
- Unknown Identity - Liam Neeson - Kinowelt
Mit "96 Hours" hat Liam Neeson im Jahr 2008 bewiesen, dass er das Zeug zum Actionhelden hat. Richtig zur Sache geht es nun auch in seinem neuesten Film "Unknown Identity". Der Thriller, in dem auch Diane Kruger, Bruno Ganz und January Jones mitspielen, läuft seit dem 3. März 2011 in den deutschen Kinos.
"Unknown Identity" - Die Handlung des Thrillers mit Liam Neeson
Dr. Martin Harris (Liam Neeson) ist Wissenschaftler und wird für einen Kongress nach Berlin gebeten. Die Taxifahrt mit seiner Frau Liz (January Jones) verläuft jedoch ein wenig chaotisch, daher wird versehentlich ein Koffer zurück gelassen. Als Harris diesen Fauxpas am Hotel bemerkt, nimmt er schnell das nächste Taxi zurück zum Flughafen. Auf dem rasanten Weg dorthin wird das Auto aber in einen Unfall verwickelt, durch den Harris vier Tage ins Koma fällt.
Wieder bei Bewusstsein, aber ohne Pass, will Harris, der Probleme hat, sich genau an den Unfall und die Zeit davor zu erinnern, seine Frau aufsuchen. Die aber kennt ihn plötzlich nicht mehr, sondern präsentiert einen anderen Mann (Aidan Quinn) als ihren Ehemann. Harris wird als Betrüger dargestellt und muss nicht nur vor der Polizei fliehen, sondern auch herausfinden, wer er eigentlich ist.
"Unknown Identity" - Trailer verrät mal wieder zu viel
Wer "Unknown Identity" sehen will, sollte einen großen Bogen um den Trailer machen! Wie so häufig in letzter Zeit wird beinahe die ganze Story des Films hierin verbraten. Wendungen, Schlüsselszenen, wichtige Zitate - all das wird dem Zuschauer bereits im Vorschau-Clip nur so um die Ohren gehauen. Wer ein gutes Gedächtnis hat und sich die Szenen merkt, hat am Film sicher deutlich weniger Spaß als alle anderen.
"Unknown Identity" ist nämlich tatsächlich sehr gelungen! Viel Spannung kommt auf, weil nicht nur Liam Neeson in seiner Rolle, sondern auch der Zuschauer krampfhaft überlegt, was denn nun eigentlich Sache ist im Leben des Dr. Harris - wer immer dies auch sein mag.
Gute Action, Verfolgungsjagden, ansprechende Charaktere mit all ihren Ecken und Kanten und gute Darsteller erinnern stark an Liam Neesons "96 Hours". Ähnlich wirbelt Neeson auch hier durch die Story, wenn auch nicht ganz so kampflustig wie in "96 Hours", sondern eher verwirrt und verloren.
Von einigen Logiklöchern mal abgesehen, erinnert "Unknown Identity" nicht nur von der Geschichte, sondern auch von der guten Inszenierung her an "Die Bourne Identität". Regisseur Jaume Collet-Serra zeigt mit seinem vierten Film nach "House of Wax", "Goal II" und "Orphan - Das Waisenkind" nun endgültig sein handwerkliches Gespür für Spannung und Timing.
Liam Neeson - Von Oskar Schindler über Qui-Gon Jinn zu Zeus
Der 58-jährige Ire Liam Neeson hat schon eine illustre Filmkarriere vorzuweisen. Bereits seit 1978 im Geschäft, hatte er seine erste größere Hauptrolle als Titelheld der Comicverfilmung "Darkman" im Jahr 1990. Den endgültigen Durchbruch gab es für ihn als Oskar Schindler im siebenfach mit dem Oscar prämierten Film "Schindlers Liste". Neeson selbst heimste hierfür ebenfalls eine Nominierung als bester Darsteller ein.
Lorbeeren gab es zudem für seine Leistungen als schottischer Volksheld "Rob Roy", Unabhängigkeitskämpfer "Michael Collins" und als Sexualforscher "Kinsey". Darüber hinaus wagte sich Neeson ständig auch in andere Genres und spielte unter anderem Col. Hannibal Smith in der "A-Team"-Verfilmung und Qui-Gon Jinn in "Star Wars - Episode I".
Auch ein Vielfilmer - Neeson hat schon über 70 Filme auf dem Buckel - greift zwar mal daneben, wie zuletzt "Kampf der Titanen" zeigte, aber auch dieser Film war kommerziell so immens erfolgreich, dass es 2012 ein Sequel geben wird; wieder mit Neeson als Göttervater Zeus.
Diane Kruger - als Deutsche spielt sie in Berlin eine Bosnierin
Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Besetzung von Diane Kruger ("Inglourious Basterds"). Nicht, dass sie ihre Sache schlecht machen würde, aber ihr Charakter mag dennoch ein wenig fragwürdig erscheinen: Die Deutsche spielt hier in einem von Deutschland co-produzierten und komplett in Berlin spielenden Film eine illegale Einwanderin aus Bosnien. Hart, sich so an ihre mit ordentlichem Dialekt angereicherte Stimme zu gewöhnen.
Ohnehin macht man sich ständig Gedanken, wie die Dialoge wohl im Original klingen. Und vor allen Dingen: in welcher Sprache. Wenn sich deutschsprachige Darsteller selbst synchronisieren, verwirrt das schon gerne mal. Wer also die Möglichkeit hat, sollte sich lieber die Originalversion zu Gemüte führen.
January Jones und Aidan Quinn als Nebendarsteller
Ähnlich kompetent wie Kruger spielt auch January Jones aus der kultigen TV-Serie "Mad Men". Die zweifach für den Golden Globe nominierte Jones ist demnächst im Comic-Prequel "X-Men: Erste Entscheidung" zu sehen. Dass sie ihren Karriere-Durchbruch verdient hat, zeigt ihre zurückhaltende und dennoch im Gedächtnis bleibende Darstellung in "Unknown Identity".
Aidan Quinn taucht als zweiter Dr. Harris auf, der Liam Neeson von seiner eigentlichen Ehefrau plötzlich als ihr Mann vorgesetzt wird. Der Star aus "Legenden der Leidenschaft" und Benny aus "Benny und Joon" spielte zuvor bereits in zwei weiteren Filmen an der Seite von Filmgegner Neeson: In "Die Mission" (1986) und "Michael Collins" (1996) traf man sich bereits auf der Leinwand.
Bruno Ganz und Frank Langella als Nebendarsteller
Bruno Ganz ("Der Untergang") zeigt als Ex-Stasi-Mitarbeiter seine gewohnte Gelassenheit. Ärgerlich ist nur, dass man beim ersten Auftritt des freundlichen, aber wild hustenden Charakters schon früh ahnt, dass er wohl kaum den Abspann überleben wird.
Eine ganz ähnliche Ruhe strahlt Frank Langella aus, der für seine Darstellung als Richard Nixon in "Frost/Nixon" eine Oscar-Nominierung bekam. Neben dem Deutschen Sebastian Koch ("Der Seewolf") und dem Kroaten Stipe Erceg ("Der Baader Meinhof Komplex") rundet er das gut gewählte Multikulti-Ensemble ab.
"Unknown Identity" mit Liam Neeson - Fazit zur Filmkritik
Spannung und Action gibt es reichlich, aber auch leisere Töne schlägt der Film an, wenn Liam Neesons Charakter über Realität und Schein sinniert. Die Darsteller sind bis in sämtliche Nebenrollen gut gewählt. Wer gerne ein wenig mit dem Hauptdarsteller rätselt und sich nebenbei berieseln lassen will, ist im Film gut aufgehoben.
Allerdings: "Unknown Identity" wäre viel besser gewesen, wenn es die "Bourne"-Trilogie nicht gegeben hätte, die hinsichtlich der Story bereits vieles vorweg genommen hat. Aber auch trotz Bourne-Existenz bleibt eine Menge Unterhaltung, die man sich gerne geben kann.
Originaltitel: Unknown
Land, Jahr: USA/D, 2010
Regie: Jaume Collet-Serra
Darsteller: Liam Neeson, Diane Kruger, January Jones, Aidan Quinn, Frank Langella, Bruno Ganz, Sebastian Koch, Stipe Erceg
Kinostart: 3. März 2011
Laufzeit: 113 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
