Jan Kliemann wurde 1981 in Hoyerswerda (Sachsen) geboren und ist in Dresden großgeworden. Nach dem Abitur absolvierte er seinen ...

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