
- Bogenschießscheibe - Liza Litsch
Das traditionelle Bogenschießen kennt eine große Vielfalt an unterschiedlichen Bögen. Für jeden Bogenschützen ist ein anderer Bogen besser geeignet. Beim Kauf sollte man darauf achten, welche Erfahrungen man im Bogenschießen schon mitbringt und welche Ziele man mit diesem Sport verfolgt. Nicht jeder Bogen ist für alles geeignet.
Der Recurvebogen ist besonders für Anfänger geeignet
Ein Recurvebogen besteht aus drei Teilen: den zwei Wurfarmen und dem Mittelteil mit angeklebter Pfeilauflage. Der Bogen trägt diesen Namen, weil die Wurfarme eine so ausgeprägte Krümmung aufweisen, die für diese Bogenart typisch sind. In diesen Biegungen wird beim Spannen des Bogens die meiste Energie gespeichert und der Pfeil wird schneller und die Flugbahn wird gestreckt. Man kann an dem Mittelteil auch ein Visier sowie eine Stabilisierungsapparatur befestigen. Das Mittelteil weist eine vorgeformte Struktur auf, weswegen dieser Bogen gerade für Anfänger so gut geeignet ist. Man hat bereits den Griff im Mittelteil vorgegeben, mit dem man den Bogen halten muss. Dadurch wird einer falschen Haltung schon im Vorhinein vorgebeugt. Durch die aufgeklebte Pfeilauflage wird der Pfeil stabilisiert und man kann gerade als Anfänger leichter zielen. Beim Kauf eines Recurvebogens muss auf die Bogenlänge sowie das richtige Zuggewicht geachtet werden. Mit einem Recurvebogen schießt man am besten Carbonpfeile auf richtige Zielscheiben.
Der Langbogen (Longbow) ist die älteste und traditionelle Bogenart
Der Langbogen ist, wie der Name schon sagt, die längste Bogenart. Wegen seiner Form ist er eher für erfahrene Schützen empfohlen, da der Bogen über keine offensichtliche Pfeilauflage verfügt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Wurfarmquerschnitt und der Bogenform. Es gibt verschiedene Wurfarmquerschnitte; die zwei Wichtigsten sind aber die Englische und die Amerikanischen Indianer- und Nomadenbögen. Die englischen Langbögen haben im Querschnitt eine D-Form, also vorne gerade und nach hinten halbrund geformt. Die Indianerbögen haben eine flache rechteckige Form, vorne und hinten gerade.
Bei der Bogenform im ungespannten Zustand gibt es drei Arten zu unterscheiden: Die Urform des Langbogens ist aus einem geraden Stück Holz gefertigt. Ein Reflex-Form kann mehr Kraft auf den Pfeil übertragen, da der Bogen in sich nach vorne gespannt ist. Die Deflex/Reflex-Form ähnelt dem Recurvebogen, da der Bogen in der Mitte nach hinten gebogen ist, die Wurfarme aber wieder leicht nach vorne gehen.
Ein Langbogen hat keine vorgefertigte Handform, sondern lediglich einen geraden Bereich, den die Hand greift. Die Pfeilauflage besteht nur aus einer Einkerbung in den Bogen und ist nicht so genau zu erkennen wie bei einem Recurvebogen. Einen Langbogen verwendet man oft bei einem freien Schießen, also zum Beispiel auf Styroportiere.
Horsebows für den Ritt auf einem Pferd
Horsebows gab und gibt es speziell um sie auf einem Pferd für die Jagd zu verwenden. Am Griff wurde ein Lederstück angebracht um einen sicheren Halt zu gewähren. Die Pfeilauflage erfolgt hier, genauso wie bei einem Longbow, über dem Griff. Horsebows habe eine leichte B-Form und sind kleiner als Langbögen und Recurvebögen um sie auf einem Pferd besser handhaben zu können. Mit einem Langbogen verwendet man am besten Holzpfeile, die auch selbst hergestellt werden können. Horsebows sind auch eher für erfahrene Bogenschützen, da sie ein gewisses Maß an Erfahrung erfordern um sein Ziel auch ganz genau zu treffen. Manche Bogenschießanlagen haben spezielle Vorrichtungen, wie zum Beispiel eine mit Seilen über dem Boden befestigte Tonne, um den Ritt auf einem Pferd realitätsgetreu nachzustellen und so ein effektives Training zu gewährleisten.
Quellen:
Bogensport Bodnik Fachkatalog 2009 – 2010
