„Es ist so gut wie beschossen, dass La Gomera zwischen 9. Und 13. Juli beim Rat des Weltnetzes der Biosphärenreservate in das Netz aufgenommen wird”, so Cloüsner-Godott. Für La Gomera ist diese Aussicht eine gute Nachricht und laut Inselpräsident Casimiro Curbelo besteht schon jetzt Grund zu feiern.

„Wir haben uns die Aufnahme unserer Insel in das Weltnetz der Biosphärenreservate gewünscht und La Gomera hat es verdient in das Netz aufgenommen zu werden.“ „Wir haben hart dafür gearbeitet um so weit zu kommen und jetzt stehen wir kurz davor, von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt zu werden“, freut sich auch die Inselrätin für territoriale Entwicklung, Ventura del Carmen Rodríguez.

Das Weltnetz der Biosphärenreservate besteht zur Zeit aus 580 Biosphärenreservaten in 114 Ländern und stellt ein Instrument zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und nachhaltigen Nutzung seiner Bestandteile dar. Das Weltnetz der Biosphärenreservate leistet einen wichtigen Beitrag zu den Zielen des Übereinkommens über Biologische Vielfalt und anderer einschlägiger Übereinkünfte und Instrumente. Durch die Erklärung einer Region zum Biosphärenreservat soll eine nachhaltige Entwicklung auf regionaler Ebene gesichert werden.

Zum einen dient ein Biosphärenreservat dem Umweltschutz – die Erhaltung von Landschaften, Ökosystemen, Arten und genetischer Vielfalt soll gewährleistet werden. Ein weiteres Ziel jeden Biosphärenreservats der UNESCO ist die Förderung einer wirtschaftlichen und menschlichen Entwicklung, die soziokulturell und ökologisch nachhaltig ist. Und schließlich bringt das Biosphärenreservat der Reion logistische Unterstützung bei der Förderung von Demonstrationsprojekten, bei Umweltbildung und -ausbildung sowie bei Forschung und Umweltbeobachtung im Rahmen lokaler, regionaler, nationaler und weltweiter Themen des Schutzes und der nachhaltigen Entwicklung.

Damit ein Gebiet zum Biosphärenreservat erklärt wird, muss eine Reihe strenger Kriterien erfüllt sein:

  1. Das Gebiet soll sich aus einer Reihe verschiedener ökologischer Systeme zusammensetzen, die für bedeutende biogeographische Systeme repräsentativ sind, einschließlich abgestufter Formen des Eingriffs durch den Menschen;
  2. das Gebiet soll für die Erhaltung der biologischen Vielfalt von Bedeutung sein;
  3. das Gebiet soll die Möglichkeit bieten, Ansätze zur nachhaltigen Entwicklung auf regionaler Ebene zu erforschen und zu demonstrieren;
  4. das Gebiet soll über eine ausreichende Größe verfügen, um die aufgeführten Funktionen der Biosphärenreservate erfüllen zu können;
  5. das Gebiet soll diese Funktionen durch eine entsprechende Einteilung in die folgenden Zonen erfüllen:
    1. eine gesetzlich definierte Kernzone oder Gebiete, die langfristigem Schutz gewidmet sind, und die mit den Schutz- zielen des Biosphärenreservates übereinstimmen sowie eine ausreichende Größe zur Erfüllung dieser Ziele aufweisen;
    2. eine Pufferzone oder eindeutig festgelegte Zonen, die die Kernzone/n umschließen oder an sie angrenzen, in denen nur Aktivitäten stattfinden, die mit den Schutzzielen vereinbar sind;
    3. eine äußere Übergangszone, in der Vorgehensweisen zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Ressourcen gefördert und entwickelt werden.
  6. Für eine angemessene Beteiligung und Mitarbeit u. a. von Behörden, örtlichen Gemeinschaften und privaten Interessen bei der Bestimmung und Ausübung der Funktionen eines Biosphärenreservates sollen organisatorische Vorkehrungen getroffen werden.
  7. Zusätzlich sollen Vorkehrungen getroffen werden für Mechanismen zur Lenkung der menschlichen Nutzung und Aktivitäten in der oder den Pufferzonen; für Strategien oder Pläne zur Bewirtschaftung des Gebietes als Biosphärenreservat; für die Bestimmung einer Behörde oder eines Mechanismus zur Umsetzung dieser Strategien bzw. Pläne; für Programme zur Forschung, Umweltbeobachtung, Bildung und Ausbildung.
Biosphärenreservate werden nach erfolgreicher Antragsstellung und Erfüllung aller Kriterien vom Internationalen Koordinationsrat (ICC) des MAB-Programms als Mitglieder des Netzes anerkannt. Der Generaldirektor der UNESCO benachrichtigt den betreffenden Staat schließlich über die Entscheidung des ICC. Ist ein Gebiet zum Biosphärenreservat erklärt worden, so wird sein Zustand alle zehn Jahre auf der Grundlage bestimmter Kriterien und basierend auf einem Bericht der für das jeweilige Biosphärenreservat zuständigen Einrichtung überprüft.