
- Der Purren auf dem Bodanrück - C.Gassner
In der Nähe der früheren Bischofsstadt Konstanz – das Bistum wurde im 19. Jahrhundert nach Freiburg im Breisgau verlegt – lagen nicht nur die beiden mächtigen Reichsklöster Kreuzlingen (heute Thurgau, Schweiz) und Petershausen (inzwischen ein Stadtteil von Konstanz), sondern auch einige kleinere Konvente. Drei Frauenklöster hatten sich einst auf dem Bodanrück, der Hügellandschaft auf der Halbinsel zwischen Untersee und Überlinger See, angesiedelt. Überlebt haben sie ebenso wenig wie die großen Abteien, doch ihre Überreste sind weitaus schwieriger zu finden, da die Säkularisation mit ihnen noch ungnädiger umging.
Das Nonnenkloster Adelheiden
Auf eine grausame Geschichte wird der Ursprung des Klosters – und des Namens – von Adelheiden zurückgeführt: eine Dienstmagd namens Adelheid Böllerin wurde auf dem Nachhauseweg von Wollmatingen – auch dies heute ein Ortsteil der Stadt Konstanz – in der Nähe von Hegne im Wald ermordet. Zum Ort des Verbrechens entwickelte sich eine kleine Wallfahrt, deren Betreuung Franziskanerschwestern anvertraut wurde, die 1374 dort ein kleines Kloster errichteten. Dieses erlangte zwar keine große Bedeutung und hatte des öfteren wirtschaftliche Miseren zu überstehen, bestand jedoch bis zur Säkularisation am Beginn des 19. Jahrhunderts.
Die Auflösung des Konvents war jedoch vollständig: heute erinnert nur noch der Name Adelheiden – nicht mehr als ein einzelner Bauernhof – an das frühere Frauenkloster, Gebäude oder Ruinen finden sich nicht mehr. Im nahegelegenen Hegne, dem einstigen Ziel der getöteten Adelheid Böllerin am Ufer des Untersees allerdings befindet sich in unseren Tagen ein Kloster der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz.
Das Frauenkloster in Möggingen
Ein weiteres in seinen Ausmaßen eher bescheidenes Frauenkloster befand sich in Möggingen am Mindelsee (ein Stadtteil von Radolfzell) und auch hier richteten sich die Bewohnerinnen nach der Regel des heiligen Franziskus von Assisi. Gegründet worden war der Konvent sogenannter Klausnerinnen 1278 von der Adligen Maria Adelheid von Waldspüren, die Gebäude waren stets – wenn auch nicht immer in der gleichen Position – in der Nähe der Pfarrkirche von Möggingen angesiedelt. Sie mußten mehrfach neu erbaut oder wiederhergestellt werden, da das Kloster im Laufe der Zeit einige Kriegsschäden erlitt, so schon im Bauern-, dann wieder im Dreißigjährigen Krieg. 1792 galt der Konvent als verschuldet, unter diesem Vorwand wurde er schließlich aufgehoben.
Das nahegelegene Geschlecht derer von Bodman erwarb die Gebäude, nutzte sie aber nur vorübergehend. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden bereits Teile abgebrochen, andere weiterverkauft, in unseren Tagen ist vom einstigen Kloster nichts mehr zu sehen. Die Kirche steht nun wieder allein im Ort.
Das Augustinerinnenkloster Sankt Katharina
Hinter dem Konstanzer Giesberg, auf dem sich die moderne Universität befindet, in Richtung der nahegelegenen Insel Mainau, war seit der Mitte des 13. Jahrhunderts ein Kloster von Augustinerinnen beheimatet. Auch dieser Frauenkonvent, der nur ungefähr ein Dutzend Nonnen zählte, gelangte nie über lokale Bedeutung hinaus. In enger Verbindung stand er mit der Deutschordenskommende auf der Mainau, der die Insel und Besitz in einigen Uferdörfern des Bodanrück gehörte, also in direkter Umgebung von Sankt Katharina. 1606 waren noch einmal neue Gebäude errichtet worden, doch genau zweihundert Jahre später fiel auch dieses Kloster der Säkularisation zum Opfer.
Von der Universität aus führen Wanderwege zu den letzten Spuren des Klosters. Auf einer Waldlichtung finden sich die Reste der Gebäude, immerhin hat sich vor Ort etwas mehr erhalten als in Adelheiden und Möggingen. Die Ausstattung der Kirche, die abgebrochen worden ist, wurde auf die Gotteshäuser der Umgebung verteilt. Die benachbarte ehemalige Deutschordenskommende dagegen ist heute als „Blumeninsel Mainau“ ein beliebtes Ausflugsziel.
Literatur:
Hermann Brommer: Schloßkirche Sankt Marien Insel Mainau. Regensburg: 1990.
Dieter Göpfert: Orden und Klöster im Schwarzwald und am Bodensee. Freiburg im Breisgau: 1980.
