Umweltverschmutzung durch Fleischkonsum

Wie die vegetarische Ernährung die Umwelt schützt

Hey, bist du auch Vegetarier? - Marijn van Braak auf stock.xchng
Hey, bist du auch Vegetarier? - Marijn van Braak auf stock.xchng
Die fleischlose Ernährung schützt die Natur, indem sie direkte Umweltverschmutzung vermeidet und den Ressourcenverbrauch minimiert.

Man kann vielerlei tun, um die Umwelt zu schützen: Recycling, Energie sparen und weniger Auto fahren zum Beispiel. Die effektivste und dabei billigste und einfachste Art, die Umwelt zu schützen, findet aber nur selten Erwähnung: die vegetarische Ernährung.

Vegetarismus ist Umweltschutz

Kein Fleisch zu essen wirkt sich gleich doppelt positive auf die Umwelt aus. Zum einen wird dadurch ein Großteil der direkten Umweltverschmutzung vermieden, die bei der Aufzucht, Fütterung und Verarbeitung von Schlachttieren entsteht. Darunter zählen unter anderem die Wasserbelastung durch Tierfäkalien und der Einsatz von Energie, Antibiotika, Pestiziden, Herbiziden und Düngern.

Zum anderen hat die vegetarische Ernährungsweise einen deutlich geringeren Verschleiß an natürlichen Ressourcen wie Wasser, Energie und Luft. Dieser Artikel befasst sich mit der Schonung knapper natürlicher Ressourcen durch die fleischlose Ernährung.

Gülle im Grundwasser

Die Ausscheidungen der Milliarden weltweit gehaltener Schlachttiere wie Schweine, Kühe und Geflügel verunreinigen das Grundwasser - zum Beispiel in Form von Gülle, welche zur Düngung auf den Feldern ausgebracht wird.

Die Fleischproduktion belastet die Meere

Durch Tierfäkalien und Dünger für den Anbau von Tierfutter gerät eine Unmenge an Stickstoff in die Meere und Gewässer. Dies führt oft zu einer explosionsartigen Vermehrung von Meeresalgen, zum Schaden anderer Meerespflanzen und der maritimen Ökosysteme. In Extremfällen kommt es zu so genannten „toten Zonen“, in denen alle Meerespflanzen und Tiere aussterben

Massentierhaltung und Luftverschmutzung

Die industrielle Massentierhaltung belastet auch die Luft. Tierfäkalien und Futtermittel produzieren große Mengen von Staub, der wiederum Bakterien, Schimmel und Pilze enthält. Einem Report der amerikanischen Verbraucherschutzorganisation „Consumers Union“ namens „Animal Factories: Pollution and Health Threats to Rural Texas“ vom Mai 2000 zufolge, geben Nutztiere über ihre Ausscheidungen toxische Gase wie Schwefelwasserstoff und Ammoniak an die Luft ab.

Viehhaltung und Klimaerwärmung

Die Fleisch-, Eier- und Milch-Produktion gehört zu den weltweit größten Verursachern von Kohlendioxid-Ausstoß (CO2). Bei den Stickoxiden und Methan – ebenfalls klimaschädigende, aber oft vernachlässigte Gase, ist sie sogar Hauptverursacher. Dem UN-Bericht "Livestock's Long Shadow: Environmental Issues and Options" (zu Deutsch: "Der lange Schatten der Nutztierhaltung – Umweltprobleme und Möglichkeiten") aus dem Jahr 2006 zufolge, gehen etwa 18 Prozent der weltweiten Treibhausgase auf das Konto der Massentierhaltung – diese übertrifft damit sogar den gesamten Transportsektor. Die gesamten Emissionen aller Autos, LKWs, Flugzeuge, Züge, Schiffe und anderer Transportmittel betragen im Vergleich nur 13 Prozent an den Gesamtemissionen – Fleisch zu essen ist somit klimaschädlicher als Autofahren!

Vegetarisch oder Vegan?

Die ökologischen Vorzüge der vegetarischen Ernährung („kein Fleisch, Fisch oder Eier“) mögen bereits enorm sein – die der veganen Ernährung („auch keine Milchprodukte“) sind noch größer. Zum einen hat die Milchindustrie Anteil an den Umweltschäden durch Massentierhaltung. Zum anderen sorgen Tiererzeugnisse wie Milch-, Woll- und Lederprodukte auch dafür, dass die Fleischindustrie noch profitabler und Fleisch noch billiger wird. Allerdings ist bei der veganen Ernährung eine größere Sorgfalt nötig, um alle lebenswichtigen Nährstoffe zu erhalten. In jedem Fall zählen sowohl die vegane als auch vegetarische Ernährung zu den besten und effektivsten Dingen, die man für die Umwelt tun kann.

Fleischkonsum in Deutschland steigt

Trotz zahlreicher problematischer Aspekte der Fleischproduktion und der vielen Vorteile der vegetarischen Ernährung ist der weltweite Fleischkonsum steigend. Dazu tragen auch die Deutschen bei: Gemäß einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts erreichte die deutsche Fleischproduktion im Jahr 2008 einen neuen Höchststand. Rund 60 Millionen Großtiere und mehrere Hundert Millionen Geflügel wurden demnach im Jahr 2008 in Deutschland geschlachtet.

Mehr zum Thema:

Um mehr darüber zu erfahren, wie die vegetarische/vegane Lebensweise die natürlichen Ressourcen der Erde schützt, können Sie einen weiteren Artikel zum Thema Umweltschutz durch vegetarische Ernährung lesen. Auf der Website der Tierschutzorganisation PETA gibt es noch mehr Infos zum Thema Fleisch und Umwelt und auch der UN-Bericht"Livestock's Long Shadow: Environmental Issues and Options, Livestock, Environment and Development" kann nachgelesen werden.

Weitere Quellen:

Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts vom 12.02.2009 über Fleischerzeugung im Jahr 2008.

Martin Bohn, Martin Bohn

Martin Bohn - Als ausgebildeter Yogalehrer schreibe ich nebenher Artikel für verschiedene Yogazeitschriften in Deutsch und Englisch. Hauptberuflich ...

rss