
- Universum Bremen Science Center - Thies Völker 2010
Ins eher spröd-aufgeräumt wirkende, touristisch und wohnqualitativ nur wenig bietende Bremer Univiertel verschlägt es normalerweise nur Studenten, Universitätsbedienstete und Angestellte der zahlreichen hier an Bremens Haupt-Hochschulstandort ansässigen Wirtschaftsunternehmen. Seit zehn Jahren findet aber immer mehr Laien-Volk in diesen von Lehre, Forschung und Geschäft geprägten Stadtteil. Hier ist inzwischen Millionen von wissbegierigen Erwachsenen und vor allem Kinder auf gleichermaßen unterhaltsame wie seriöse Art Naturwissenschaft nahe gebracht worden.
Universum Bremen: Von der Idee zur Verwirklichung
Mitte der 1990er Jahre hatte ein Kreis engagierter Hochschullehrer ein Konzept entwickelt, interessierte Nichtwissenschaftler auf unterhaltsame Art in die Geheimnisse von Kosmos und Natur einzuweisen. In Kooperation mit staatlichen Stellen wurden Sponsoren in der Wirtschaft gewonnen und die Stiftung Universum gegründet, um ein wirtschaftlich sich möglichst selbst tragendes Wissenschaftsvermittlungszentrum zu schaffen.
Einweihung des Science Center im Jahr 2000
Als zentrales Gebäude entwarf Architekt Thomas Klumpp an der Wiener Straße 1 das Science Center, ein futuristisches mit Edelstahlschindeln gedecktes Gebäude, dessen Form an eine riesige Muschel oder an eine Fleisch fressende Pflanze erinnert. Hier entstand auf mehreren Ebenen in einer spektakulären, aber nicht verwirrenden Innenarchitektur eine Dauerausstellung zu den drei großen Themenbereichen Mensch, Kosmos und Erde.
Expeditionen des Geistes
Auf insgesamt 4000 m2 Ausstellungsfläche kann man an etwa 250 Stationen tief in die Geheimnisse unserer Welt eintauchen. So kann man bei der „Expedition Mensch“ zum Beispiel erfahren, mit welchen Tricks unser Auge arbeitet oder wie Angst entsteht. In einem kafkaesk-schiefen Zimmer kann man am eigenen Leib ausprobieren, wie unser Gleichgewichtssinn funktioniert und an einer anderen Station ein riesenhaftes Gebärmuttermodell begehen.
Auf der „Expedition Kosmos“ erlebt man visuell den Urknall und durchstreift die Weiten des Alls. Die „Expedition Erde“ bietet unter anderem einen atemberaubenden Streifzug vom Erdmittelpunkt zur Erdkruste.
SchauBox, EntdeckerPark und Atlantic Hotel
Das Konzept erwies sich als zugkräftig. Bis 2005 besuchten 2,5 Millionen Menschen das Universum Bremen. 2007 konnte das Universum Bremen um ein weiteres großes Gebäude erweitert werden. In der roten würfelförmigen SchauBox werden seitdem an Mitmachstationen Sonderausstellungen, wie etwa zur Kreativität der Natur, gezeigt. Ebenfalls 2007 wurde auf einem an die SchauBox angrenzenden 5000 m2 großen Gelände der EntdeckerPark eingeweiht, eine Art naturwissenschaftlicher Spielplatz. Hier steht auch der 27 Meter hohe „Turm der Lüfte“, den Wagemutige von außen erklettern dürfen (natürlich fachmännisch gesichert) und dann den freien Fall erforschen können.
Zahlreiche nette Servicekräfte und eine unaufdringliche Gastronomie sorgen für eine Atmosphäre von Geborgenheit und lockerer Professionalität. Wer in der Nähe des Universums übernachten möchte, kann auf dem Gelände im viersternigen Atlantic Hotel Universum einchecken.
