UNESCO Welterbestätten in Costa Rica und Nicaragua

Guanacaste - UNESCO Welterbe in Costa Rica - Constanze Ließ
Guanacaste - UNESCO Welterbe in Costa Rica - Constanze Ließ
Die Zahl von UNESCO Welterbestätten in Costa Rica und Nicaragua ist überschaubar, die einzelnen Stätten selbst aber oft spektakulär und sehenswert.

Insgesamt vier Welterbestätten der UNESCO finden sich in Costa Rica und seinem nördlichen Nachbarland Nicaragua. Während Nicaragua mit der durch einen Vulkanausbruch konservierten Stadt León Viejo zum Kulturerbe beiträgt, verhilft in Costa Rica einmal mehr die Vielfalt der Natur zu drei Plätzen auf der Welterbeliste der UNESCO.

UNESCO Welterbe in Costa Rica

Die reichen Naturschätze sind das Markenzeichen Costa Ricas und Grundlage des dortigen Ökotourismus. So kommt es auch, dass die drei dortigen Welterbestätten zum Naturerbe gehören.

  • Naturschutzgebiet Talamanca und Nationalpark La Amistad (bis Panama)

Die mächtige Gebirgskette von Talamanca zieht sich im Osten der Hauptstadt San José bis nach Panamá durch Costa Rica. Der höchste Berg des Landes, der Cerro Chirripó, ist ein Teil davon. Und auch der Parque Internacional La Amistad, Costa Ricas größter Nationalpark. Der Name La Amistad – Freundschaft – kommt nicht von ungefähr, denn Costa Rica teilt sich dieses Wunder der Biodiversität mit seinem Nachbarland Panamá. Auf beide Staaten kommt dabei eine fast gleich große Fläche, jeweils gut 200.000 Hektar. Schon 1983 wurde La Amistad zum Weltnaturerbe erklärt und war damit Costa Ricas erster Beitrag zu Liste der UNESCO, 1990 wurde das zur UNESCO gehörende Gebiet noch einmal erweitert. Nur wenige Teile des riesigen Gebietes sind gut für Touristen zugänglich, sämtliche touristische Eingänge und Pfade liegen in der Pazifikregion des Parkes, der nur zwölf Prozent der Gesamtfläche von La Amistad in Costa Rica einnimmt.

  • Nationalpark Isla de Coco

Seit 1997 gehört die Kokosinsel, Costa Ricas ehemaliger Piratenaußenposten weit im Pazifik, zum UNESCO Welterbe. 532 Kilometer von der Halbinsel Nicoya entfernt liegt das heute unbewohnte Eiland im Ozean und bewahrt eine einzigartige biologische Vielfalt sowohl an Land als auch unter Wasser. Während Taucherherzen beim Gedanken an die großen Hammerhaischwärme höher schlagen, denken andere an versteckte Piratenschätze und Freibeuter wie Francis Drake und Walter Raleigh, denen die Isla de Coco als Rastplatz und Unterschlupf diente.

Leider schwebt das Paradies der Kokosinsel heute in Gefahr, denn obwohl das Gebiet unter strengem Naturschutz steht, lassen sich Piratenfischer nicht davon abhalten, hier zu fischen. Langleinenfischerei und das Hai-Finning, bei dem Haien bei lebendigem Leib die Flossen abgeschnitten werden, um sie dann zurück ins Meer zu werfen, gehören zu den traurigen Praktiken.

  • Schutzgebiet Guanacaste in Costa Rica

Wer in Costa Rica der Interamericana von San José aus Richtung Nordosten folgt, merkt bald, dass sich die Landschaft hier von den dicht begrünten Regenwäldern des restlichen Landes unterscheidet. Guanacaste, die nordöstliche Provinz des Landes, charakterisiert sich durch prärieartige Ebenen und selten gewordene Trockenwälder, welche sich in den Kordilleren von Tilarán zu markanten Vulkankegeln erheben. Weite Teile von Guanacaste gehören zu den Nationalparks Rincón de la Vieja, Santa Rosa und Guanacaste, ein breiter Streifen Landes durch die gesamte Provinz bildet das UNESCO Weltnaturerbe Guanacaste.

UNESCO Welterbe in Nicaragua

Mit Nicaragua hat sich die UNESCO bisher wenig beschäftigt. Keiner der großartigen Nationalparks wurde bisher zum Weltnaturerbe erklärt und lediglich die Ruinen von León Viejo gelten als Kulturerbe der UNESCO in Nicaragua.

  • Ruinen von León Viejo - UNESCO Welterbe in Nicaragua

Vulkanausbrüche und Erdbeben machten den Spaniern in Mittelamerika nicht selten das Leben schwer und legten so manche Stadt während der Kolonialzeit in Schutt und Asche. 1609 kam gleich beides zusammen und zerstörte die 1524 gegründete Siedlung León im heutigen Nicaragua. Als 1968 damit begonnen wurde, die Stadt wieder freizulegen, freuten sich die Archäologen aber recht bald über die außergewöhnlich gut erhaltenen Grundstrukturen der Kolonialstadt, welche heute in Puerto Momotombo besichtigt werden können. Als Sitio Arqueologico de León Viejo wurde die Ruinenstadt im Jahr 2000 zur UNESCO Welterbeliste hinzugefügt.

Quellen und Links:

  • SINAC (Sistema nacional de areas de conservacion Costa Rica - Englisch/Spanisch)
  • UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation)
  • Offizielle Homepage der Sitio Arqueologico de León Viejo (Spanisch)
Constanze Liess, Constanze Liess

Constanze Ließ - Constanze Ließ studierte Journalismus an der Freien Journalistenschule Berlin. Sie bringt ihre Erfahrungen aus anderen Ländern ...

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