Unternehmerische Risikobereitschaft und soziale Verantwortung

Hahn Automation Werk Reinheim - Hahn Automation
Hahn Automation Werk Reinheim - Hahn Automation
Die Firmengeschichte des Spezialmaschinenbauers Hahn Automation, Werk Reinheim, mit Stammsitz im rheinland-pfälzischen Rheinböllen.

Der Gebäudekomplex stammt aus den 1970er Jahren. Eine große Montagehalle, eine weitere Halle für die Fertigung und Lagerhaltung sowie Bürogebäude bestimmen das Bild. Der südhessische Standort Reinheim der Hahn Automation GmbH ist nach und nach mit den wechselnden Anforderungen gewachsen. Reinheim ist heute ein Werk für Standardkomponenten im Maschinenbau. Etwa 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter produzieren dort Temperiersysteme und Linearroboter für die kunststoffverarbeitende Industrie. Temperiersysteme kühlen die Werkzeuge der Spritzgießmaschinen ab. Mit Hilfe der Linearroboter werden die frisch gespritzten Teile maschinell aus den Spritzgießmaschinen entnommen und andernorts zur Weiterverarbeitung abgelegt. Die Geschäftsleitung plant, in Reinheim schon bald weitere Standardprodukte wie etwa Fördertechniksysteme herzustellen.

Auslandsgeschäft forcierte Umfirmierung in Hahn Automation

Der Standort Reinheim in Südhessen ist 2007 als Firmenübername der Remak Maschinenbau GmbH in die ehemalige Hähn-Gruppe gekommen. Das Werk wurde aus dem ehemaligen Klöckner-Konzern herausgekauft. Im gleichen Atemzug wurde aus der ehemaligen Hähn Automation die Hahn Automation GmbH. „Aus Marketingsicht ist es für den Kunden einfacher und für uns günstiger, mit nur einem statt mit zwei Namen zu werben. Darüber hinaus hieß das Unternehmen Hähn im Ausland bereits überall Hahn“, erläutert Unternehmenssprecher Torben Fibich die Beweggründe für die Umfirmierung. Seit 2009 ist die bis dato noch als Marke fortgeführte Remak Maschinenbau komplett übernommen und vollständig in die Strukturen der Hahn Automation GmbH integriert. Auch ein großer Teil der Verwaltung wurde mittlerweile an den Hauptsitz der Hahn Gruppe nach Rheinböllen verlagert. Eine Ausnahme bildet der Einkauf, welcher in Reinheim abgewickelt wird.

Standortvorteile im Einzugsgebiet Südhessen / Darmstadt

„Reinheim ist unser einziger Standort in Deutschland, an dem wir Standardprodukte herstellen“, erläutert Fibich den besonderen Stellenwert des südhessischen Werks für die Hahn Automation. Mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sei im Zuge der Remak-Übernahme auch ein gewachsenes Know-how in diesem Bereich mit übernommen worden. An allen anderen Standorten produziert die Hahn-Gruppe Sondermaschinen und individuelle Anlagen. Darüber hinaus biete der Standort im Einzugsgebiet von Darmstadt mit dem intellektuellen Umfeld von Technischer Universität und Fachhochschule ein hervorragendes Einzugsgebiet für das Anwerben bzw. „Recruiting“ hoch qualifizierter neuer Köpfe.

Auch im Automatisierungsnetzwerk der Region Rhein-Main-Neckar war das Werk Reinheim – allerdings noch zu Remak-Zeiten – engagiert. Fibich: „In jüngerer Zeit sind die Netzwerk-Treffen bei uns etwas in den Hintergrund geraten.“ Mit ein Grund: Die heutigen Führungskräfte arbeiten sämtlich am Firmensitz des Unternehmens in Rheinböllen.

Das Maschinenbauunternehmen trotzte der Weltwirtschaftskrise

Trotz der zurückliegenden Weltwirtschaftskrise, die vor allem auch dem Maschinenbau mächtig zusetzte, ist der Umsatz des Spezialmaschinenbauers weitgehend konstant geblieben. „Da wir mit Standardkomponenten und Sonderlösungen relativ breit aufgestellt sind, haben wir die Auswirkungen der Krise bislang relativ gut abfedern können“, berichtet der Unternehmenssprecher nicht ohne Stolz. Ein Wermutstropfen: Die Umsätze der Standardprodukte aus Reinheim sind, wie auch bei allen Wettbewerbern, rückläufig. Bei den Sondermaschinen dagegen ist so gut wie keine Veränderung feststellbar. Auch eine vorübergehende Kurzarbeit in Reinheim konnte mittlerweile wieder beendet werden.

Handverlesene Firmenphilosophie und ein gutes Betriebsklima

Für den wirtschaftlichen Erfolg des inhabergeführten Unternehmens Hahn Automation und das allseits gelobte Betriebsklima steht last but not least eine handverlesene Firmenphilosophie. Gründer Thomas Hähn und seine zwei Partner Frank Konrad und Marko Unverzagt – alle von Anfang an dabei und noch voll in das Tagesgeschäft integriert – bekennen sich klar zur unternehmerischen Risikobereitschaft und zur sozialen Verantwortung: „Wir wollen weiterwachsen – aber nicht um jeden Preis.“ Deshalb wird bei allen wirtschaftlichen Entscheidungen auch auf das Arbeitsumfeld und das Wohl der mittlerweile fast 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hahn-Gruppe geachtet. So wurde beispielsweise erst vor kurzem eine neue Cafeteria gebaut, Weihnachtsfeiern werden von beiden deutschen Standorten Rheinböllen und Reinheim gemeinsam durchgeführt usw. – vielleicht nur kleine Dinge, die aber heute nicht mehr überall selbstverständlich sind.

Das Unternehmen Hahn Automation kurz & bündig:

Aus einer kleinen Ideen- und Versuchswerkstatt für Sondermaschinen im Jahre 1992 ist ein global tätiges Unternehmen geworden: die Hahn Automation GmbH. Neben dem Firmensitz im rheinland-pfälzischen Rheinböllen und dem südhessischen Standort in Reinheim unterhält das inhabergeführte Unternehmen auch mehrere Auslandsniederlassungen in Cincinnati (USA), San José (Costa Rica), Istanbul (Türkei) und der Schweiz. Eine Dependance in China ist im Aufbau begriffen. Die Hahn-Gruppe beschäftigt weltweit etwa 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Harald Lutz, fotografiert von: Gudrun Vekony

Harald Lutz - Harald Lutz (Jg. 1960) arbeitet als Fachjournalist sowie in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Standort Frankfurt am ...

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