
- Stefan Raab sucht Unseren Star für Baku - Daniel Kruczynski
Nach dem Abspielen der Eurovisions-Hymne betraten die Moderatoren Sandra Rieß und Steven Gätjen die Bühne in Köln und die erste Live-Show von „Unser Star auf Baku“ konnte auf Pro 7 beginnen. Die Moderatoren verkündeten das spannendste Zuschauervoting der deutschen Fernsehgeschichte. Ein Filmbeitrag über den Erfolg von Lena Meyer-Landrut aus den Jahren 2010 und 2011 wurde zur Einstimmung eingespielt. Jury-Vorsitzender Thomas D. von der Hip-Hop-Combo „Die Fantastischen Vier“, die Sängerin von „Frida Gold“ Alina Sögeler und TV-Moderator Stefan Raab, der seit 2010 im Bereich des „Eurovision Song Contests“ von der Nationalen Aufgabe spricht, erwarteten am Abend des 12. Januar 2012 die ersten zehn Kandidaten von „Unser Star für Baku“. Insgesamt hatten sich über 10.000 Kandidaten für den deutschen Vorentscheid beworben.
Das Sympathievoting bestimmte die Reihenfolge der Auftritte bei „Unser Star für Baku“
Vor dem ersten Auftritt kündigten die Moderatoren von „Unser Star für Baku“ an, dass es zum ersten Mal in einer Casting-Show einen permanenten Livestand im Ranking der Kandidaten geben würde. Das revolutionäre Abstimmungssystem kann man durchaus mit der Live-Blitztabelle in der Fußballbundesliga vergleichen. Anschließend betraten die ersten zehn Kandidaten gemeinsam die Bühne und präsentierten sich dem Kölner Publikum. Das Voting begann gleich nach der Vorstellung, denn das erste Ranking bestimmte die Reihenfolge der Auftritte. Jan Verweij erntete bei der Vorstellung einige Buhrufe aus dem Kölner Publikum ob seines Wohnortes Mönchengladbach. Insgesamt präsentierten sich alle zehn Kandidaten jedoch durchweg sympathisch, eine gewisse Nervosität war jedoch allen jungen Menschen auf der Bühne anzumerken.
Das Voting ergab, dass die Berlinerin Katja Petri (24) als erste Kandidatin auftreten musste, sie hatte die wenigsten Stimmen im Sympathie-Voting auf sich vereinen können. Sie sang "Marry You" von Bruno Mars. Mit ihrer Konzertgitarre und einer glockenhellen Stimme zog sie das Publikum schnell auf ihre Seite. Ihr folgte Jan Verweij (21) mit "Closer To The Edge", im Original von 30 Seconds To Mars. Stimmlich reichte er allerdings nicht an Katja Petri heran, was auch die Jury feststellte. Vor allem die Songauswahl erschien für die Jury mehr als unglücklich.
Lehramtsstudentin Leonie Burgmer (21, Essen) war die Dritte im Bunde und präsentierte "Stronger Than Me" von Amy Winehouse. Mit der verstorbenen Diva konnte sie stimmlich zwar nicht mithalten, aber sie gab dem Song einen eigenen Charme, entfernt erinnerte ihr Auftritt an Lena Meyer-Landrut außerhalb von "Satellite" und "Taken By A Stranger". Die Jury zeigte sich jedenfalls beeindruckt, Stefan Raab sprach von einer bezaubernden Bescheidenheit.
Lilly Allen und Amy Winehouse hielten mit ihren Songs Einzug bei "Unser Star für Baku"
Yasmin Gueroi performte "Not Fair" von Lilly Allen. Allerdings hatte man hier eher den Eindruck, sie rennt vor ihrem eigenen Song davon, so schnell sang sie. Die Jury zeigte sich allerdings begeistert. Kai Nötting (21, Siegen, Lehramtsstudent) interpretierte anschließend "More" von Usher auf seine ganz eigene Art und Weise. Kai rockte auf jeden Fall die Arena und die Jury gleichermaßen. Ihm folgte die 20-jährige Schülerin Shelly Phillips aus Coburg mit "Valerie" von Amy Winehouse. Die eigenwillige Performance im Swing-Stil hatte Charme und vor allem Stil, ein wirklich überzeugender Auftritt. Stefan Raab fand dann auch die treffenden Worte: "Vieles ist Gesang, das ist Kunst!". Thomas D. pflichtete ihm bei: "A star is born".
Der Deutsch-Türke Salih Özcan (Call-Center-Agent, 23) aus Nürnberg sang "Senorita" von Justin Timberlake und genoss seinen Auftritt sichtlich. Die Jury war zwar mit den Entertainment-Qualitäten zufrieden, stellte aber stimmliche Defizite fest. Ein Rap-Battle zwischen Thomas D. und Salih Özcan rundete das Juryurteil ab. Abschließend folgten die drei Kandidaten, die im Sympathievoting zu Beginn von "Unser Star für Baku" die ersten Plätze belegt haben.Céline Huber (21, Lörrach) präsentierte "Beautiful Disaster" von Kelly Clarkson in liebreizender und schüchterner Performance. Stimmlich überzeugte sie Jury und Publikum gleichermaßen.
Jil Rock (20) rockte die Bühne mit "Moves Like Jagger" von Maroon 5. Performance und Stimme fanden im Großen und Ganzen Anklang bei der Jury, auch wenn Stefan Raab die persönliche Note bei Jil Rock etwas vermisst hat. Den Abschluss der ersten zehn Kandidaten bildete Roman Lob (21), Industriemechaniker aus Neustadt (Wied) mit "After Tonight" von Justin Nozuka. Die Ballade war wie für ihn gemacht und Roman Lob legte viel Gefühl in seine Stimme. Der Lohn waren der direkte Sprung auf Platz 1 und Standing Ovations von Thomas D. und Stefan Raab. Der Favorit, äußerlich an den jungen Justin Timberlake erinnernd, war am 12. Januar 2012 um 22:28 Uhr gefunden. Der Nachname vom Roman Lob war in diesem Fall tatsächlich Programm. Stefan Raab schwebte bei der Bewertung der Performance in hochtragenden Worten gefühlte drei Meter über den Anderen und Thomas D. wurde zum weißen Bruce Darnell, er hatte Tränen in den Augen. "You made it, you fuckin` made it", war sein Statement zum Auftritt. Das Herz von Alina hatte Roman so oder so erobert.
Unser Star für Baku: Die besten Sänger qualifizierten sich für die nächste Runde
Nunmehr begann die letzte und heiße Votingphase und die Zuschauer hatten nach dem Schnelldurchlauf weiterhin die Möglichkeit für ihre Favoriten anzurufen. Das Voting entwickelte sich, auch dank des Livezwischenstandes, zu einem echten Herzschlagfinale, sechs Kandidaten lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um fünf freie Plätze. Früh aus dem Rennen waren Jil, Yasmin, Salih und Jan. Pro 7 zögerte fast schon traditionell das Voting hinaus, holte ein Statement nach dem anderen aus der Jury raus, präsentierte Schnelldurchläufte und holte Meinungen der Kandidaten aus dem Green Room ein. Die Spannung war jedoch zu jedem Zitpunkt greifbar, denn es war wirklich sehr eng zwischen sechs Kandidaten. Am Ende setzten sich Shelly (15,5 %), Roman (14,9 %), Céline (14,7 %), Leonie (14,7 %) und Katja (14,7 %) durch. Kai musste mit 14,5 % leider Abschied nehmen.
