Der Film "Underworld" entstand im Jahr 2003, vor dem weltweiten "Vampir-Boom", den die "Twilight-Saga" auslöste. Warum er trotzdem, oder gerade deshalb etwas Besonderes ist.
Willkommen in der Unterwelt
"Underworld" – der Name an sich klingt vielleicht etwas eigenwillig und manch einer würde etwas anderes als einen Vampir-Film damit in Verbindung bringen. Doch es geht nicht um irgendwelche Mutanten oder Zombies, sondern um einen Krieg zwischen Vampiren und Werwölfen, auch so genannten Lycanern.
Regisseur Len Wiseman, dessen Spielfilmdebüt "Underworld" war, hat dies alles zusammen in einen durchgestylten und überaus actiongeladenen Film verpackt – mit Erfolg. Nicht umsonst gab es bis jetzt zwei Fortsetzungen von "Underworld", wobei der eine ein Prequel ist und somit die Vorgeschichte erzählt. Ein vierter Teil von "Underworld" ist auch schon in Planung.
Auch privat hat "Underworld" dem Regisseur Glück gebracht, denn seit dem Film sind Len Wiseman und Kate Beckinsale, die Hauptdarstellerin, zusammen.
"Underworld": Düstere Optik und Lack und Leder
Der gesamte Film "Underworld" spielt in der Nacht, da Vampire ja (meistens) nicht ins Sonnenlicht gehen können. Des Weiteren regnet es auch noch so gut wie die immer. Die ganze Optik von "Underworld" kann man als ein in Gothic-Chic getauchtes Ambiente voller Kreaturen der Nacht bezeichnen. Die Hauptdarstellerin namens Selene, dargestellt von Kate Beckinsale, trägt fast nur Leder- und Lackklamotten, und auch die übrigen Vampirkrieger, sogenannte Todeshändler, tragen ebenfalls viel Lack und Leder. Das alles natürlich vorwiegend in Schwarz. Die Vampire, teilweise sehr aristokratisch, bis auf ihre Kriegerkaste, und die Lycaner, eher rohe Bestien, manche von ihnen wahre Muskelberge, bekämpfen sich schon seit sehr langer Zeit. So lang, dass manche vergessen haben, wer den Krieg zwischen den Völkern überhaupt begonnen hat.
Handlung von "Underworld"
Soviel zur Rahmenhandlung und der Hintergrundgeschichte des Films. Die Kerngeschichte dreht sich um Michael Corvin, den die Lycaner unbedingt haben wollen. Jedoch nicht etwa zum Anknabbern oder gar zum Verspeisen, sondern um eine Mischung aus beiden Spezies zu erzielen, die dann schneller und stärker als beide einzelnen Arten wäre.
Die Todeshändlerin Selene, die diesem ganzen Komplott im Laufe des Films auf die Spur kommt, will dem Sterblichen Michael helfen und gerät daraufhin zwischen die Fronten. Ihre ganze Weltanschauung gerät ins Wanken und bricht schließlich zusammen. Sie erfährt nämlich, relativ am Ende des Films, die schonungslose Wahrheit über den Krieg, seine Auslöser und die daraus resultierenden Folgen. Es sind nämlich auch einige Vampire in die ganze Sache verstrickt und die Lycaner sind ebenfalls nicht so böse wie sie scheinen.
Beziehungsgeflecht in "Underworld" erinnert entfernt an "Romeo und Julia"
Selene merkt allerdings zu spät, dass Michael schon gebissen wurde und somit langsam zu einem Lycaner wird. Trotzdem verlieben sich die beiden ineinander und die ganze Situation lässt einen entfernt an die Problematik von Shakespeares "Romeo und Julia" denken. Auf der einen Seite stehen die Vampire auf der anderen die Lycaner, zwei verfeindete Völker, die sich einander im Krieg gegenüber stehen. Die zwei Liebenden sind mittendrin und aus dem Grund kann man sehr wohl von einer, zugegebenermaßen, stark abgewandelten Form des Shakespeareschen Themas sprechen.
