Die krankhafte Angst vor einem Freitag dem 13. kann soweit gehen, dass Betroffene Reisen und Termine absagen. Schlimmstenfalls sich erst gar nicht aus dem Bett trauen. Das muss aber nicht sein. Auswertungen von Unfalldaten haben ergeben, dass sich an einem Freitag dem 13. nicht mehr Verkehrsunfälle ereignen als an einem Freitag dem 6. oder 20. etwa. Schon Mitte des letzten Jahrhunderts gab es Vereinigungen, die Front gegen diesen Aberglauben machten. Demonstrativ trafen und treffen sich die Mitglieder an Freitagen, besonders, wenn diese auf einen Dreizehnten fallen. Sie setzen sich zu dreizehnt an den Tisch, zerschlagen Spiegel, öffnen Schirme in Häusern und verschütten absichtlich Salz - alles ohne negativen Folgen. Nichtsdestotrotz gilt Freitag der 13. als Unglückstag und ist tief im Volksglauben verwurzelt.

Die "Unglückszahl“ 13

Der tief verwurzelte Glaube, die Dreizehn sei eine Unglückszahl, geht auf frühere Zeit zurück. Zum einen überschreitet die Dreizehn das geschlossene Zwölfersystem und ist als Primzahl nur durch eins und sich selbst teilbar. Zum anderen wird das letzte Abendmahl Jesu ins Spiel gebracht, bei dem 13 Personen anwesend waren. So hieß es lange im Volksmund, die 13 sei das "Dutzend des Teufels“. Davon abzuleiten ist das immer noch weitverbreitete Unbehagen, zu 13 Personen am Tisch zu sitzen. So wird berichtet, dass Napoleon streng darauf achtete, nie mit zwölf weiteren Personen an einem Tisch zu sitzen, und dass Victor Hugo (franz. Schriftsteller 1802-1885) einmal ein Abendessen solange hinauszögerte, bis ein vierzehnter Tischgast aufgetrieben worden war.

Seit Beginn des Christentums wird die Zahl dreizehn mit dem personifizierten Bösen, dem Teufel, in Verbindung gebracht und damit verdammt. Es spielt aber auch die Vorstellung mit hinein, dass die Zwölf eine heilige Zahl ist, die das Universum in seinen zeitlichen und räumlichen Aspekten repräsentiert und damit als Symbol der absoluten Vollkommenheit gilt. Erhöht wird die negative Wirkung der Zahl dreizehn, wenn diese im Kalender auf den Wochentag Freitag fällt.

Der schlechte Ruf des Freitags

Kein anderer Wochentag kann sich in puncto Aberglauben mit dem Freitag messen. Das einzig Sichere an ihm ist seine Ambivalenz. Alles, was an einem Freitag geschieht, kann sowohl positiv als auch negativ ausschlagen. Schon allein darüber, ob er nun ein Unglücks- oder ein Glückstag sei, gehen die Meinungen auseinander. Während er in vielen Regionen Deutschlands gern zum Heiraten gewählt wird, heißt es anderenorts - etwa im katholischen Süden -, eine Freitagshochzeit bringe kein Glück. Andererseits ist der Freitag nach der germanischen Liebesgöttin Freya benannt. Schon allein deshalb sei er besonders geeignet zur Durchführung von Liebesorakeln und Knüpfung von Liebesbeziehungen. Auch für den Freitag gibt es einen religiösen Hintergrund. Nach der christlichen Überlieferung wurde Jesus an einem Freitag gekreuzigt.

Schicksalstag - Freitag der 13.

Eines der ersten bezeugten "Unglücksereignisse“, die auf einen Freitag den 13. fielen, war die am 13. Oktober 1307 befohlene Verhaftung aller Mitglieder des Templerordens in Paris. Der Börsencrash in New York 1929 - in die Geschichte eingegangen als "Schwarzer Freitag“ - war an einem Freitag den 13. Genau genommen an einem Donnerstag, aber hierzulande war es bereits Freitag. Auch der zwei Jahre zuvor stattgefundene Aktieneinbruch an der Börse Berlin war an einem Freitag (13. Mai 1927). Am 13. Mai 1917 erschien dem portugiesischen Hirtenmädchen Lucy im Dorf Fatima zum ersten Mal die Jungfrau Maria, danach weitere fünf Mal.

In Deutschland hielt Freitag der 13. als Unglückstag vor allem deshalb Einzug, nachdem 1916 der Film Freitag der 13. des Regisseurs Richard Oswald in die Kinos kam. Der Film handelte von einer Familie, deren Mitglieder immer an diesem Datum starben. Der Aberglauben um den Unglückstag wurde weiter genährt, als 1944 die Komödie mit den selben Titel, Freitag der 13., von Erich Engels ebenfalls in die Kinos kam. Die Dreizehn gilt aber nicht immer und in jeder Beziehung als Unglück bringend. An einem Dreizehnten Geborene sollen es im Leben fast immer weit bringen. Und beim Roulette soll sie das Glück anziehen.

Quellenangabe: Ditte und Giovanni Bandini: Kleines Lexikon des Aberglaubens - dtv