Im Rahmen von Rettungseinsätzen im Wasser können verschiedene Hilfsmittel zur Anwendung gebracht werden. Die Rettungsweste und den Rettungsring kennt vermutlich jeder. Doch:
Was ist und wie funktioniert eine Wurfleine?
Die Wurfleine zählt zu den einfachsten und effektivsten Rettungsgeräten der Wasserrettung. Sie ist leicht zu pflegen und instand zu halten und kann gut transportiert, also überall hin mitgenommen werden.
Der Beutel, in dem sich die Wurfleine befindet, ist wie ein etwas dickerer „Schlauch“ mit Schwimmkörper am unteren Ende und enger werdender Öffnung am oberen Ende. Hier wird die Wurfleine hineingesteckt, sodass nur noch eine Schlaufe am Ende der Wurfleine herausragt. Zur Aufbewahrung wird der Beutel mit einem Klettverschluss- oder Druckknopf-Band an der Schlauchöffnung verschlossen.
Zum Einsatz wird der Verschluss geöffnet und etwa ein Meter der Leine herausgezogen. Der Rettungsschwimmer hält mit einer Hand das Leinenende fest und wirft die Leine mit der anderen Hand von unten heraus in die Weite aus in Richtung des zu Rettenden – und möglichst hinter, anstatt vor das Opfer, damit dieses die Leine möglichst ohne schwimmerischen Einsatz erreichen kann. Hat der Rettungsschwimmer dennoch zu kurz geworfen und muss die Leine wieder einziehen, braucht er sie nicht wieder mühselig in den Beutel zu stecken, um diesen erneut auszuwerfen, sondern kann den Beutel einfach mit Wasser füllen. Das Gewicht des Wassers zieht die zuvor in Schlaufen gelegte Leine beim Wurf mit.
Gurtretter und Rettungsgurt – dasselbe in grün?
Nein. Der Rettungsgurt ist ein Rettungsgerät, das in Kombination mit der Rettungsleine zum Einsatz kommt und keinen Eigenauftrieb hat. Der Gurtretter hingegen kommt eher einer Rettungsboje gleich: Er hat eigenen Auftrieb und wird vom Rettungsschwimmer mitgeführt, ohne durch eine Rettungsleine – wie das beim Einsatz des Rettungsgurts der Fall ist – mit einem Leinenführer am Ufer verbunden zu sein. Den Rettungsgurt trägt übrigens der Rettungsschwimmer, den Gurtretter trägt das Opfer.
Eine Eselsbrücke, um sich den Unterschied besser merken zu können, ist die Frage nach der Funktion: Ein Retter rettet, ein Gurt sichert. Wodurch rettet der Gurtretter? Durch den Eigenauftrieb.
Der Gurtretter besteht also aus einem Gurt mit Eigenauftrieb auf der einen Seite, aus einem Brust-Schulter-Gurt ohne Eigenauftrieb auf der anderen Seite und aus einer Leine, die beides miteinander verbindet. Benutzt wird der Gurtretter, indem der Gurt mit Auftrieb dem Opfer wie ein Schwimmreif angelegt und hinter oder vor ihm mit Karabinerhaken verschlossen wird – je nachdem, ob das Opfer in Rücken- oder Bauchlage liegt beziehungsweise liegen möchte. Der Rettungsschwimmer trägt den Brust-Schulter-Gurt, sodass er beide Arme zum Schwimmen frei hat. Idealerweise schwimmt der Rettungsschwimmer in Rückenlage, um das Opfer beobachten zu können.
Ist das Opfer bewusstlos, muss es trotz Eigenauftrieb des Gurtes mit speziellen Schlepptechniken ans Ufer oder den Beckenrand gebracht werden.
Dem Gurtretter ähnlich: die Rettungsboje
Rettungsboje und Gurtretter sind sich insofern ähnlich, als dass ein Auftriebskörper durch eine Leine mit einem Brust-Schulter-Gurt verbunden ist, den der Rettungsschwimmer trägt. Ist der zu Rettende bei Bewusstsein, so dient ihm die Boje – der Auftriebskörper am anderen Ende der Verbindungsleine – als Schwimmhilfe. Ist er nicht bei Bewusstsein, so schiebt der Rettungsschwimmer die Boje unter die Schulterblätter des auf den Rücken gedrehten Opfers.
Rettungsgeräte mit Auftrieb dienen übrigens im Allgemeinen auch dem Schutz vor Umklammerungen beim Anschwimmen eines in Panik geratenen Opfers.
Die Rettungsstange: zur Rettrung vom Beckenrand
Jedes öffentlich Schwimmbad verfügt über eine etwa drei bis fünf Meter lange Rettungsstange mit einem Ring am Ende. Der Ring dient dem zu Ertrinkenden als Griff. Rettungsstangen kommen vom Beckenrand aus zum Einsatz.
Dieser Artikel reicht nicht aus, um die genannten Rettungsgeräte optimal bedienen zu lernen und bietet keinen vollständigen Überblick über alle Rettungsgeräte.
Neben den hier beschriebenen Rettungsgeräten gibt es noch Rettungsbälle, Rettungsringe, Rettungswesten ...
Für jeden, der sich häufig in Badebereichen aufhält oder Wassersport in jeglicher Form betreibt, empfiehlt sich eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer. Hierbei wird der Umgang mit sämtlichen Rettungsgeräten umfassend geschult. Rettungsschwimm-Ausbildungen werden in Deutschland regional von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft oder der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes durchgeführt und eignen sich auch für Eltern mit Kindern, für Personen, die in der Nähe von Freigewässern wohnen – und für Wassersportler sowieso.
