Unternehmen "Greif" - Ardennenoffensive Dezember 1944

Am 16. Dezember 1944 startet unter Skorzenys Führung das Unternehmen „Greif". Ziel: Unterstützung der Ardennenoffensive unter Verwirrung feindlicher Kräfte.

Ardennenoffensive 1944: deutsche Soldaten, getarnt in amerikanischen Uniformen und mit Beutefahrzeugen der Alliierten ausgestattet, hatten den Auftrag, Brücken über die Maas handstreichartig zu nehmen und für die nachfolgenden Panzerdivisionen der 6. Panzerarmee besetzt zu halten. Die „Panzerbrigade 150“, unter Führung von SS-Obersturmbannführer Otto Skorzeny wurde für diese Aufgabe aufgestellt.

Das Oberkommando der Wehrmacht erließ am 25. Oktober 1944 den Befehl, geeignete Soldaten für die Aktion mit Kenntnissen der englischen Sprache und mit amerikanischen Dialekt zu suchen und für die Operation auszubilden.

Panzerbrigade 150

In Grafenwöhr wurde die Panzerbrigade 150 unter den Tarnnamen „Solar“ aufgestellt. Bis November 1944 meldeten sich 2.676 Freiwillige. Da die Soldaten in feindlicher Uniform operieren sollten und im Falle ihrer Gefangennahme als Spione erschossen werden würden, wurden nur Freiwillige rekrutiert.

Ausgerüstet werden sollte die Panzerbrigade mit alliierten Fahrzeugen, Waffen und Uniformen. 15 Panzer, 20 Panzerwagen, 20 Sturmgeschütze, 100 Jeeps, 40 Motorräder und 120 Lastkraftwagen aus Beutearsenalen sollten zur Verfügung gestellt werden. Das gelieferte Gerät blieb hinter den Anforderungen. So konnten nur zwei amerikanische Sherman-Panzer in schlechtem Zustand, 4 Spähwagen, 30 Jeeps und 15 LKW bereitgestellt werden. Man behalf sich, indem zwölf deutsche Kampfwagen „Panther“ als amerikanische M10-Panzerjäger getarnt wurden. Englischsprachige Soldaten fanden sich in der geplanten Größenordnung ebenfalls nicht. Trotz mangelnder Ausrüstung bezog die Panzerbrigade 150 im 13. Dezember 1944 Stellung im Blankenheimer Forst.

Der Einsatz

Die Ziele des ersten Angriffstages der deutschen Wehrmacht, Durchbruch der amerikanischen Linien, konnten nicht erreicht werden. Trotzdem wurden neun Gruppen in drei Verbänden (Name: X, Y, Z) der Durchbruch hinter die feindlichen Linien befohlen. Der Kommandoführer von „X“, Obersturmbannführer Hardieck, fuhr auf eine deutsche Mine und war sofort tot. Hauptsturmführer Adrian von Fölkersam übernahm dessen Kommando. Eine Kommandoeinheit wurde kurz nach beginn der Operation gefangen genommen. Fatalerweise hatte sie Aufzeichnungen des Unternehmen „Greif“ bei sich (16. Dezember 1944: erbeutete Unterlagen durch 1st Lt. William V. Shakespeare, I Company, 424th Infantry Regiment vom 106th Division in Heckhulscheid). Skorzeny wollte daraufhin die Panzerbrigade 150 als normale Kampftruppe einsetzen. Sie sollte nun die Straße nach Malmedy in Besitz nehmen und für die eigenen Truppen offen halten.

Ergebnisse

Die Gefangennahme deutscher Soldaten in amerikanischen Uniformen brachte viel Verwirrung in die Reihen der Alliierten. Überall wurden Deutsche gesehen, die Kontrollen dementsprechend verschärft. Die vielleicht größte Panik entstand, als ein Kommando mit Unteroffizier Manfred Pernass, Oberfähnrich Günther Billing, und Gefreiter Wilhelm Schmidt gefangen wurde. Schmidt erzählte im Verhör, sie hätten den Auftrag General Eisenhower zu finden und zu töten.

Pernass, Billing und Schmidt wurden zum Tode verurteilt und am 23. Dezember 1944 in Henri-Chapelle hingerichtet. Dreizehn weitere gefangene Männer wurden Huy exekutiert.

Auflösung der Panzerbrigade 150

Die Panzerbrigade 150 blieb bis 28.12. 1944 im Gefecht. Im Anschluss wurde sie wieder nach Grafenwöhr gebracht und aufgelöst. Die meisten Soldaten gingen in ihre alten Truppenteile zurück, einige blieben bei Skorzeny und traten de SS-Jagdverbänden bei.

Weiterführende Literatur

  • Karl Fucker: An der Seite Skorzenys: Jäger im grauen und grünen Rock, Verlag Aula Graz 2009, ISBN: 3900968101
  • Michael Schadewitz: Zwischen Ritterkreuz und Galgen. Skorzenys Geheimunternehmen Greif in Hitlers Ardennenoffensive 1944/45. Helios, Aachen 2007, ISBN 978-3-938208-48-9
  • Otto Skorzeny: Meine Kommandounternehmen. Krieg ohne Fronten. Universitas, München 1993, ISBN 3-8004-1282-9
Mario Morgner, Mario Morgner

Mario Morgner - Hobbyhistoriker mit Schwerpunkt verschollene Kunstschätze des Zweiten WeltkriegsHeimatforscherAutor

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