Unschärfe als Qualität im Auge des Betrachters

Die Raumwirkung einer Aufnahme ist von der Schärfentiefe abhängig

Fordergund scharf, geringe Schärfentiefe - Heike Schulz
Fordergund scharf, geringe Schärfentiefe - Heike Schulz
Die Schärfentiefe scheint wenig spektakulär zu sein. Doch es geht um viel mehr, als nur um den Bereich eines Bildes, in dem ein Objekt scharf erscheint.

Bevor es die digitale Kamera gab, gab es kaum ein Foto, welches wirklich scharf war. Die digitale Fotografie änderte die Bedingungen in der Schärfentiefe. Bedingt durch den Einsatz kleiner Sensoren und die dadurch erforderlichen Objektive mit kurzer Brennweite dehnte sich die Schärfentiefe auf einem Bild merklich aus. Zunächst wird das als positiver Effekt gesehen. Doch alle Bilder sehen gleich aus. Die Hervorhebung des fokussierten Motivs fällt schwer. Mit unserem Auge sehen wir nicht weniger als fünf Prozent unserer Umgebung scharf. Subjektiv erscheint uns alles deutlich, weil unsere Augen immer wieder die Details abtasten und die Schärfe nachbessern. Doch das menschliche Auge erkennt immer eine Dreidimensionalität. Dafür ist beim Fotografieren die Schärfentiefe verantwortlich.

Die Augen eines Betrachters

Die entscheidenden Hilfsinstrumente zur Regulierung der Schärfentiefe sind die Brennweite, der Aufnahmeabstand und die Blende. Bei kürzeren Brennweiten, einem kleineren Abbildungsmaßstab mit einem größeren Abstand zwischen Motiv und Kamera, sowie bei einer kleineren Blende ist die Schärfentiefe größer. Um eine Verkleinerung der Schärfentiefe zu erreichen, benutzt man eine größere Blende oder eine längere Brennweite. Man kann auch den Aufnahmeabstand reduzieren. Doch letztendlich entscheidend sind nicht die Möglichkeiten der Steuerungen. Ausschlaggebend sind die Wahrnehmungen des Betrachters und seine kritische Meinung im Bezug auf das Foto.

Die Wahrnehmung des Betrachters ist auch von der Größe des Bildes abhängig. Umso kleiner ein Bild ist, desto größer ist die subjektive Schärfentiefe. Nimmt man als Beispiel die Nahaufnahme, wird die Schärfentiefe oft als sehr schwieriges Problem angesehen. Akzeptiert man jedoch die physikalische Gesetzmäßigkeit, erzielt man mit einer geringen Schärfentiefe, das Auge des Betrachters, auf das fokussierte Motiv zu richten. Eine geringe Schärfentiefe mit gleichmäßigen Unschärfen bei Teleaufnahmen, erreicht man durch eine große Blende von 2,8 in einer Verbindung mit einer Brennweite von Zweihundert Millimetern und einem großen Sensor.

Die Unschärfe eines Bildes als Qualitätsmerkmal

Ende des 20. Jahrhunderts lernten die Benutzer von einfachen Kompaktkameras mit billigen Objektiven ungleichmäßige Unschärfen mit abgehackten Übergängen und unharmonischen Helligkeitsverlaufen kennen. Bokeh wird die Qualität der Unschärfe genannt. In Anbetracht der Tatsache, dass große Bereiche eines Bildes unscharf sein können und zur Dreidimensionalität führen, kommt es in der digitalen Fotographie auch auf die Unschärfe an.

Die Unschärfe ist ebenso wichtig in einem Bild wie die Schärfentiefe. Davon hängt die ganze Raumwirkung eines Bildes ab. Für eine geringe Schärfentiefe benötigt man größere Sensoren. Gleichmäßige Übergänge werden mit hochwertigen Objektiven erreicht. Die Kombination mit der Verschlusseinstellung kann zu interessanten Ergebnissen führen. Die Fotographie ist sehr komplex. So kann man nicht nur eine Einstellung als Richtungsweisen interpretieren. Alle Einstellungen zusammen beherrscht, führen zu einem guten Ergebnis. Die Einstellungen manuell zu tätigen hat den Vorteil die eigene Sichtweise von anderen, automatisch eingestellten Bildern hervorzuheben.

Quelle zur technischen Optimierung: Tom Ang, Profitechniken

Heike Schulz, P.F

Heike Schulz - Neuwied, alias Nimbus Schreiberling aus Leidenschaft auch Lyrik, Kurzgeschichten, Märchen, versuchsweise Romane, Prosa. Weiterhin ...

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