Ein Forum für Begegnung, Kommunikation und Information ist der UNESCO Welterbetag, der im Jahr 2010 zum sechsten Mal am Sonntag, den 6. Juni gefeiert wird. Die deutschen UNESCO Welterbestätten stellen rund um den Welterbetag ihre Aktivitäten und Ziele den deutschen Bürgern vor. Das Welterbe soll für alle erlebbar sein.
Gastgeber Zeche Zollverein in Essen
Der Industriekomplex Zeche Zollverein in Essen, der Kulturhauptstadt RUHR 2010, ist heuer Gastgeber des UNESCO Welterbetages. Er wurde bereits 2001 zum UNESCO Welterbe erklärt. Das Welterbekomitee beschreibt die Zeche Zollverein als „ein repräsentatives Beispiel für die Entwicklung der Schwerindustrie in Europa“. Die Zeche Zollverein in Essen war bis zur Stilllegung 1986 die größte und modernste Steinkohleförderanlage der Welt.
Die deutschen UNESCO Welterbestätten laden bundesweit zu Veranstaltungen wie Aktionen und Sonderführungen ein. Im Folgenden ein Überblick über Veranstaltungen in Bayern.
Residenz Würzburg und Hofgarten
Seit 1981 gehört die Residenz in Würzburg zum UNESCO Welterbe. Die Aufnahme wurde mit der Einzigartigkeit durch ihre Originalität, ihr ehrgeiziges Bauprogramm und die internationale Zusammensetzung des Baubüros begründet. Der barocke Residenzbau wurde unter der Leitung des genialen Architekten Balthasar Neumann 1719 begonnen, der die Wünsche des Fürstbischofs Johann Philipp Franz von Schönborn zu berücksichtigen hatte. Mit Künstlern und Kunsthandwerkern aus ganz Europa dauerte der Bau bis etwa 1780, besonders beeindruckend ist die Innendekoration des Venezianers Giovanni Battista Tiepolo, der die Deckenfresken im Kaisersaal und im Treppenhaus schuf. Die, am Rand der Innenstadt gelegene, Residenz gehört mit dem Hofgarten zu den bedeutendsten Schlossanlagen in Europa.
Am Welterbetag bietet die Residenz Würzburg geführte Rundgänge durch den Hofgarten an. Höhepunkte sind die Eröffnung der Klanginstallation "Der Fluss" und ein Teekonzert mit dem "Residenz Quartett" im Gartensaal der Residenz Würzburg.
Bamberger Altstadthäuser unter Denkmalschutz
Als Heinrich II. Bamberg 1007 zum Bischofs- und kaiserlichen Herrschaftssitz erhob, war die Stadt bereits zum Denkmal bestimmt. Das neu gegründete Bistum sollte aus religiösen und politischen Motiven ein Mittelpunkt, ein neues Rom werden. Die Altstadt von Bamberg wurde 1993 in die Welterbeliste aufgenommen mit der Begründung, dass Bamberg in einzigartiger Weise eine mitteleuropäische Stadt repräsentiert, die sich auf einer frühmittelalterlicher Grundstruktur entwickelte. Über tausend Häuser stehen hier heute unter Denkmalschutz.
„Die Einzigartigkeit Bambergs liegt in der Tatsache, dass sich der von der UNESCO vergebene Titel nicht auf ein einzelnes Bauwerk wie den Kölner Dom bezieht, sondern mit der Insel-, Berg- und Gärtnerstadt weite Teile Bambergs umfasst“, betont der Oberbürgermeister. Bamberg feiert den Welterbetag mit einem bunten Veranstaltungsprogramm. In einer Ausstellung wird der Kinderstadtführer "Kulturerbe sehen lernen" vorgestellt. Bei Führungen ins Alte Rathaus erhalten die Besucher vom Rokokosaal aus einen einmaligen Ausblick auf die Stadtsilhouette. Weitere Höhepunkte sind die Ritterspiele in der Alten Hofhaltung, eine Führung durch die Gärtnerstadt und ein barockes Fest sowie Schnitzeljagden und Malaktionen für Kinder.
Mittelfränkischer Limes bis ins Altmühltal
Den zentralen Festakt richtet die Gemeinde Wilburgstetten am Hesselberg am 6. Juni aus. Den ganzen Tag über gibt es Veranstaltungen und Führungen durch die Limes-Cicerones. Rund um den mittelfränkischen Limes finden am Welterbetag Veranstaltungen in Mönchsroth, im Museum Weiltingen und im Römerpark Ruffenhofen statt. In Kipfenberg im Altmühltal kann man mit der Familie das neue Angebot des Naturparks Altmühltal nutzen und die Römerzeit in einem Römerlager erleben. Die Stadt Gunzenhausen im Fränkischen Seenland, südlich von Nürnberg kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Sie bildete früher den nördlichsten Punkt des raetischen Limes. Führung mit dem Cicerone am 07.06.2010.
Regensburgs Altstadt mit Stadtamhof
Die „Altstadt mit Stadtamhof“ von Regensburg wurde 2006 in das UNESCO Welterbe aufgenommen. Rund 980 Einzeldenkmäler, Kirchen, Klöster, Handwerkerhäuser und Patrizierburgen stehen in der gewachsenen Altstadt in städtebaulichen Zusammenhang über Jahrhunderte hinweg. Regensburg ist die einzige erhaltene mittelalterliche Großstadt Deutschlands. Die Stadt Regensburg gestaltet am Welterbetag ein spannendes Programm für die ganze Familie rund um das Thema "Menschen im Welterbe – früher und heute". Im Fokus stehen bedeutende Persönlichkeiten, deren Leben und Wirken durch die Jahrhunderte eindrucksvolle Spuren in Regensburg hinterlassen haben.
Wieskirche in Steingaden, Oberbayern
1983 wurde die Wieskirche in Steingaden in Oberbayern in das UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen. Sie gilt „als ein Meisterwerk menschlicher Schöpferkraft und ein außergewöhnliches Zeugnis einer untergegangenen Kultur“. Die Wieskirche in Steingaden widmet dem Welterbetag ein mehrtägiges Programm. Am 3. Juni wird der Lichtbildervortrag "Das Kloster Steingaden und die Wies" gezeigt. Am 5. und 6. Juni stehen ein Festakt, eine Fotoausstellung "Leben rund um die Wies", geistliche Volksmusik, ein Festgottesdienst und eine Kirchenführung über die "Einheit von Kunst und Theologie in der Wies" mit Prälat Georg Kirchmeir auf dem Programm. Den Ausklang bilden eine Blütenwallfahrt am 19. Juni und ein Festgottesdienst zum Tränenfest am 20. Juni.
Quellen: Deutsche UNESCO Kommission e.V.
