"Unser Star für Baku", Vorentscheid ESC 2012: Die zweite Runde

Roman Lob, Publikumsliebling der ersten Runde, USFB - ProSieben / Willi Weber
Roman Lob, Publikumsliebling der ersten Runde, USFB - ProSieben / Willi Weber
Für den 19.01.2012 nahm ProSieben die Fortsetzung des Vorentscheids für den Eurovision Song Contest 2012 ins Programm: Kandidaten, Bewertungen, Ergebnis.

Kaum, dass etwas ganz neu war im deutschen Fernsehen, schon gab es Ärger mit den Aufsichtsbehörden: So schaltete sich die Medienaufsicht ein, weil Stefan Raab, Alina Süggeler und Jury-Präsident Thomas D. am Ende der ersten Ausgabe zum Vorentscheid "Unser Star für Baku“ das Anrufverhalten der Zuschauer so sehr angeheizt hatten, dass sie damit gegen geltendes Recht zu verstoßen drohten. Der Anlass: ProSieben führte mit der Show vom 12. Januar die Echtzeit-Anzeige des Standes beim Zuschauervoting ein; zu sehen in einer sich permanent aktualisiertenden Skala. Doch übermäßiges Animieren zum kostenpflichtigen Anrufen hat schon Neun Live viel Geld gekostet. Dass die Jury zudem damit beinahe Roman Lob aus dem Wettbewerb gekickt hätte, blieb von den Medien weitestgehend unberücksichtigt. Tatsache aber war, dass der 21-jährige Industriemechaniker aus Neustadt/Wied die heftigsten Zuschauerreaktionen auf seinen Auftritt hin entfachte. Standing Ovations, Beifall und Jubel ohne Ende; beinahe um seine weitere Mitwirkung gebracht durch Juroren, denen der Spaß an der Technik wichtiger zu sein schien, als der Zweck der Sendung: Nämlich den besten Sänger oder die beste Sängerin für den Eurovision Song Contest im aserbaidschanischen Baku zu finden. Mit der Sendung vom 19. Januar 2012 setzte der Sender wiederum in Kooperation mit Das Erste die Suche nach dem geeignetsten Vertreter fort. Etwas, worauf sich auch Lena Meyer-Landrut richtig freute, wie die Siegerin von 2010 schon am Tag zuvor auf Twitter postete. Die fünf Besten der nachfolgend zusammengefassten zweiten Runde: Rachel, Yana, Sebastian, Umut und Ornella.

Zusammenfassung "Unser Star für Baku" vom 19. Januar

Mit Andrew Fischer aus Hechingen startete die zweite Runde der Vorentscheidung für "Unser Star für Baku“. Jury-Präsident Thomas D. bescheinigte dem 20-Jährigen etwas in der Stimme, von dem er sich in den Arm genommen fühle. Mit "Tears In Heaven“ beeindruckte Andrew auch Alina Süggeler, die Frontfrau der Formation Frieda Gold. Stefan Raab: "Du hast sehr, sehr vieles richtig gemacht und Dich auf das Wesentliche konzentriert.“ Schülerin Polly Zeiler aus Pullingen sei ein powervoller Rohdiamant, so Thomas D.; mit "Grenade“ von Bruno Mars begeisterte die 19-Jährige die Jury insgesamt.

Sebastian Dey, Jörg Müller-Lornsen

Es sei auf jeden Fall die richtige Entscheidung gewesen, einen englischen Song zu singen, so Stefan Raab zu Altenpfleger Sebastian Dey aus Oberhausen, der sich mit einem deutschen Lied beim Casting vorgestellt hat. Etwas affektiert kam Alina der Bewerber vor, der "This Love“ von Maroon 5 abgeliefert hat. Als echtes Original mit einem zu beliebigen Song sah Thomas D. den 32-Jährigen. Jörg Müller-Lornsen aus Lübeck versuchte mit "May Be Tomorrow“ seinen Platz im Echtzeit-Voting zu verbessern. Die warmherzig klingende Stimme des Lübecker Studenten passte gut zum Saxophon der Heavytones, der Band aus "TV Total“, die schon beim Opening des Finales vom Eurovision Song Contest 2011 sensationell gut aufspielte.

Etwas Beruhigendes, Entspannendes habe der 28-Jährige in der Stimme, meinte Stefan Raab bei Jörg ausgemacht zu haben. Thomas D. zog einen Vergleich zu Stevie Wonder. Die 27-jährige Ornella de Santis aus Offenburg wählte mit "Slow Motion“ einen Song, der ebenfalls auf Blasinstrument-Unterstützung setzte: Gänsehaut-Feeling, Szenenapplaus, technisch perfekt aus Sicht von Thomas D. vorgetragen – dagegen kackte Jörg Müller-Lornsen voll ab. Eine außergewöhnliche Stimme vom Sound her attestierte Alina Süggeler der Bewerberin. Alle Facetten, die man brauche als Sänger, all dies habe Ornella. Ganz viel Lob für die bis zu diesem Zeitpunkt beste Performance des Abends.

Rachel rockte die Bühne, obwohl sie aus Nippes kam

Rachel Scharnberg, 22 und aus Köln, kam bereits als Musikerin zu "Unser Star für Baku“ und zählt Aretha Franklin zu ihren Vorbildern. Mit "My Baby Left Me“ zeigte sie ganz viel Frau, so Alina aus der Jury; genau wissend, was sie täte. Stefan: "Das so was aus Köln-Nippes kommt, hätte ich nicht gedacht. Das was sie gebracht hat, verdient die Bezeichnung Soul.“ Spaß auf der Bühne bei Rachel, Natürlichkeit und einen unaufgesetzten Vortrag meinte Thomas D. erkannt zu haben. Gesangsstudentin Tina Sander aus Bremen bewarb sich mit "Geronimo“ der dänischen Sängerin Aura Dione. Gar nicht angestrengt, ganz natürlich, ganz super, so Thomas D., doch Potenzial um einen internationalen Songcontest zu gewinnen hatte Tina keinesfalls.

Lesen Sie hier: So lief das Finale des ESC 2011 in Düsseldorf

Yana Gercke überzeugte kurz vor Ende der Show

Dasselbe wäre auch zu Umut Amil aus Bielefeld zu sagen. Der 21-jährige Lehrstudent lieferte zwar mit "Straight Up“ von Paula Abdul eine lupenreine Vorstellung ab, aber Format für einen ESC hatte sie auch nicht; trotz der wohlwollenden Worte der Jury: Thomas D. lobte die eigene Interpretation des Songs. Yana Gercke aus Biedenkopf kam mit "Price Tag“ von Jessi J. und erhielt nicht nur Zwischenapplaus, sondern auch einen nicht enden wollenden Beifall nach ihrer Performance. Als ganz großes Erlebnis bezeichnete Thomas D. den Song der 19-Jährigen aus Hessen: "Echt toll, Wahnsinn, Hammer.“ Stefan Raab: "Von total süß zu total dirty in die Fresse.“ Das Publikum katapultierte die Schwester von Topmodel Lena Gercke auf Platz eins des Echtzeitvotings.

Klicken Sie hier zur Zusammenfassung der ersten Folge vom 12. Januar

"Unser Star für Baku": Die Ergebnisse

Studentin Vera Reissmüller gab sich als natürlicher Sonnenschein und setzte auf "Fooled Me Again“ von Lady Gaga. Sie sei auf eine charmante Weise unterhaltsam, bewertete Alina Süggeler den Auftritt von Vera. Lebensfreude pur bei Vera schien auch im Interview mit Moderatorin Sandra Reiß durch, die während der ganzen Sendung von Steven Gätjen unterstützt wurde. Spannend, aber ohne jeden Anheizen der Juroren diesmal die Schlussphase des Votings, das Rachel Scharnberg für sich entschied; auf Platz eins vor Yana Gercke, Sebastian Dey, Umut Amil sowie Ornella de Santis. Bis auf Umut von der Bildschirmpräsenz her ein für einen ESC durchaus geeignetes Ergebnis. Diese fünf Sänger sollen am 26. Januar gegen die fünf Sieger der ersten Folge antreten.

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